Lateran

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Koordinaten: 41°53′9″ N 12°30′22″ E

Lateranbasilika, Außenansicht
Inschrift auf der Portalsäule
Innen
Heilige Pforte

Der Lateran (San Giovanni in Laterano - „Omnium Ecclesiarum urbis et Orbs mater et caput – die Mutter und Haupt aller Kirchen der Stadt und des Erdkreises“) ist ein extraterritorialer Teil des Vatikanstaats. Der wichtigste Teil des Laterans ist die Lateranbasilika, die Kathedrale des Papstes als Bischof von Rom.

Sie ist die "Mutter aller Kirchen", da dort schon seit der Zeit des Kaisers Konstantin die Päpste wirkten. Konstantin selbst soll die Kaiserbasilika (Königshalle) dem Papst geschenkt haben, die so zur ersten öffentlichen Bischofskirche überhaupt wurde. Die Lateranbasilika gehört zu den vier Patriarchalkirchen bzw. zu den sieben Pilgerkirchen von Rom.

Neben der Basilika gehören auch noch das Baptisterium, die Reste des alten Papstpalastes (aus der Zeit vor dem Exil in Avignon) mit der Scala Santa, der Papstkapelle Sancta Sanctorum und dem Leonischen Triclinium zum heutigen Lateranpalast.

Die Lateranbasilika ist die "Mutter und Haupt der Kirchen in der Stadt Rom und des ganzen Erdkreises" (Omnium Urbis et orbis Ecclesiarum Mater et Caput). Die Inschrift steht an der Bischofskirche des Bischofs von Rom, des Papstes. Sie steht rechts und links des Haupteingangs zweimal in eingemeißelten Medaillons, versehen mit zwei Symbolen für die Päpstliche Gewalt, den Schlüsseln und der Tiara.

Geschichte

Die Lateranbasilika wurde zur Zeit von Konstantin im 4. Jahrhundert erbaut. Im Laufe der Jahrhunderte gab es immer wieder Veränderungen und Beschädigungen. 1586 baute Domenico Fontana die nördliche Vorhalle. Im 17. Jahrhundert startete Papst Innozenz X. (1644- 1655) wegen des Heiligen Jahres im Jahre 1650 durch Francesco Borromini eine Modernisierung und ließ im Inneren der Basilika die Barockkunst einziehen.

1734 bis 1736 bekam die Kirche unter Alessandro Galilei eine neue Hauptfassade. Papst Leo XIII. ließ schließlich im 19. Jahrhundert eine neue Apsis erbauen. Diese wurde von Virginio Vespignani entworfen und von seinem Sohn Francesco bis 1884 ausgeführt. In der Basilika gibt es sehr viele Grabmäler, die alle von Borromini stammen, soweit sie vor 1650 errichtet wurden. Unter anderem sind die Päpste Sergius IV. und Alexander III. in der Basilika begraben.

Kunst

Die Kirche, die 130 Meter lang ist, wirkt auf dem ersten Blick etwas kühler und weit schlichter als die anderen Patriarchalkirchen. Von den fünf Eingängen ist der Eingang ganz rechts die Porta Santa, die nur in heiligen Jahren geöffnet wird.

Von Bedeutung ist die Hauptfassade. Diese zweigeschossige Fassade wird von sechs durchgehenden Pfeilern, die eine Eingeschossigkeit vortäuschen, in fünf vertikale Abschnitte gegliedert, von denen jeder ein rechteckiges Portal und eine rundbogige Loggia aufweist.

Das Hauptportal und die Mittelloggia werden noch zusätzlich durch Säulen hervorgehoben. Auf der Balustrade befinden sich 15 bis zu 7 Meter hohe Statuen, darunter Christus, Johannes der Täufer, Johannes und Johannes der Evangelist. In der Vorhalle befindet sich eine Statue von Kaiser Konstantin.

In der Mitte des Querhauses steht der Papstaltar. In dessen oberen Teil wird hinter einem vergoldeten Holzgitter ein hölzerner Altar verehrt, auf dem die ersten 33 Päpste von Petrus bis zu Silvester I. die Hl. Messe feierten. Am Fuße des Papstaltars befindet sich die Confessio mit dem Grab von Papst Martin V. (1417-1431). Über dem Altar befindet sich ein Baldachin aus dem Jahre 1367, in dem der Legende nach die Häupter von Petrus und Paulus aufbewahrt werden.

In der alten Sakristei kann man das Bild "Verkündigung Mariens" von Michelangelo von Marcello betrachten. Am linken Seitenschiff kann zum Kreuzgang gehen, der im 13. Jahrhundert unter Vassalletto (Vater und Sohn) entstand.