Margot Käßmann

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Margot Käßmann 2009

Margot Käßmann, geborene Schulze (* 3. Juni 1958 in Marburg an der Lahn) ist eine deutsche evangelisch-lutherische Theologin und stand als Landesbischöfin an der Spitze der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers (mit dem Gebietsbestand des ehemaligen Königreichs Hannover, im heutigen Bundesland Niedersachsen, mit etwa 3 Mio. Kirchenglieder).

Vom 28. Oktober 2009 bis zum 24. Februar 2010 bekleidete Käßmann das Amt der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Wegen einer Trunkenheitsfahrt trat sie am 24. Februar 2010 (am Fest des hl. Matthias) von allen höheren Kirchenämtern zurück. Sie erntete dadurch öffentliche Anerkennung. Im SPIEGEL-Interview wies sie Nachfragen, mit wem sie am fraglichen Abend unterwegs war, zurück.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Nach dem Abitur 1977 an der Elisabethschule in Marburg studierte die Tochter aus kleinbürgerlichem Milieu ambitioniert evangelische Theologie in Tübingen, Edinburgh, Göttingen und Marburg mit einem Stipendium des Evangelischen Studienwerks Villigst. Während des Studiums nahm sie unter anderem 1978 an mehrwöchigen archäologischen Ausgrabungen in Akko (Israel) teil.

Im Alter von 25 Jahren wurde sie 1983 Vikarin in Wolfhagen bei Kassel, 1985 ordiniert. Sie war früh verheiratet, ist Mutter von vier Töchtern und von ihrem Ehemann, der als evangelischer Theologe, linksliberal-bürgerlicher Herkunft keine Karriere gemacht hatte, geschieden. Margot Kässmann vertritt eine gemäßigte Linie liberaler Theologie, verfügt über ein gutes Gespür für Trends, auch innerkirchlich, und artikuliert ihre Positionen zugunsten eines wiederbelebten Protestantismus akzentuiert und für das Publikum plausibel. Käßmann betont ihre ökumenische Aufgeschlossenheit.

Ökumene

Im Gratulationsschreiben des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch anlässlich der Wahl Margot Kässmanns zur EKD-Ratsvorsitzenden heißt es: Der Rat darf zuversichtlich sein, dass er unter Ihrer Leitung seinen kirchlichen Dienst in den kommenden sechs Jahren in glaubenstreuer, wacher, kluger und kompetenter Weise verrichten wird. Weiterhin rief der Freiburger Erzbischof die neue Ratsvorsitzende auf, gemeinsam den ökumenischen Dialog weiter zu entwickeln. In einer pluralen Gesellschaft stünden Christen vor vielfältigen Herausforderungen. Viele davon beträfen die evangelische und katholische Kirche gemeinsam. Ich lade Sie herzlich ein, dass wir weiter - wie in den letzten Jahren - an der Zukunft der Ökumene arbeiten, so Zollitsch.

Empfängnisverhütung

Die evangelische Theologin im Vorruhestand proklamierte beim 2. Ökumenischen Kirchentag im Münchner Liebfrauendom am 13. Mai 2010 die Pille als Geschenk Gottes. Wer sich gegen Kinder- und Müttersterblichkeit sowie die Überbevölkerung engagieren wolle, wird für Geburtenkontrolle, für einen offenen Zugang zu Verhütungsmitteln eintreten, bekannte Käßmann in einem ökumenischen Frauengottesdienst.[1] Sie ignoriert dabei den Stand der Wissenschaft, die sich gegenüber der Pille auch kritisch äußert (siehe auch: Humanae vitae), ohne die etablierten Lebensgewohnheiten aber noch kanalisieren zu können.

Wirkung

Zahlreiche Auftritte in Fernsehsendungen und Talkshows, eine stets große Zuhörerschar bei ihren öffentlichen Auftritten sowie die hohen Verkaufszahlen ihrer zahlreichen Bücher sind ein Indiz für ihre Popularität. Das Einfließen von persönlichen Ereignissen wie ihr Ehedrama und die Überwindung ihrer schweren Erkrankung ist dabei nicht auszuschließen.

Veröffentlichungen

Margot Käßmann

Weblinks

Anmerkungen

  1. Pille sei ein Geschenk Gottes, Kath.net am 13. Mai 2010
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