Maria Bernarda Bütler

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Maria Bernarda Bütler

Maria Bernarda (Verena) Bütler (*28. Mai 1848 in Auw, Kanton Aargau; † 19. Mai 1924 in Cartagena, Kolumbien) ist eine Schweizer Ordensfrau und Ordensgründerin und Heilige. Ihr liturgischer Gedenktag ist der 19. Mai.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Maria Bernarda Bütler wurde als viertes von acht Kindern der Familie Heinrich und Katharina Bütler-Bütler geboren und am gleichen Tag auf den Namen Verena getauft. Sie wuchs in einer bodenständigen, frommen Bauernfamilie auf. In ihrer Autobiographie, die sie später im Auftrag ihres Beichtvaters niederschrieb, beschreibt sie ihren Vater als milden, friedlichen, fleissigen und von allen geachteten Bauer. Er war gerecht gegen jedermann, treu seinen Christenpflichten und ein vorbildlicher Vorbeter des Familienrosenkranzes. Ihre Mutter beschreibt sie als eine echte und tüchtige Hausfrau, wohltätig und gastfreundlich, und als eine grosse Muttergottesverehrerin die alljährlich nach Einsiedeln pilgerte.

Schon früh entschloss sich das Mädchen, seiner Ordensberufung zu folgen und machte einen ersten Versuch im Theodosiusinstitut in Menzingen. Ihr gefiel es dort sehr, aber in der Hl. Messe vernahm sie unmissverständlich das Wort: "Nicht hier ist dein Platz, kehre heim!"

Pfarrer Sebastian Villiger, seit kurzer Zeit der Pfarrer ihres Heimatdorfes, wurde ihr Seelenführer. Er teilte Verena mit, der Bischof von St. Gallen, sein ehemaliger Lehrer Dr. Karl Johann Greith, suche Leute fürs arme und überalterte Kloster Maria Hilf im Rheintal.

Maria Bernarda trat mit 19 Jahren, am 12. November 1867, ins klausurierte Kapuzinerinnenkloster Maria Hilf in Altstätten SG ein. 1869 wurde sie eingekleidet und erhielt den Namen Schwester Maria Bernarda vom heiligsten Herzen Mariä. Im September 1879 wurde sie Novizenmeisterin, und am 18. Oktober 1880 wurde Schwester Maria Bernarda Bütler zu Frau Mutter gewählt, erst 32-jährig, eine der jüngsten Schwestern.

Infolge des Kulturkampfes war die Schwesternzahl des Klosters begrenzt, und weil es mehr Anwärterinnen gab, als das Kloster aufnehmen durfte, wanderte Bernarda am 19. Juni 1888 mit sechs Schwestern - unter anderem der seligen Sr. Caritas Brader (†1943) - nach Ecuador aus. Der dortige Oberhirte von Puertoviejo bat die Schestern in seiner Diözese missionarisch zu wirken.Dort gründete Bernarda Bütler noch im selben Jahr die Kongregation der Franziskaner-Missionsschwestern von Maria Hilf. Sie wirkten dort vor allem in der Krankenpflege und im Schulwesen. Als in Ecuador die Revolution tobte und eine Katholiken-Verfolgung ausbrach, flüchteten die Schwestern 1895 nach Cartagena im Norden Kolumbiens, wo sie von Bischof Biffi aufgenommen wurden.

Ihre Ordensgemeinschaft verbreitete sich in den folgenden Jahren in Kolumbien und Brasilien. Als Brücke zur Heimat gründeten die Schwestern auch ein Kloster in Gaissau im Vorarlberg (Österreich). Es gibt rund 800 Schwestern der Kongregregation u.a. in Venezuela, Ecuador, Kolumbien, Peru und Kuba.

Am 19. Mai 1924 starb Sr. Maria Bernarda Bütler nach einem reich erfüllten Leben in Cartagena und wurde dort begraben.

Selig- und Heiligsprechung

Maria Bernarda Bütler wurde im Pontifikat Johannes Pauls II. am 29. Oktober 1995 seliggesprochen. Papst Johannes Paul II. sagte dabei:

Mit aller Entschlossenheit löste sie sich von allem und wagte ihr Leben für Christus, denn ihr grösster Wunsch ist es, den Herrn bis an die Enden der Erde zu verkünden. Sie verlässt für immer die Schweiz, um sich in den Dienst der Kirche zu stellen, zuerst in Ecuador und dann in Kolumbien, wo sie die Leiden der Bevölkerung, insbesondere der Armen, Kranken und der Ausgegrenzten, zu lindern versucht. In dem letztgenannten Land gründet sie die Kongregation der Franziskaner Missionsschwestern von Maria Hilf, denen sie die wesentliche Aufgabe hinterlässt, sich für die Rettung der Menschen und für die Anerkennung ihrer Würde als Gotteskinder einzusetzen… Im Mittelpunkt von Maria Bernardas Leben steht die Liebe.

Papst Benedikt XVI. sprach sie am 12. Oktober 2008 in Rom heilig.

Literatur

Weblinks