Lässliche Sünde

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Eine lässliche Sünde ist eine Sünde, die (im Gegensatz zur Todsünde) nicht zum völligen Verlust der Heiligmachende Gnade (des göttlichen Lebens im Getauften) führt. Sie ist kein geistlicher Tod, sondern eine Verwundung der Seele.[1] Sie stellt eine sittliche Unordnung dar, welche die göttliche Tugend der Liebe in uns schwächt, aber nicht völlig zerstört.

Lässliche Sünden müssen daher auch nicht unbedingt gebeichtet werden, es wird jedoch geraten auch diese Sünden zu beichten.

Eine lässliche Sünde liegt vor, wenn

  • das Bösen nicht voll bewusst (wissen) war oder
  • etwas nicht voll freiwillig (wollen) geschah (innerer/äußerer Zwang),
  • es sich nicht um eine gewichtige Sache (wichtig) handelt,

Das eigene Gewissen ist bei der Erforschung der Schwere der Schuld maßgeblich.

Die lässliche Sünde wird manchmal auch als "leichte Sünde" bezeichnet. Dieser Begriff ist etwas irreführend und sollte daher vermieden werden sollte. Jede Sünde, auch die kleinste, ist eine Handlung gegen Gott, und daher niemals eine leichte Sache.

Erklärend

Man begeht eine lässliche Sünde, wenn man in einer weniger wichtigen Sache sündigt, z. B. wenn man etwas von geringerem Werte stiehlt.

Manche sündigen zwar in einer wichtigen Sache; aber sie erkennen nicht klar, dass es sich um eine wichtige Sache handelt, oder sie willigen nicht voll ein: auch sie begehen nur eine lässliche Sünde.

Die lässlichen Sünden sind verschieden groß, wie es auch kleine und große Wunden gibt. Eine lässliche Sünde ist z. B. um so größer, je klarer wir sie erkennen und je freiwilliger man zustimmt. — Wenn man etwas nicht als Sünde erkennt oder es nicht will, sündigt man überhaupt nicht.

Auch lässliche Sünden sind ein Unrecht gegen den unendlich heiligen Gott und gegen unsern gütigen Erlöser. Sie sind eine Nachlässigkeit und ein Undank gegen unsern himmlischen Vater. Darum soll man sich bemühen, auch die lässlichen Sünden zu meiden.

Auch lässliche Sünden schaden, besonders wenn man sie mit Überlegung begeht. Sie bringen den Menschen um viele Gnaden und schwächen die Liebe zu Gott und die Freude am Guten; sie bringen uns in Gefahr, eines Tages auch schwere Sünden zu begehen.

Die lässlichen Sünden ziehen zeitliche Strafen nach sich. Gott straft uns für sie auf Erden und, wenn wir sie nicht in diesem Leben abbüßen, einst im Fegfeuer.[2]

Lehramtliches

Johannes Paul II.

Anmerkungen

  1. Katholischer Katechismus der Bistümer Deutschlands 1955# 82. Die lässliche Sünde.
  2. 82. Die lässliche Sünde.
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