Litanei

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Eine Litanei (von gr. λιτανεύω litaneúō = flehen, bitten) ist ein Wechselgebet zwischen einem Vorbeter und der Gemeinde. Auf Anrufungen Gottes oder der Heiligen sowie auf Bittrufe mit Gebetsanliegen folgen gleichbleibende Antworten der Gemeinde.

Inhaltsverzeichnis

Aufbau und liturgischer Ort

Kurze Kyrie-Litaneien gehören zur Liturgie der Heiligen Messe und des Stundengebetes. Einige moderne Kyrie-Litaneien sind durch Anrufungen und Bitten, die zur Tagesliturgie oder zur liturgischen Festzeit passen (Tropen), erweitert; die Gemeinde antwortet mit Kyrie eleison und Christe eleison.[1] Die Allerheiligenlitanei ist Bestandteil der Osternachtsliturgie und vieler Segnungen und Weihen sowie der Ordensprofess.

Eine Litanei beginnt gewöhnlich mit einer kurzen Kyrie-Litanei: „Herr, erbarme Dich (unser)!“ „Christus, erbarme Dich (unser)!“ „Herr, erbarme Dich (unser)!“ Es folgen zwei weitere Anrufungen Christi: „Christus, höre uns!“ „Christus, erhöre uns!“ und schließlich die Anrufung der drei göttlichen Personen, des Vaters, des Sohn, des Heiligen Geistes und der ganzen Heiligsten Dreifaltigkeit mit der Antwort: „Erbarme Dich unser!“ Bei den Anrufungen der Heiligen einschließlich Mariens lautet die Antwort: „Bitte für uns!“ Bei den litaneiartigen Bitten im zweiten Teil der meisten Litaneien antwortet die Gemeinde „Wir bitten Dich erhöre uns!“, "Erlöse uns, o Herr!" oder ähnlich.

Geschichte

Litaneiartige Gebete und Gesänge sind in vielen Religionen bekannt. Die christlichen Litaneien gehen auf jüdische Vorbilder zurück. Zu den ältesten und wichtigsten christlichen Litaneien gehört die Allerheiligenlitanei. Sie ist eine Mischform aus Anrufungs- und Anliegenlitanei.

Im 16. Jahrhundert war eine Blütezeit selbständiger Anrufungs-Litaneien, darunter die Lauretanische Litanei (1587 approbiert). Die Zahl der Litaneiformulare wuchs stark an, die zum Teil Ausdruck schlechten Geschmacks oder Resultat einer wenig erleuchteten Frömmigkeit waren. Daher liess Papst Klemens VIII. am 6. September 1601 durch das Heilige Offizium das strenge Dekret Quoniam multi erlassen, nach dem ausschließlich die alten im Brevier, in den Messbüchern, in den Pontifikalien und Ritualien enthaltenen sowie die Lauretanische Litanei als gebilligt galten (vgl. Magnum Bullarium Romanum III, Lyon 1656, 1609).[2] Päpstlich für den gottesdienstlichen Gebrauch approbiert wurden später die Litanei vom Namen Jesu (1886), vom Herzen Jesu (1899), vom heiligen Joseph (1909) und vom kostbaren Blut (1960). Mit dem Codex iuris canonici von 1983 sind diese Beschränkungen weggefallen.

Biblische Litaneien

Litaneien der christlichen Tradition

Die folgenden Litaneien haben die Kirchliche Druckgenehmigung durch einen Ordinarius erhalten, die im jeweiligen Artikel angegeben ist. Diese Genehmigung und dike Unterscheidung zwischen liturgischem und privatem Gebrauch ist jedoch seit der Kirchenrechtsreform von 1983 nicht mehr erforderlich.

Litaneien für den liturgischen Gebrauch

Litaneien für den privaten Gebrauch

Trinitarisch und christologisch geprägte Litaneien

Marianische Litaneien

Litaneien zu Heiligen und in Anliegen

Litaneien im Gotteslob

  • Litanei von der Gegenwart Gottes (Gotteslob 557, Text: Huub Oosterhuis)
  • Litanei vom Heilswirken Gottes (Gotteslob 558, Text: Josef Seuffert)
  • Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit (Gotteslob 560, nach Christus vincit)
  • Jesus-Litanei (Gotteslob 561)
  • Litanei von der Anbetung Jesu Christi (Gotteslob 562)
  • Marienlob-Litanei (Gotteslob 567)
  • Grüssauer Marienrufe ("Mutter Gottes, wir rufen zu dir", Gotteslob 568)

Ablassmöglichkeit

Ein vollkommener Ablass wird unter den gewöhnlichen Bedingungen demjenigen Christgläubigen gewährt, der approbierte Litaneien in frommer Gesinnung betet (vgl. Enchiridion indulgentiarum 1999).

Quellen von Litaneien

Weblinks

Anmerkungen

  1. Beispiele: Gotteslob 162- 165
  2. Direktorium über die Volksfrömmigkeit und die Liturgie, Anmerkung 249.
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