Maria Theresia Scherer

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Maria Theresia Scherer SCSC (* 31. Oktober 1825 in Meggen, Schweiz; † 16. Juni 1888 in Ingenbohl, Schweiz) war Mitbegründerin und Generaloberin der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz in Ingenbohl (Ingenbohler Schwestern). Sie wurde seliggesprochen. Ihr liturgischer Gedenktag ist der 16. Juni. Sie ist mit Ulrika Nisch Patronin der Kreuzschwestern (von Ingenbohl am Vierwaldstättersee).

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Maria Theresia Scherer wurde als viertes von sieben Kindern der Bauersleute Kar! und Maria Sigrist im Kanton Luzern in der Schweiz geboren und auf die Namen Anna Maria Katharina getauft. Mit sechs Jahren verlor sie den Vater und wurde dann bis zum 16. Lebensjahr von Verwandten aufgezogen. Hierauf kam sie als Hausgehilfin in das Luzerner Spital. Die Begegnung mit dem Kapuziner P. Theodosius Florentini am 5. Oktober 1844 wirkte sich entscheidend auf ihren weiteren Lebensweg aus. Sie trat 1845 in das Institut der Menziger Lehrschwestern ein. Sie machte das Lehrerinnen-Examen, übte hierauf eine Zeit lang den Beruf einer Lehrerin aus, widmete sich dann aber ganz den Kranken und Armen. Im Jahre 1850 kam sie nach Näfels und baute dort ein Haus für Waisenkinder und Arme. 1852 übernahm sie die Leitung des neuen Kreuzspitals in Chur.

Im Jahre 1856 gründete Sr. Maria Theresia, wie sie seit ihrer Einkleidung genannt worden war, zusammen mit vier Mitschwestern unter der geistlichen Leitung durch P. Theodosius Florentini die Kongregation der "Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz" mit dem Mutterhaus in Ingenbohl. Sie wurde deren Generaloberin und blieb dies bis zu ihrem Tod. Die "Kreuzschwestern" eröffneten und leiteten unter der Führung von Sr. Maria Theresia Waisenhäuser, Altenheime, Schulen und Spitäler.

Beim Tod der Gründerin zählte ihr Institut bereits 1689 Schwestern in 422 Häusern. Um 2000 zählt die Kongregation der «Kreuzschwestern» rund 5300 Schwestern in 500 Niederlassungen in der Schweiz, in Österreich, Deutschland, Italien, Tschechien, Slowakei, Kroatien und Ungarn sowie in den USA.[1]

Seligsprechung

Maria Theresia Scherer wurde zusammen mit den Schweizerinnen Maria Bernarda Bütler und Marguerite Bays durch Papst Johannes Paul II. am 29. Oktober 1995 in Rom seliggesprochen. Dabei sagte er bei der Seligsprechungsfeier: "Maria Theresia Scherer hat den guten Kampf gekämpft. Durch ihr Leben und Wirken ruft sie uns die wesentliche Stellung des Geheimnisses des Kreuzes in Erinnerung, durch das Gott seine Liebe kundtut und der Welt das Heil schenkt. Durch den Glauben, die Hoffnung und die Liebe hat der Mensch in seiner ganzen Existenz Anteil am Geheimnis des Kreuzes des Erlösers und gewinnt so Anteil am Geheimnis der Auferstehung. Das Kreuz hat ebenso eine kosmische Weite; es erhebt das ganze Universum zu Christus, dem Herrn der Geschichte. Seit ihren frühesten Lebensjahren zeigte Maria Theresia eine innere Verfügungsbereitschaft für die Gnade, die sie bisweilen zu schweren Entscheidungen verpflichtet hat, um dem Aufruf zu antworten, den der Herr ihr durch seine Kirche übermittelt hat. Die Dynamik ihrer Persönlichkeit und ihre Lebendigkeit sind indessen kein Gegensatz zu ihrem tiefen Glauben und zu den moralischen Erfordernissen, die ihrem Handeln zu Grunde lagen; ganz im Gegenteil setzte sie alle ihre Talente ein, um sie vollkommen zu entwickeln und fruchtbar werden zu lassen in ihrem persönlichen Leben sowie für die Sendung, die sie für ihre Schwestern und Brüder zu erfüllen berufen war. Nachdem sie die Leiden und das Schicksal der Kranken wahrgenommen hatte, entschloss sie sich, ihr Leben dem Herrn zu weihen durch das Ordensleben in der Gemeinschaft der "Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz von Ingenbohl", die sie gegründet hatte, zunächst für den Dienst an der Jugend, dann für den Dienst an den Ärmsten und den Entrechteten, so dass sie schließlich "Mutter der Armen" genannt wurde. Maria Theresia erkannte, dass der Gehorsam "der schnellste Weg ist, um zum Gipfel der Vollkommenheit zu gelangen". Darin fand sie das wahre Glück, dass sie aus ihrem Leben ein Liebesgeschenk für den Herrn und für die von ihm bevorzugten Armen machte.
Maria Theresia bleibt für uns Beispiel. Ihre innere Kraft erwuchs ihr aus ihrem geistlichen Leben; sie verbrachte viele Stunden vor dem Allerheiligsten, wo der Herr seine Liebe allen mitteilt, die in enger Verbundenheit mit ihm leben. Je mehr ihr inneres Leben wuchs, desto sensibler wurde Maria Theresia für die Erfordernisse der Welt ihrer Zeit. In den schwierigen Zeitverhältnissen, die das Europa des 19. Jahrhunderts durchlebte, kam sie den Völkern Mitteleuropas durch ihre zahlreichen Gründungen zu Hilfe. Inmitten ihres unermüdlichen Wirkens zögerte sie nicht zu sagen, dass man "die Hand bei der Arbeit und das Herz bei Gott" haben soll. Besondere Sorge verwandte sie darauf, ihren Verpflichtungen aus der Taufe und den Ordensgelübden treu zu sein. Maria Theresia war sich darüber klar, dass die Garantie für ihre Treue darin bestand, sich der Begrenztheit ihrer Kräfte bewusst zu sein und sich ohne Unterlass dem kontemplativen Gebet und dem sakramentalen Leben hinzugeben."[2]

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

  1. Ferdinand Holböck: Die neuen Heiligen der Katholischen Kirche, Christiana Verlag Stein am Rhein 1994, Band 4, S. 215-216 (1. Auflage; Von Papst Johannes Paul II. kanonisierte Heilige, (271 S.; ISBN 3-7171-1066-7).
  2. Ferdinand Holböck: Die neuen Heiligen der Katholischen Kirche, Christiana Verlag Stein am Rhein 1994, Band 4, S. 216-217.
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