Maria Columba Schonath

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Maria Columba Schonath OP (Maria Anna; * 11. Dezember 1730 in Burgellern, nahe Scheßlitz; † 3. März 1787 in Bamberg) war eine Nonne und stigmatisierte Mystikerin aus dem Heilig-Grab-Kloster in Bamberg.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Die gottselige Schwester Maria Columba Schonath wurde als Tochter des Müller-Ehepaars Johann Georg Schonath und Katharina, geborene Popp, in Burgellern, bei Scheßlitz östlichvon Bamberg geboren. Das Mädchen wurde auf den Namen Maria Anna, in der Pfarrkirche zu Scheßlitz getauft; sie wurde Marianne genannt.

Durch nicht nachvollziehbare Situationen wurde sie von ihrem ersten bis zu ihrem achten Lebensjahr im Ort Daschendorf bei ihrer väterlichen Großmutter erzogen und zeichnete sich schon in frühen Kindesjahren durch eine tiefe Frömmigkeit aus. Zurück in Burgellern - 1738 - konnte die Mutter sie nur noch bis zu ihrem 12 Lebensjahr betreuen. Die Mutter verstarb 1742 im Alter von 37 Jahren.

Am 27. Mai 1753 trat Marianne in das Kloster-Heilig-Grab zu Bamberg ein, 23 Jahre alt, sie erhielt bei ihrer Einkleidung die selige Dominikanerin Columba von Rieti als Namenspatronin und den Namen Maria Columba; ´Columba´ bedeutet ´Taube´. Am 24. September 1754 legte sie die feierlichen Gelübde als Laienschwester ab. Im Jahr 1763 ist die Übernatürlichkeit und der Leidenszustand Columbas aufgefallen. Am 9. Dezember sah man die hl. fünf Wunden der Kreuzigung Jesu an ihrem Leib. Fürstbischof Adam Friedrich Graf von Seinsheim (1757 - 1779) anerkannte die Stigmatisation Columbas als echt. Am 24. September 1764 wurde Columba zur Chorfrau ernannt und kurze Zeit später wieder in den Stand der Laienschwester zurückversetzt. Zeitlebens hatte Columba Trost in den hl. fünf Wunden Jesu gesucht und ihre Leidensweg wurde am 3. März 1787 vollendet im Rufe der Heiligkeit. Ihr Grab befindet sich in der Klosterkirche zum Heiligen Grab in Bamberg.

Grabkapelle
Grablege

Grablegen

Nach dem Tode Columbas, der laut Hausarzt des Klosters auf Herzwassersucht beruhte, wurde die Laienschwester "Um den Zusammenfluß des Volkes zuvermeiden" wurde auf Anordnung der Oberen in der 5ten Morgenstunde Columba Schonath in aller Stille in der Klostersepultur bestattet.

Die Auflassung des Klosters samt Kirche ließ das Grab unbehelligt. 1815 sollte in der Kirche Depot für das bayerische Husarenregiemnt eingerichtet werden. die pensionierte Klosterfrau Martha Fischer, wollte nun wenigstens den Schädel Columbas sicherstellen. Ein Maurergeselle Georg Rieger öffnete während der Mittagszeit am 3. Dezember 1815 das Grab und schnitt (?) den Kopf ab und übergab diesen der Nonne mit einen Stück des Scapuliers und einen Teil des Ledergürtels.

Fischer bleichte nun den Schädel und brachte diesen zum Goldarbeiter Karl Herbig um diesen Schädel fassen zu lassen. Nachdem Fischer auch noch erklärte um welchen Schädel es sich handele wurde der Schädel durch die Margaretha Herbig, geborene Schonath - eine Nichte der Klosterschwester - einbehalten.

Erst damit wurde die frevlerische Öffnung des Grabes offiziell bekannt, gegen Martha Fischer wurde eine Untersuchung veranlaßt. Der Schädel wurde unter Aufsicht deds Polizeidirektors von Abel durch den Pfarrer von St. Martin, Kaspar Fraas, wieder der urprünglichen Grablege am 4. Juli 1816 übergeben.

Mußsche Gruft
Erinnerungstafel an der Mußschen Gruft

Gerüchte nach 1855 aus der Heiliggrab-Kaserne und der dort befindlichen 6. Chev.-Regiments veranlaßten die Verwandten von Colmba Schonath im Pfarramt St. Gangolph vorstellig zu werden mit der Bitte um Exhumierung und Ueberführung der sterblichen Überreste auf den Friedhof zu gestatten.

So wurden die sterblichen Überreste 1858 in der Posthlater Mußśchen Gruft in der 2. Abteilung des Bamberger Friedhofs beiegsetzt.

Nachem das aufgelöste Kloster Heilig-Grab im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts wieder seiner ursprünglichen Funktion zurückerhielt wurden auch die sterblichen Überreste von Columba Schonat 1928 in die Kirche rücküberführt.

Das Bild einer knieenden betenden Nonne in der Grabkapelle der Heilig-Grab-Kirche ist nicht identisch mit dem Aussehen Columbas. Von Ihr existieren keine Portraits

Columba-Schonat-Bund

Dieser Bund, in dem sich um 1923 Leute zusammenfanden, die sich zu ihrem Ziel setzten, Columba Schonath im Zuge eines Seligsprechungsprozesses zu Ehren der Altäre erheben zu lassen.

Diese Gemeinschaft ist seit einigen Jahren ein eingetragener Verein und die Verhandlungen zur Seligsprechung wurden 1999 eingeleitet. Der "Columba-Schonath-Bund" welcher nicht nur Veröffentlichungen zum Leben von Columba Schonath hersusgibt informiert auch durch das Faltblatt "Botschaft der Liebe" ihre Mitglieder und Freunde.

Seligsprechung

Das Erzbistum Bamberg bemüht sich um die Seligsprechung von Columba Schonath seit 1999. Zu diesen Seligsprechungsprozeß ernannte Erzbischof Karl Braun Prof. Dr. Reinhold Ortner zum Diözesanpostulator. Unter Erzbischof Ludwig Schick wurde eine erzbischöfliche Kommissiom zur Seligsprechung eingerichtet, um die diözesane Stufe des Prozesses voranzubringen.

Literatur

  • Johannes Maria Höcht, Träger der Wundmale Christi, Eine Geschichte der Stigmatisierten, Hsgr. und ergänzt von Arnold Guillet Christiana Verlag 2004, S. 270-280 (6. Auflage; 624 Seiten; Imprimatur Solothurn, den 21. April 2004 P. Dr. Roland-B. Trauffer OP, Generalvikar; ISBN 3-7171-0596-5)
  • Novene zur gottseligen Schwester Maria Columba Schonath: [Dominikanerin vom Heilig-Grab-Kloster, Bamberg], Münsterschwarzach. 1987. 36 S.
  • Anton Schuster, Alt-Bamberg, Band 2, Seite 69f
  • Norbert Jung, "Maria Anna Schonath - Von der Müllerstochter aus Burgellern zur Mystikerin" in Heimat Bamberger Land Nr.1/2010, Seite 3ff

Weblinks

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