Kloster Banz

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Kloster Banz

Kloster Banz ist ein ehemaliges Benediktinerkloster, das nördlich von Bamberg steht. Es dient heute als internationale Tagungsstätte.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die um 1070 durch Gräfin Alberada von Schweinfurt und ihren Mann, den Grafen Hermann von Habsberg-Kastl, an der Stelle der ehemaligen Burg Banz gegründete Benediktiner-Abtei war bis zur Säkularisation in Bayern (1803) das älteste Kloster am Obermain. Zum Besitz des Klosters gehörte im Mittelalter die benachbarte Burg Stachilize, die ihm 1127 auf Bitten des Abtes Baldewin von Bischof Otto von Bamberg zugesprochen worden war.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg musste das Kloster neu gebaut werden. Die Äbte Eucharius Weiner und Kilian Düring beauftragten Leonhard Dientzenhofer und nach dessen Tod 1707 seinen Bruder Johann Dientzenhofer. Die Bauarbeiten begannen 1698, 1719 wurde die Kirche konsekriert. Während die auf der anderen Mainseite gelegene Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen, erbaut von 1743 bis 1772, im Wesentlichen durch Balthasar Neumann, ein Rokoko-Bauwerk ist, handelt es sich bei der Dientzenhofer'schen Banzer Kirche um ein Musterbeispiel des süddeutsch-böhmischen Barocks.

1814 erwarb Herzog Wilhelm in Bayern die ehemalige Klosteranlage, die in der Folge als "Schloss Banz" bezeichnet wurde. 1933 erwarb die Gemeinschaft von den heiligen Engeln, die sich der Auslandsdeutschenseelsorge widmete, die einstige Klosteranlage, während die Ländereien in wittelsbachischem Besitz blieben.

Seit 1978 ist das einstige Kloster im Besitz der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung und dient ihr als Tagungsstätte. Außerdem beherbergt es eine Petrefaktensammlung, die allerdings auch zahlreiche andere Exponate wie beispielsweise ägyptische Mumien enthält.

Die Klosterkirche von Banz trägt das Patrozinium St. Dionysius und St. Petrus. Die Kirche, deren Grundstein 1710 gelegt wurde ist weithin sichtbar. Wie das Benediktinerstift Melk das Donautal, so beherrscht Banz das Obermaintal. Die besondere Bedeutung dieser Klosterkirche liegt in der Raumgestaltung durch Johann Dientzenhofer, der in genialer Weise räumliche Gegebenheiten und Begrenzungen aufgriff. Sie beeindruckt durch ihre besondere Raumwirkung.

Bedeutende Benediktiner aus Kloster Banz

Literatur

  • Günter Dippold: Kloster Banz. Natur, Kultur, Architektur. Obermain Buch- und Bildverlag, Staffelstein 1991, ISBN 3-9801257-3-4.
  • Hans-Werner Alt: Kloster Banz. Verlag Langewiesche, 5., revidierte u. erweiterte Aufl. Königstein i. Ts. 2013, ISBN 978-3-7845-0195-6.

Weblinks

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