König

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König (ahd. kuning, zu: kunni, Geschlecht; der aus edler Abkunft) war bei den Germanen eine, den Personenverband anleitende, Recht stiftende Heilsgestalt. Die Begriffe König und Kaiser sind inhaltlich nicht unterscheidbar. Kaiser bezeichnete, weiterentwickelt aus dem Beinamen des Gaius Julius Caesar, den Inhaber der Reichsgewalt im römischen Imperium und markiert somit generell einen übernationalen Anspruch, der idealtypisch "Stadt und Erdkreis" umfasst, also regionale Könige unter sich dulden kann. (Real gab es dieses universale Imperium nie.) In der historischen Entwicklung unterscheidet man ein Wahlkönigtum von der erblichen Königswürde (Geblütsrecht); ersteres galt im Alten Reich formell bis 1806. Österreich begründete 1804 unter Gutheißung durch Napoleon I., den Kaiser der Franzosen, ein eigenes Erbkaisertum (bis 1918).

Inhaltsverzeichnis

Israel

Obwohl Gott, der Herr Israels, dem Volk ein charismatisch begründetes Königtum gewährte (Saul, David, Salomo), vermied dieses von Anfang an jede Ideologie eines Gottkönigtums, die im Orient weit verbreitet war. Der König wurde mehr und mehr als Präfiguration und Vorausbild des künftigen, messianischen Königs gedeutet.

Neues Testament

Jesu Botschaft vom Reich Gottes (basileia, Königsherrschaft), das in seiner Person angekommen sei, gipfelt in seiner Selbstaussage, er sei ein König, aber sein Reich sei nicht von dieser Welt. Den Getauften war seither nunmehr möglich, Christus als das Heil anzubeten. Der Konflikt mit der römischen Staatsreligion (der Vergottung der Macht) zog verheerende Christenverfolgungen nach sich.

Rom, Byzanz

Eine christianisierte Königsidee findet sich zuerst bei Kaiser Konstantin, die in Byzanz bis zum Ausgang des Mittelalters auch das Kirchenrecht reguliert. Auf die alten Konzilien hatte der Kaiser oft mehr Einfluss als der Papst. Jedoch wurden keine Beschlüsse ohne ihn in Kraft gesetzt. Einen gewissen theologischen Vorrang des Nachfolgers Petri erkannten mithin auch die oströmischen Kaiser an.

Abendländisches Königtum

Reichskrone

Wohl als Weiterentwicklung aus der bischöflichen Salbung bei der Firmung, die allen Getauften zuteil wird und ihnen Anteil an der Königswürde Christi konfirmiert, wurde erstmals an Frankenkönig Pippin eine 751 sakrale Königssalbung (eine Sakramentalie, kein Sakrament) vorgenommen, seit Karl d. Gr. (800) um die Kaiserkrönung in Rom ergänzt (weltlichen Charakters). Aber bereits die Taufe Chlodwigs (um 496) begründete die, insb. für das frz. aber auch engl. Königtum, so wichtige Verknüpfung älterer Vorstellungen vom Königsheil mit dem sacrum imperium im Abendland.

Konflikt Kaiser-Papst

Die mittelalterlichen Kaiser haben zwar mehrfach zugunsten der Kirche agiert. Unter den Saliern, insbesondere aber den Staufern beanspruchten sie mehr und mehr ein unmittelbares Gottesgnadentum, so dass die Christusunmittelbarkeit dieses Königtums in Konkurrenz zum bischöflichen Amt, mehr aber noch zum Papsttum geriet (vgl. Investiturstreit). In zähem Ringen konnten die Päpste den Vorrang der geistlichen Vollmacht auch vor der sakral gedeuteten weltlichen Vollmacht behaupten (siehe auch: Papstkrönung), bis etwa um 1300 der König von Frankreich, beginnend mit Philipp IV., das Papsttum zu dominieren begann. In späteren Zeiten war der Hl. Stuhl insbesondere auch Druck aus Spanien und aus dem Reich ausgesetzt, so dass, von der Reformation bis zur frz. Revolution, der direkte Einfluss des Papstes auch auf die geistlichen Angelegenheiten der katholischen Christen schubweise zurückging (bis hin zum Jesuitenverbot 1773).

Säkulares Königtum

Zur "Vollendung" gelangte die okzidentale Königsidee zwischen 1300 und 1648 in Frankreich.[1] Im Krönungsakt wird die "metaphysische Tendenz" des Königsheils angedeutet. Beginnend mit der Reformation lösten sich die abendländischen Monarchien, insbesondere England, aber auch -- abgeschwächt -- die katholischen, aber mehr und mehr von einem kirchenamtlich gebundenen Königsbegriff. Es blieb nurmehr eine mehr und mehr formale Bezugnahme auf "Gott" als Anspruchsgrundlage für den herrscherlichen Absolutismus, der sich auch von der mittelalterlichen Idee des Personenverbandes löste und dem regierten Volk als eine losgelöste, absolute Staatsmacht gegenübertrat. Im 19. Jahrhundert kann die liberale Parole der Trennung von Kirche und Staat nur noch mühsam verhüllen, dass die politische Autorität im Nationalstaat keinerlei religiösen Vorgaben mehr akzeptiert.

Modernes Königtum

Aus Sicht der katholischen Soziallehre ist es heute irrelevant, ob einem Staat aus traditionellen Gründen noch ein erblicher oder gewählter Monarch präsidiert oder aber ein Bürger als Staatsoberhaupt External-link-icon-blue.png auf Zeit. Der Blick geht viel mehr auf die Inhalte als auf die Form der Machtausübung. Seit 1944, nur 30 Jahre nach Ausbruch des 1. Weltkriegs, empfiehlt die Kirche die demokratische Regierungsform, d.h. eine Partizipation des Staatsvolks an den Entscheidungen der rechtsförmlichen Konflikt- und Interessenregulierung (gegenüber der früheren Indifferenz). Der einzige, am ehesten noch absolute Monarch in Europa ist nurmehr der Fürst von Monaco. (Weltweit: Swasiland (Südafrika), Saudi-Arabien, Brunei.) Dass ein christlicher Kaiser das übernatürliche Ziel aller Getauften auch in der modernen Epoche noch erreichen konnte, dafür steht symbolhaft der Sel. Karl von Österreich.

Christkönig

Seit 1830 (Pius VIII.) bzw. 1925 (Enz. Quas primas) akzeptiert die Kirche ein absolutes Königtum mit heilsrelevanter Bedeutung nur noch und ausschließlich für Jesus Christus selber. Dessen Wirkung in der Gesellschaft soll durch das Zeugnis, Gebet und Opfer im Leben der Getauften zur Geltung gebracht werden, keinesfalls aber durch einen "gottköniglichen" (ideologischen) Staatsterror. Die wahre Religion kann keinen Totalitarismus dulden (zu dem die exzessive Interpretation der imperialen "Königsidee" erst heute würde; vgl. Politische Theologie), erst Recht nicht im Namen Gottes. Jedwede Restauration mittelalterlicher Ideenlehren von der Sakralität der Krone ist damit, aber auch mit der Anerkennung der auf der (gottgegebenen) Personenwürde gegründeten Menschenrechte, insbesondere päpstlicherseits, für die Zukunft ausgeschlossen. Der gerade deswegen hochaktuelle Christkönigsgedanke steht überdies in enger Beziehung zur Herz-Jesu-Verehrung, da Christus die Herzen der Menschen regieren möge. Christum regnare volumus.

Anmerkungen

  1. siehe hierzu die Liste External-link-icon-blue.png der dortigen Krönungen.
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