Individualismus

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Der Individualismus (von individuum, das Unteilbare) ist eine Lebenseinstellung, die der einzelnen menschlichen Persönlichkeit, als der Einheit, auf die jede Norm letztlich zurückgehen müsse, den höchsten Wert zubilligt (ein Ergebnis des philosophischen Subjektivismus).

Schon deshalb kann er, mangels der Fähigkeit soziale Verbindungen zu stiften, nicht zu einer (politischen) Ideologie mit programmatischer Durchsetzungskraft für die Allgemeinheit erstarken. Der Individualist befürwortet das möglichst unabhängige Leben des einzelnen Menschen, ohne Manipulation durch den Staat (oder durch die Gruppe), und folgt (im Extrem) damit dem Individual-Anarchismus oder, in abgeschwächter Form, dem Liberalismus. Dabei unterstellt er, dass die Zusammengehörigkeit von Menschen in einer Gruppe oder Gemeinschaft etwas Abträgliches sei und der Selbstentfaltung im Wege stünde ("freie Entfaltung der Persönlichkeit"; Selbstverwirklichung). Mithin kann der Individualist meist als Verteidiger der je bestehenden Gesellschaftsordnung - mutatis mutandis bewertet werden, ist also eine maßgebliche ideologische und kulturelle Stütze des bestehenden "Systems", selbst wenn er, etwa unter "Linksintellektuellen", etwas anderes für sich reklamiert.

Literatur

  • Meinhard Miegel, Das Ende des Individualismus, München 1993.
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