Johannes von Gott

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Johannes von Gott

Johannes von Gott oder Johannes Ciudad (* 8. März 1495 in Montemór o Novo, Portugal; † 8. März 1550 in Granada). Sein Gedenktag ist der 8. März. Aus dem Kreis seiner Helfer entwickelte sich der Orden der Barmherzigen Brüder. Er gilt als der "Schöpfer des modernen Krankenhauses". Er ist Patron von Granada, von Krankenhäusern, der Kranken und Krankenpfleger, der Buchhändler und Buchdrucker.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Nach einem unruhigen und vor allem unerfüllten Leben, hörte der über 40-jährige Johannes den spanischen Missionar Johannes von Avila predigen. Er bekehrte sich daraufhin von einem Tag auf den anderen und widmete sich von diesem Zeitpunkt an ausschließlich der Krankenpflege.

In Granada/Spanien errichtete er ein Krankenhaus, das vor allem in der Betreuung Geisteskranker revolutionär war. Aus dem Pflegepersonal des Ordens entwickelte sich, ursprünglich ungewollt, nach den Regeln des heiligen Augustinus der Orden der Barmherzigen Brüder. Die Gemeinschaft, die heute noch als einer der wichtigsten männlichen Orden im Bereich der Krankenpflege gilt, besteht hauptsächlich aus Laienbrüdern, die neben den drei traditionellen Gelübden zusätzlich das Versprechen der Hospitalität ablegen.

Er ging an seinem Geburtstag mit 55 Jahren heim zu Gott. Seine Reliquien sind in der nach ihm benannten Kirche in Granada aufbewahrt. Er wurde 1691 heiliggesprochen. 1886 wurde er von Papst Leo XIII. und 1930 nochmals von Papst Pius XI. zum Patron der Krankenhäuser des Krankenhauspersonals und der Kranken.

Johannes von Gott und die Vorsehung

Johannes kümmerte sich nicht nur um die Kranken; die Versorgungen, die er zu organisieren suchte, hatten mit allen Werken der Barmherzigkeit zu tun. Er schrieb in einem Brief:

"Es kommen so viele Arme, dass ich selbst oft nicht weiß, wie wir ihnen zu essen geben sollen, aber Jesus Christus in seiner Vorsehung sorgt für alles und gibt ihnen zu essen, obwohl wir allein für Brennholz sieben oder acht Reale pro Tag brauchen; weil die Stadt groß und sehr kalt ist, besonders jetzt im Winter, sammeln sich viele Arme in diesem Haus Gottes; weil wir insgesamt, mit Kranken und Gesunden und Dienstpersonal und Pilgern, mehr als hundert zehn Leute sind [ ... ] Hier leben Missgebildete, Verstümmelte, Aussätzige, Stumme, Verrückte, Gelähmte, Mykosekranke und viele Alte und viele Kinder; und außer ihnen kommen noch viele andere Pilger und Wanderer, und wir geben ihnen Feuer und Wasser und Unterkunft und Koch- und Essgeschirr, und für all das kommt kein Geld herein; aber Jesus Christus in seiner Vorsehung sorgt für alles ... Und deshalb bin ich nur Jesus Christus verpflichtet und sein Gefangener ... " [1]

Tut euch selbst etwas Gutes

Von besonderem Interesse ist die Weise, wie er psychisch Kranke aufnahm und behandelte. Petro Bargellini schrieb über ihn: "Obwohl er keinerlei medizinische Ausbildung besaß, war Johannes viel mutiger als die eigentlichen Mediziner, ganz besonders bei der Heilung von Geisteskrankheiten, denn er war seiner Zeit weit voraus beim Gebrauch einer psychoanalytischen oder psychosomatischen Methode, die vier Jahrhunderte später der ganze Stolz von Freud und seinen Schülern sein würde". Besonders bezeichnend ist noch heute der Name der von ihm gegründeten Kongregation: "Barmherzige Brüder". Der hl. Johannes von Gott bat mit folgenden Worten um die Almosen für seine Kranken: "Möchte jemand sich selbst etwas Gutes tun? Meine Brüder, um der Liebe Gottes willen, tut euch selbst etwas Gutes!" Es war überzeugt, dass es einem Menschen nicht gelingen kann, die Armen wirklich zu lieben, wenn er nicht zuerst auch das eigene verborgene Elend entdeckt. Daher muss man "sich Gutes tun, indem man es den anderen tut".[2]

Weblinks

Dieser Artikel ist ursprünglich der Sektion Tagesheiliger bei www.kath.net entnommen.

Anmerkungen

  1. aus: Päpstlicher Rat zur Förderung der Neuevangelisierung: Heilige und die Barmherzigkeit. Jubiläum der Barmherzigkeit 2015-2016. Schwabenverlag 2015, S. 34 (94 Seiten; ISBN 978-3-7966-1685-3).
  2. aus: Heilige und die Barmherzigkeit, S. 34-35.
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