Katechese

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Katechese war im Urchristentum allgemein die religiöse Unterweisung, vor allem der Bewerber zur Taufe (Katechumene im Katechumenat). Heute versteht man unter Katechese auch den Religionsunterricht, die Erklärung des Katechismus für die Kinder, Jugendliche und Erwachsene, um sie in den Glaubenswahrheiten zu unterrichten und zu einem Leben aus dem Glauben und der Nachfolge Christi anzuhalten (vgl. Catechesi tradendae Nr. 18-20). Der erste Ort für die Katechese ist die Hauskirche.

Schriften zur Einführung in das Christentum

Inhaltsverzeichnis

Wesen, Zweck und Aufgabe der Katechese

Die katechetische Unterweisung trachtet danach, dass in den Menschen der Glaube, durch die Lehre erleuchtet, lebendig wird, sich entfaltet und zu Taten führt. Die Bischöfe sollen darüber wachen, dass dieser Unterricht sowohl den Kindern und Heranwachsenden als auch den Jugendlichen und ebenso den Erwachsenen mit Eifer und Sorgfalt erteilt wird; dass bei dieser Unterweisung eine geeignete Ordnung und eine Methode eingehalten werden, die nicht nur dem zu behandelnden Stoff, sondern auch der Eigenart, den Fähigkeiten, dem Alter und den Lebensbedingungen der Zuhörer entsprechen; dass diese Unterweisung auf der Heiligen Schrift, der Überlieferung, der Liturgie, dem Lehramt und dem Leben der Kirche aufbaut. Ferner mögen sie dafür sorgen, dass die Katecheten für ihre Aufgabe gebührend vorbereitet werden, indem sie die Lehre der Kirche gründlich kennenlernen und auch die psychologischen Gesetze und pädagogischen Fächer theoretisch und praktisch erlernen. Sie seien auch bemüht, dass der Unterricht für erwachsene Katechumenen wieder eingeführt oder besser angepasst wird. (CD, Nr. 14)

Die Glaubensschüler, besonders die Erwachsenen, können aktiv zum Fortschritt der Katechese beitragen. Darum soll man von ihnen erfragen, wie sie die christliche Botschaft auffassen und wie sie diese mit eigenen Worten auszudrücken vermögen. Dann soll man das Ergebnis dieser Befragung mit der Lehre des kirchlichen Lehramtes vergleichen; nur das ist festzuhalten, was mit dem Glauben übereinstimmt. Auf diese Weise lassen sich brauchbare Hilfsmittel finden, die eine und wahre christliche Botschaft mit Erfolg darzulegen.[1]

Katechismen

Die höchste Bedeutung ist den von der kirchlichen Autorität veröffentlichten Glaubensbüchern (Katechismen) zuzuerkennen. Ihre Aufgabe ist es, in einer Zusammenfassung und in praktischer Weise die Dokumente der Offenbarung und der christlichen Überlieferung sowie die Grundprinzipien darzubieten, die der katechetischen Tätigkeit, d. h. der Erziehung zum persönlichen Glauben, dienen müssen. Man muss die Dokumente der Überlieferung gebührend hochschätzen, und man muss mit größter Sorgfalt vermeiden, dass bestimmte Auslegungsversuche, die nichts anderes als Privatmeinungen oder Ansichten irgendeiner theologischen Schule sind, als Glaubenslehre vorgetragen werden. Die Lehre der Kirche ist getreu wiederzugeben.[2]

Wege und Weisen der Katechese

Auf vielerlei Wegen und Weisen muss die christliche Botschaft sich den verschiedenen Bedürfnissen der Menschen anpassen.

A) Wenn man die Missionierung betrachtet, dann gibt es den Weg der Glaubensverkündigung, der Unterweisung der Katechumenen und Neugetauften.

B) Sieht man auf die physische und psychische Entwicklung der Glaubensschüler, dann gibt es die Katechese für die verschiedenen Altersstufen.

C) Achtet man auf die soziologischen und kulturellen Verhältnisse, in denen die Menschen leben, dann gibt es die Katechese nach der verschiedenen Mentalität (Katechese für die Arbeiter, für die Techniker usw.).

D) Bedenkt man die Einstellung der Getauften gegenüber dem Glauben, dann gibt es die Katechese für die Glaubenden, die sich eine vollständigere und tiefere Kenntnis der Glaubenswahrheiten aneignen wollen, oder die Katechese für jene, die noch die rechte Begründung für den Glauben suchen.

Alle diese Wege, die sich wechselseitig bedingen und voneinander abhängen, haben offensichtlich ihren Wert und ihre Bedeutung.[3]

Katechese für die verschiedenen Altersstufen

Der lateinische Text des Direktoriums für die Katechese 1971 unterscheidet folgende Entwicklungsstufen:

  • infantia, infans = frühe Kindheit, Kleinkind;
  • pueritia, puer = Kindheit, Kind;
  • praeadulescentia = frühe Jugend;
  • adulescentia, adulescens = Jugend, Heranwachsender, Jugendlicher;
  • iuventus, iuvenis = frühes Erwachsenenalter (Jugendlicher), junger Erwachsener;
  • adultus = Erwachsener;
  • senectus, senex = Greisenalter. [4]

Die erzieherische Seite der Katechese

Die erzieherische Seite der Katechese wird in der Erklärung des Konzils über die christliche Erziehung beleuchtet: "In der Erfüllung ihrer Erziehungsaufgabe ist die Kirche um alle geeigneten Hilfsmittel bemüht, besonders aber um jene, die ihrem Wesen entsprechen. Zu ihnen gehört als erstes die katechetische Unterweisung: Sie erleuchtet den Glauben und stärkt ihn, sie nährt das Leben im Geiste Christi, führt zum bewussten und aktiven Mitvollzug des Mysteriums der Liturgie und ermuntert zur apostolischen Tat" (GE, n. 4).

Die Katechese muss der Leitung des Lehramtes unterstehen, dem es zukommt, die Wahrheit der göttlichen Offenbarung zu sichern und außerdem darüber zu wachen, dass der Dienst am Wort sich der gebührenden Sprechweise bedient und die Hilfen, die die theologische Forschung und die Humanwissenschaften bieten können, klug in Betracht zieht.[5]

Katechese in der Bibel

Das Alte Testament bezeugt, dass Gottes "Weisung vor ganz Israel laut vorgetragen" wurde, "damit sie zuhören und auswendig lernen" (Dtn 3,12f.) Durch Lernprozesse qualifiziert sich Gottes Volk zur Bundestreue (Tora) und Offenbarungs-Überlieferung (Ex u 12,25ff.; 13,14; Jos 4,20; Dtn 6,4ff.21ff.; 26,5ff.; h Spr 1-9). Im Neuen Testament bedeutet katechein "mitteilen", z. T. bereits spezifisch ,,(mündlich) unterweisen" (Röm 2,18; 1 Kor 14,19; Gal 6,6; Lk 1,4). - Spuren "katechetische" Praxis finden sich in der Jüngerunterweisung Jesu (Mk 4, 10ff.), in Lukas-Texten (Lk 24,13-35; Apg 8, 26-40), in Glaubensformeln (1 Kor 15,3 u. a.) und inhaltlichen Angaben (Hebr 6,1ff.).

Geschichte der Katechese

Ab dem 2. Jahrhundert

Seit dem 2. Jahrhundert erhält Katechese die Gestalt des (Tauf- }Katechumenats für Erwachsene, das, lokal verschieden, Einübung in den sittlichen Lebenswandel mit der Einführung in Glaubens- und liturgische Elemente verbindet (Hipp. trad. apost.). Katechetenschulen bezeugen Klemens von Alexandrien und Origenes. Im 4/5. Jahrhundert., als Katechumenesein z. T. zum Taufaufschub wurde, gewann die 2. Phase der competentes/electi (datio nominis) an Bedeutung: Wie Cyrill von Jerusalem bezeugen Ambrosius von Mailand, Augustinus von Hippo u. a. als Elemente des Katechumenats: Gottesdienste mit bibischen Lesungen und sittlicher Unterweisung, Exorzismen mit Handauflegung, Übergabe des Credo und Paternoster sowie, nach Empfang der Sakramente, mystagogische Katechesen. Augustins catech. rud. enthält ein lernpsychologisch und didaktisch exemplarisches Konzept einer Initial-Katechese; bedeutsam für die Geschichte der Katechese ist sein Enchiridion. (Handbuch über Glaube, Hoffnung , und Liebe; Paul, Bd.1, 75ff.).

Mittelalter

Im Mittelalter hatte Katechese vor allem die Gestalt der katechetischen Predigt, oft aus patristischen Vorlagen (z.B. Rabanus Maurus) oder zu "katechetischen (Zahlen-) Reihen/Glaubensformeln" und Bildern und als Hauskatechese (Paul, Bd. 1, 198ff.). Katechismus hieß im Mittelalter das Glaubensbekenntnis, das bei der Kindertaufe stellvertretend Paten und Eltern ablegten (Thomas von Aquin S. th. III, 71).

Neuzeit

Die Ära der gedruckten Katechismen (Petrus Canisius, 1554ff.) führte vom 16. Jahrhundert an, im Zusammenhang mit der (Gegen-)Reformation und im Anschluß an das Tridentinum (Catechismus Romanus 1566, Karl Borromäus "Bruderschaft von der christlichen Lehre") zur Blütezeit der Katechese, die bis zum 18. Jahrhundert die ganze Gemeinde zu Adressaten hatte. Im 19/20. Jahrhundert wurde Katechese auf Heranwachsende beschränkt und war zum Teil mit Religionsunterricht identisch (Bibel-Katechese und Katechismusunterricht). Die Katechese war vor allem von Joseph Deharbe und Wilhelm Pichler geprägt.

Gegenwart

Das II. Vatikanum gab Anlass zum Allgemeinen Direktorium für die Katechese) im Schreiben Christus Dominus Nr. 14. zu den Bischofssynoden über Evangelisation (1974; Exeler 1979) und über Katechese (1977). 1997 wurde durch das Allgemeine Direktorium für die Katechese die Erwachsenenbildung gewünscht, die sich auch im weltweiten Katechismusunterricht für Kinder und Erwachsene durch Radio Maria verwirklicht. 2020 wurde das Direktorium durch den Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung erneuert.

Päpstliches zur Katechese

Pius X.

  • 15. April 1905 Enzyklika Acerbo nimis über den religiösen Volksunterricht (Katechese); (lat.: AP/IX, vol. II, 75).

Pius XI.

Paul VI.

Johannes Paul II.

Franziskus

Literatur

  • Albert Höfer: Biblische Katechese: Handbuch für die fünfte und sechste Schulstufe, Otto Müller Verlag Salzburg 1970 (287 Seiten, 2. Auflage, Mit Druckerlaubnis des bischöflichen Ordinariates Graz-Seckau vom 4. März 1966 Zl. 14 Ap 6-66 und 11. Juli 1966 Zl. 14 Ap 22-66).
  • Albert Höfer: Biblische Katechese: Handbuch für die siebte und achte Schulstufe, Otto Müller Verlag Salzburg 1967 (282 Seiten, Mit Druckerlaubnis des bischöflichen Ordinariates Graz-Seckau vom 6. Juli 1967 Zl. 14 Ap 10-67).
  • Raphael Nießner: Gott mein Vater, Ein erstes Religionsbuch (DIN A 4 – 120 Seiten, auch zum malen) Verlagsbuchandlung der Benediktiner, Abteilung Katechese, D-93352 Rohr i. NB, Tel. 08783/9600-0 (Mit kirchlicher Druckerlaubnis und Apostolischem Segen von Papst Johannes Paul II. am 26. Mai 1981).
  • Raphael Nießner: Biblische Geschichte (DIN A 4 – 145 Seiten, Verlagsbuchandlung der Benediktiner, Abteilung Katechese, D-93352 Rohr i. NB, Tel. 08783/9600-0 (Mit Apostolischem Segen von Papst Johannes Paul II. am 26. Mai 1981).
  • Joseph Ratzinger: Die Krise der Katechese und ihre Überwindung. Rede in Frankreich, Mit den Reden von Erzbischof Dermot J. Ryan, Godfried Kardinal Danneels, Franciszek Kardinal Macharski, 1983 (147 Seiten; ISBN 3 89411 200 X).
  • Pierre Lefèvre: Aus dem Leben lernen - Katechese in Kurzgeschichten Kanisius Verlag Freiburg/Schweiz 1986 (193 Seiten).
  • Gregor Busl: Katechetische Predigten. Josef Habbel Verlag
    • Band 1: Vom Glauben 1885 (974 Seiten).
    • Band 2: Von den Geboten. 1886 (964 Seiten).
    • Band 3: Von den Gnadenmitteln 1898 (1139 Seiten; 3. Auflage).
    • Band 9: Predigten auf die Sonn- und Festtage des Kirchenjahres (Sonntagspredigten; 1035 Seiten).
    • Predigten auf die Sonn- und Festtage des Kirchenjahres..,II. Theil: Festtagspredigten. 1888.1900 (728 Seiten).
    • Predigten auf die Feste der allerseligsten Jungfrau Maria. (=Predigten II) 1883 (564 Seiten).
    • Predigten auf die Feste der Heiligen. 1884 (630 Seiten; 1905 5. Auflage 776 Seiten).
    • Predigten für verschiedene Gelegenheiten. (=Predigten IV) 1885 (952 Seiten; nach 1901: 5. und 6. Auflage. 1152 Seiten).
    • Fasten-Predigten (= Predigten V) 1899 (638 Seiten; 3. Auflage).

siehe auch: Arbeitskreis Theologie und Katechese, Erwachsenenkatechese, Katechetenverein, Katechet

Weblinks

Anmerkungen

  1. Allgemeines Direktorium für die Katechese 1971#75. DIE WECKUNG DER AKTIVITÄT ODER KREATIVITÄT DER GLAUBENSSCHÜLER.
  2. Allgemeines Direktorium für die Katechese 1971#119. DIE GLAUBENSBÜCHER (KATECHISMEN).
  3. Allgemeines Direktorium für die Katechese 1971#77. NATUR UND ZIEL DIESES TEILES.
  4. Allgemeines Direktorium für die Katechese 1971#77. NATUR UND ZIEL DIESES TEILES.
  5. Allgemeines Direktorium für die Katechese 1971#38. ZIEL DER KATECHESE IST DIE DARBIETUNG DES GANZEN INHALTES.
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