Gedächtnis der Schmerzen Mariens

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Darstellung von Paul Windhausen (Roermond) 1897, in St. Petrus (Gesmold).

Beim Gedächtnis der Schmerzen Mariens (lateinisch: Beatae Mariae Virginis Perdolentis, früher: Septem Dolorum B.M.V.; ital.: Beata Maria Vergine Addolorata) wird Maria als Mater dolorosa, als Schmerzensmutter, verehrt. Der liturgische Gedenktag wird 15. September begangen.

Die sieben Schmerzen bilden den "Gegenpol" zu den sieben Freuden Mariens. Dabei sind folgende (sieben) schmerzhaften Erfahrungen im Leben von Maria gewürdigt, davon vier im Kontext des Kreuzesopfers:

  • Die Weissagung Simeons, bei der Darstellung Jesu im Tempel, Jesus werde viel widersprochen, aber auch seiner Mutter werde "ein Schwert durch die Seele dringen" (Lk 2,35 EU).
  • Die Flucht vor dem Kindermörder Herodes nach Ägypten (Mt 2,13 EU).
  • Der Verlust des zwölfjährigen Jesus im Tempel zu Jerusalem; und die drei Tage dauernde Suche nach ihm (Lk 2,42-48 EU).
  • Die Begegnung mit ihrem Sohn auf dem Kreuzweg, dargestellt in der IV. Station des Kreuzwegs (vgl. Lk 23,27 EU).
  • Das Ausharren unter dem Kreuz Jesu (Joh 19,25-27 EU): Stabat mater dolorosa.
  • Die Kreuzabnahme Jesu, bedacht in der 13. Station des Kreuzwegs, in der Kunst dargestellt als "Pietà" (= Vesperbild, wegen der Abendstunde).
  • Die Grablegung Jesu, erinnert in der 14. Station des Kreuzwegs.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Michelangelo: Pietà, 1499, im Petersdom im Vatikan.

Schon 1423 wird auf einer Kölner Synode ein Fest der Sieben Schmerzen Mariens bzw. Septem Dolorum Beatae Mariae Virginis empfohlen, das 1667 zu feiern zunächst den Serviten erlaubt wurde, dann 1688 vom sel. Papst Innozenz XI. eingeführt und 1727 durch Benedikt XIII. für die ganze Kirche vorgeschrieben wurde. Vor allen Dingen als Bittfest für den von Napoleon 1809 gefangen genommenen Papst Pius VII. (1800-1823) fand dieses Fest weite Verbreitung. Gefeiert wurde es am Freitag nach dem ersten Passionssonntag. Parallel hatte sich am 15. September ein Gedächtnis der Schmerzen der allerseligsten Jungfrau Maria entwickelt, das 1814 von Pius VII. als Dankfest für die Rückkehr aus der napoleonischen Gefangenschaft verbindlich eingeführt wurde (vgl. auch Maria Hilf) und, unter Aufnahme des Motivs des anderen Festes, über 1970 hinaus im kirchlichen Festjahr erhalten blieb.[1] Bis zur Liturgiereform des Zweiten Vatikanums hat die Kirche zweimal im Kirchenjahr der Schmerzen Mariens gedacht: am Freitag vor Palmsonntag und am 15. September. Der zweite Festtag ist geblieben.

Literatur

Siehe auch: Marienfeste, Kibeho: Rosenkranz der sieben Schmerzen Mariens

Weblinks

Anmerkungen

  1. ZEIT ZU BETEN, Christliche Spiritualität – ein katholischer Gebetsblog
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