Interreligiöser Dialog

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Papst Franziskus 2014 an der Klagemauer in Israel

Interreligiöser Dialog, von griech. dialégomai = sich unterhalten, ist die Bezeichnungen für einen kritischen und respektvollen Meinungsaustausch zwischen Vertretern der Religionen.

In Deutschland gibt es einen interreligiösen Arbeitskreis des Vereins "Interkultureller Rat in Deutschland". In diesem sind folgende Arbeitsgemeinschaften vertreten:

  • die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK),
  • der Zentralrat der Juden in Deutschland,
  • der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD),
  • die Föderation der Aleviten-Gemeinden in Deutschland,
  • die Deutsche Buddhistische Union,
  • der Nationale Geistige Rat der Baha’i und
  • der Verein Religions for Peace (Weltkonferenz der Religionen für den Frieden WCRP)

Der Arbeitskreis strebt neben der Kommunikation untereinander als gemeinsames Ziel eine Kultur der sozialen Solidarität an.

Im Abrahamischen Forum des Rates erörtern Vertreter des Zentralrats der Juden, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland und der Türkisch-Islamischen Union beispielsweise interreligiöse Fragestellungen. Sie sind in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit tätig.

In der praktischen Arbeit des interreligiösen Dialogs werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede festgestellt und zu respektieren gelernt. Konkrete Ereignisse, etwa Gewalt, führen zu einer erhöhten Nachfrage nach dem Dialog der Religionen. Aus dieser Situation heraus verbleiben meist einige Personen und Institutionen mit längerfristigem Engagement im Dialog. Interreligiöser Dialog kann viele Formen annehmen: Gespräche im Alltag, Konferenzen, Kirchenführungen, gemeinsame Gruppen, Lehreraustausch, gemeinsame soziale Projekte, Mitarbeit und Zusammenarbeit in interreligiösen Organisationen.

Eine große Persönlichkeit im interreligiösen Dialog war Papst Johannes Paul II., der 1986 ein Weltgebetstreffen der Religionen in Assisi einberief. Die Nachfolgetreffen, die seither jährlich von der Gemeinschaft Sant’Egidio veranstaltet werden, haben das Vertrauen zueinander gestärkt.

Vor Vertretern anderer Kirchen und Religionen im März 2013 bekräftigte Papst Franziskus, er werde den ökumenischen und interreligiösen Dialog im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils fortsetzen. Die Anhänger aller Religionen könnten gemeinsam viel zur Bewahrung der Schöpfung, für die Armen und den Weltfrieden tun.

Literatur

  • Peter Antes, Werner Rück, Bernhard Uhde: Islam – Hinduismus – Buddhismus: Eine Herausforderung des Christentums. Matthias-Grünewald, Mainz 1977, ISBN 3-7867-0397-3.
  • Sebastian Painadath: Der Geist reißt Mauern nieder: Die Erneuerung unseres Glaubens durch interreligiösen Dialog. Kösel, München 2002, ISBN 3-466-36591-0.
  • Christiane Sautter: Was uns verbindet und was uns unterscheidet: Die Familie im Kontext der großen Religionen. Verlag für Systemische Konzepte, 2005, ISBN 3-9809936-2-0.
  • Karl-Josef Kuschel: Juden – Christen – Muslime: Herkunft und Zukunft. Patmos, Düsseldorf 2007, ISBN 978-3-491-72500-3.
  • Andreas Renz, Die katholische Kirche und der interreligiöse Dialog. 50 Jahre "Nostra aetate" - Vorgeschichte, Kommentar, Rezeption, Kohlhammer, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-17-023425-3.

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