Jean-Baptiste Pitra

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Jean-Baptiste Pitra OSB (* 1. August 1812 in Champforgeuil bei Autun; † 9. Februar 1889 in Rom) war bedeutender Erforscher der christlichen Antike, Entdecker und Herausgeber zahlreicher Texte, Archäologe und Kardinal der Katholischen Kirche.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Jean-Baptiste-François Pitra wurde im Départment Saône-et-Loire in Frankreich geboren. Er empfing am 13. Dezember 1836 die Priesterweihe durch den Bischof von Autun Bénigne-Urbain-Jean-Marie du Trousset d’Héricourt für seine Diözese. Von 1835-1840 lehrte er als Professor Geschichte- und Rhetorik am Kleinen Seminar in Autun. Er ergänzte und entzifferte die dort 1839 gefundene Pektoriosinschrift. Am 10. Februar 1843 legte er die Profess im Benediktinerorden ab, erhielt den Ordensnamen Odo und war Prior von St-Germain in Paris. Er war wichtigster Mitarbeiter an Jacques-Paul Mignes "Patrologia". In den Jahren 1845-50 bereiste er Europa, um finanzielle Hilfe für die Abtei Solesmes sowie griechische und lateinische Handschriften zu suchen. Ab 1858 weilte er in Rom, von 1859-60 unternahm er eine Studienreise nach Russland und Österreich.

Kardinal und Bischof

Als Berater des Papstes für die orientalische Abteilung der Propagandakongregation wurde er von Papst Pius IX. am 16. März 1863 zum Kardinalpriester ernannt und bekam am 19. März desselben Jahres die Titelkirche San Tommaso in Parione, am 22. Februar 1867 von San Callisto. Am 19. Januar 1869 wurde er Kardinalbibliothekar und Archivist des Vatikanischen Geheimarchivs der Römischen Kirche. Am 12. Mai 1879 wurde er zum Kardinalbischof von Frascati (Tusculum) erhoben. Die Bischofsweihe spendete ihm Papst Leo XIII. am 1. Juni 1879 persönlich; Mitkonsekratoren waren der Erzbischof Alessandro Sanminiatelli-Zabarella und Bischof Francesco Marinelli. Am 24. März 1884 wurde er Kardinalsubdekan und wechselte zum suburbikarischen Bistum Porto.[1]

Werke (Auswahl)

  • Hauptwerk: Spicilegium Solesmense. Paris 1852–1858 (4 Bde.)
  • Iuris ecclesiastici Graecorum historia et monumenta, 2 Bde. Rom 1864-1868.
  • Histoire de St. Léger. Paris 1846.
  • La Hollande catholique. Paris 1850.
  • Hymnographie de l'Église grecque. Rom 1867.
  • Analecta sacra Spicilegio Solesmense. Paris 1876–1891 (4 Bde.)
  • (Hsgr.): Hildegard von Bingen: Liber vitae meritorum, Montecassino 1882.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Auflage, Band 8, Sp. 312-322.
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