José Gabriel del Rosario Brochero

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José Gabriel del Rosario Brochero

José Gabriel del Rosario Brochero (* 16. März 1840 in Villa del Tránsito, heute Villa Cura Brochero in Argentinien; † 26. Januar 1914 in San Alberto, Provinz Córdoba in Argentinien) war Priester, Missionar und wurde seliggesprochen.

Biografie

José Gabriel del Rosario Brochero war das vierte von zehn Kindern seiner Eltern. Im Alter von 16 Jahren trat er ins Priesterseminar Nostra Signora in Córdoba ein. Er empfing 1866 die Priesterweihe. Im Jahr danach brach in der Gegend um Córdoba eine Cholera-Pest-Epidemie aus, José Gabriel kümmerte sich aufopferungsvoll um die Kranken. 1868 wurde er Pfarrer an der Kirche Sant' Alberto, eines fast 200 km2 großen Territoriums in den Sierras Grandes mit ca. 10.0000 Einwohnern. Er hatte bei seiner Pastoral den ganzen Menschen im Blick gehabt. »Er war ein Hirte und Vater für alle. Aber seine besondere Liebe galt den Armen, den Kranken, den Kleinen. Er sorgte seinen Möglichkeiten entsprechend für Nahrungsmittel, Kleidung, Unterstützung.« Während einer Choleraepidemie »ging er nicht weg, um sich zu retten, sondern er blieb vor Ort und brachte den Kranken den Trost der Sakramente sowie Essen und Medizin«. Sein Wirken »entsprang der Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi und seiner persönlichen Heiligkeit, die schon zu Lebzeiten erkannt wurde: Die Zeitung EI Interior von Córdoba veröffentlichte als spirituelle Lektüre für die Karwoche 1883 seine Biografie. Die Erzählung von der Bekehrung des Gaucho Santos Guayama wurde schon 1906 in die Lesebücher für die Grundschulen Argentiniens aufgenommen.« Sein Ziel war, »das Leben seiner Gläubigen würdiger und menschlicher« zu machen. So unterstützte er einen »gerechten Lohn für die Arbeiter, das Gnadengesuch für einige Gefangene. Dafür bat er diejenigen um Hilfe, die sie ihm geben konnten, Regierungsvertreter und Wohlhabende.« Er kümmerte sich um die Lebensbedingungen der Menschen, veranlasste den Bau von Straßen, Schulen, Krankenhäusern, Wasserleitungen, einer Poststation und der Eisenbahnlinie. Der unermüdliche Apostel der Nächstenliebe baute Kirchen und organisierte Geistliche Exerzitien nach Ignatius von Loyola. Es kam zu zahlreichen Bekehrungen. Die Exerzitien fanden zunächst in Córdoba statt, wohin oft mehrere Hundert Gläubige aus den verlassensten Dörfern auf Maultieren kommen, um daran teilzunehmen. 1877 baute er ein Exerzitienhaus in Villa deI Transito und gleich daneben eine Schule für Mädchen. Denn es tat ihm leid, wenn er sah, dass die Mädchen nicht zur Schule gingen, sondern arbeiten mussten. Fast vierzig Jahre lang durchquerte er auf dem Rücken eines Maultiers, gekleidet wie ein Gaucho, sein Territorium, um die Menschen aufzusuchen. Mit einer einfachen Sprache, im örtlichen Dialekt, und mit Beispielen aus dem täglichen Leben, brachte er ihnen die Frohe Botschaft. 1908 musste er sein Amt als Pfarrer aufgeben, weil er sich bei einem Kranken mit Lepra angesteckt hatte und gegen Ende seine Lebens erblindete und taub wurde.

José Gabriel del Rosario Brochero starb in San Alberto 1914. Er ist in San Alberto, der Provinz Córdoba begraben. Zwei Jahre nach seinem Tod, nahm seine Geburtsstadt Villa del Tránsito den Namen "Villa Cura Brochero" an.

Selig- und Heiligsprechung

José Gabriel Brochero wurde am 14. September 2013 in Villa Cura Brochero, Córdoba in Argentinien seliggesprochen. An der Zeremonie die Angelo Amato, Präfekt der Kongre·gation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse vornahm, nahmen 180 000 Gläubige, 60 Bischöfe und 1200 Priester teil. Papst Franziskus würdigte den neuen Seligen in einer Botschaft an den Erzbischof von Santa Fe und Vorsitzenden der Argentinischen Bischofskonferenz, José María Ararncedo. Er wird am 16. Oktober 2016, im Pontifikat von Papst Franziskus, heiliggesprochen.

Weblinks

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