Kloster Rupertsberg (Bingerbrück)

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Kloster Rupertsberg

Das Kloster Rupertsberg ist ein von Hildegard von Bingen (1098-1179) gegründetes und im 30-jährigen Krieg zerstörtes Kloster. Die heutige Äbtissin des Klosters in Eibingen trägt den Titel "Äbtissin von Eibingen und Rupertsberg".

Geschichte

Ursprünglich wohnte Hildegard und weitere Nonnen in einem Gemeinschaftskloster auf dem Disibodenberg. Einer Vision nachkommend wählte Hildegard den Rupertsberg, bei dem damals selbständigen Ort Bingerbrück, als neues Domizil bei der Ruine der Kapelle des hl. Rupertus.

Zwischen 1147 und 1151 zogen Hildegard und ihre Anhängerinenn auf den Rupertsberg und begannen den Bau des Klosters über dem Grab des hl. Rupertus. Dieses Kloster, das nach alten Abbildungen einer Burg glich, lag oberhalb des Rheins, in der Nähe des Zusammenflusses von Nahe und Rhein.

Dieses imposante Kloster hatte auch eine Kirche und bot für 50 Nonnen Platz. Desweiteren waren Räumlichkeiten für zwei Priester, Diener und Dienerinnen und sieben hilfsbedürftige Frauen vorhanden. Die Einrichtung der Arbeitsräume kann man für die damalige Zeit als modern bezeichnen, da sie beispielsweise über eine Wasserversorgung verfügten.

Die 1152 durch den Erzbischof Heinrich von Mainz konsekrierte Klosterkirche war 30 Meter lang und 11,35 Meter breit. Sie barg in einer Gruft unter dem Chor die Reliquien des hl. Rupertus und seiner Mutter Berta.

Im Jahr 1177 beschrieb Wibert von Gembloux das Kloster folgendermassen:

Dieses Kloster ist nicht von einem Kaiser oder Bischof, einem Mächtigen oder Reichen der Erde, sondern von einer armen, zugezogenen, schwachen Frau gegründet worden. Innerhalb kurzer Zeit, seit 27 Jahren hat es sich sowohl dem monastischen Geist als auch dem äußeren Aufbau nach so hoch entwickelt, dass es nicht durch prunkvolle, aber durch stattliche und geräumige Gebäude ... in allem wohl bestellt ist.

Das Kloster wurde im Laufe des 30-jährigen Krieges (1632) zerstört. Die in der Kirche verwahrten Reliquien der ersten Klostervorsteherin Hildegard wurden in das ebenfalls durch Hildegard gegründete Kloster in Eibingen überführt. Das Klostergut wurde dann von Eibingen aus betreut.

Einer altlen Beschreibung zu Folge war der gesamte Klosterbezirk von einer Ringmauer umgeben. Über die Zuordnung der verschiedenen Gebäude läßt sich folgendes ausmachen: Vom südlichen Seitenschiff aus gelangte man über Stufen in den tieferliegenden Kreuzgang. Um den Kreuzgang herum waren die Prälatur, das Konventgebäude, das Dormitorium, das Kapitelhaus und die Klosterschule angeordnet. Südwestlich vom Kreuzgang lag der Friedhof mit der Michaelskapelle. In Urkunden werden im Klosterbezirk noch andere Gebäude erwähnt: das Sommerhaus, das Propsthaus mit dem "Patersgarten", das Gästehaus.

Im Klosterbereich lag ebenfalls der Konventgarten, von dem zwei Morgen als Weingarten angelegt waren. Gesindehaus und Wirtschaftsgebäude fehlten ebenfalls nicht. Von den Wirtschaftsgebäuden innerhalb der Klostermauern führte ein Tor nach Weiler, wo sich der Meierhof des Klosters befand. Eingebaut in die Klostermauer, also von beiden Seiten zugänglich, war die Nikolauskapelle, und nahe bei dieser Kapelle lag die Klosterpforte mit der Pförtnerwohnung.

Die Klosterruine auf den Rupertsberg war noch bis in das 19. Jahrhundert vorhanden. Für den Bau einer Eisenbahnlinie sprengte man dann 1857 die Felsen. Von der Klosterruine sind noch fünf Arkaden der Klosterkirche erhalten. Sie wurden in einen Neubau, das heutige "Würthsche Haus" integriert.

Desweiteren sind noch Kellergewölbe erhalten, die heute unter den Namen Rupertsberger Gewölbe bekannt sind und der "Rupertsberger Hildegard-Gesellschaft" als Veranstaltungsort dienen.

Siehe auche

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