Josef Gabriel Rheinberger

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Josef und Fanny Rheinberger (1869)

Josef Gabriel Rheinberger (* 17. März 1839 in Vaduz/Liechtenstein; † 25. November 1901 in München) ist ein katholischer Komponist, Organist und Musikpädagoge.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Josef Gabriel Rheinbergers musikalische Begabung wurde in früher Jugend offenbar. Bereits im Grundschulalter versah er in seiner Heimatkirche Orgeldienste, als zwölfjähriger begann er eine Ausbildung am Konservatorium in München und komponierte bereits als Jugendlicher. Als er 19 Jahre alt war, bot ihm das Konservatorium in München eine Lehrerstelle für das Fach Klavierspiel an, später kamen die Fächer Orgelspiel und Tonsatz hinzu. Diese Tätigkeit übte er bis zu seiner Emeritierung aus. 1867 heiratete Rheinberger die Dichterin Franziska von Hoffnaaß (genannt Fanny), die mehrere Texte für Vokalwerke Rheinbergers verfasste.

1901, neun Jahre nach dem Tod seiner Frau starb Rheinberger und wurde auf dem Alten Südfriedhof in München beigesetzt. Zu seinem Andenken wurde 1940 ein Denkmal vor seinem Geburtshaus in Vaduz aufgestellt. Bei einem Bombenangriff während des Zweiten Weltkriegs wurde das Grab beschädigt. 1949 überführte man die sterblichen Überreste nach Vaduz in seine Heimatpfarrei St. Florin. 1989 erhielten Josef Gabriel Rheinberger und seine Frau Fanny dort ein Ehrengrab.[1]

Wirken

Rheinberger avancierte bald zu den gefragtesten Komponisten seiner Zeit, zahlreiche Verleger, Ensembles und Musiker traten mit Kompositionsaufträgen an ihn heran. Als Kompositionslehrer am Münchner Konservatorium galt er als international renommierte Persönlichkeit. Zu seinen Schülern gehörten beispielsweise Max Bruch, Hans von Koessler, Engelbert Humperdinck, Richard Strauss und Wilhelm Furtwängler.

Der bayerische König Ludwig II. ernannte ihn 1877 zu seinem Hofkapellmeister. In dieser Rolle nahm er eine wichtige Position innerhalb der Kirchenmusik Deutschlands ein. Trotz seines Schaffens wegweisender lateinischer Messkompositionen und Motetten, wurde beschämenderweise kein einziges seiner Werke von den deutschen Cäcilianern für würdig befunden, in den Katalog der von den Cäcilianern approbierten kirchlichen Musikwerke aufgenommen zu werden.[2]

Ehrungen (Auswahl)

Gedenktafel Rheinbergers an seinem Wohnhaus (1867-1901) in München
  • Ritterkreuz des päpstlichen Gregoriusordens
  • Komturkreuz des Verdienstorden der Bayerischen Krone
  • Ehrendoktor der Universität München

Kompositionen (Auswahl)

Orgelwerke

  • 2 Orgelkonzerte
  • 20 Orgelsonaten
  • 12 Fughetten
  • 12 Monologe
  • 12 Meditationen
  • Präludien, Trios, Charakterstücke,
  • Werke für Violine oder Oboe und Orgel

Vokalwerke

  • Geistliche Kantaten
  • Weihnachtsoratorium: Der Stern von Bethlehem
  • 14 Messen
  • 3 Requien
  • 2 Stabat mater
  • Hymnen
  • Motetten
  • Weltliche Chorballaden
  • Frauenchöre
  • Männerchöre
  • 12 Lieder für eine Singstimme und Klavier

Instrumentalmusik

  • 3 Ouvertüren
  • 2 Sinfonien
  • 4 Solokonzerte (1 Klavierkonzert, 2 Orgelkonzerte)
  • Kammermusik
  • Streichquartette, Streichquintette,
  • Klaviertrios
  • Sonaten für ein Soloinstrumente und Klavier
  • 4 Klaviersonaten

Bühnenwerke

  • 2 Opern: Die sieben Raben, Türmers Töchterlein
  • 3 Singspiele
  • 2 Schauspielmusiken

Literatur

  • Karl Dienst: Rheinberger, Joseph Gabriel. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 8, Bautz, Herzberg 1994, ISBN 3-88309-053-0, Sp. 134–136.
  • Hans-Josef Irmen: Gabriel Joseph Rheinberger als Antipode des Cäcilianismus. Studien zur Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts; Bd. 22. Regensburg 1970.
  • Hans-Josef Irmen: Thematisches Verzeichnis der musikalischen Werke Gabriel Josef Rheinbergers. Studien zur Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts; Bd. 37. Regensburg 1974.
  • Harald Wanger: Josef Gabriel Rheinberger. Leben und Werk in Bildern. Carus Verlag, Stuttgart 1998, ISBN 978-3-923053-56-8.
  • Stephan Hörner: Rheinberger, Josef Gabriel von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 21, Duncker & Humblot, Berlin 2003, ISBN 3-428-11202-4, S. 489 f.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Stephan Hörner: Rheinberger, Josef Gabriel von. Berlin 2003, S. 489 f.
  2. Hans-Josef Irmen, Gabriel Josef Rheinberger als Antipode des Cäcilianismus. Regensburg 1970, S. 206f.
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