Maura Böckeler

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Maura Böckeler OSB OSB (* 16. Januar 1890 in Aacehn; † 29. Oktober 1971 in Rüdesheim-Eibingen) war Chorfrau der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard in Eibingen, Forscherin über Hildegard von Bingen und Schriftstellerin. .

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Maura Böckeler Maura, mit Taufnamen Theresia, wuchs in Aachen in einer kinderreichen Familie auf, deren geistiges Erbe eine tiefe, glaubensstarke Religiosität und theologische Begabung, Forschertalent und künstlerische Intuition, besonders auf musikalischem Gebiet prägte. Sie erlangte das Examen der höheren Lehrerinnen, studierte in Fouron-le-Comte (Belgien) Französisch, dann zwei Jahre an der Universität Cambridge Englisch und schloss beide Studien wiederum mit dem Exaqmen ab.

Am 28. März 1913 trat sie als als Postulantin in die Benediktinerinnenabtei St. Hildegard in Eibingen und legte am 17. November 1914 ihre feierliche Profess ab und empfing die Jungfrauenweihe. Sie erlernte autodidaktisch die lateinische und die griechische Sprache und beschäftigte sich mit der patristischen Literatur. Ermutigt und gefördert vom Abt von Maria Laach Ildefons Herwegen, widmete sich Böckeler der Erforschung der Werke Hildegards von Bingen. Ab den 1920er Jahren verfasste sie zahlreiche Beiträge, u.a. über den "Ordo virtutum" (Reigen der Tugenden bzw. Spiel der Kräfte) und den Scivias, die sie 1928, mangels einer kritischen Edition, auf der Grundlage der in Wiesbaden aufbewahrten Prachthandschrift als Erste ins Deutsche übertrug. Nachdem die Gestapo am 2. Juli 1941 die Nonnen aus dem Kloster vertrieben hatte, verbrachte Sr. Maura mit vielen ihrer Mitschwestern das Exil im Mutterhaus der Franziskanerinnen in Waldbreitbach. Dort begann sie mit Studien über deren Ordensgründerin der seliggersprochenen Mutter Maria Rosa Flesch. Als der Krieg zu Ende ging, kehrte sie nach Eibingen zurück und setzte ihre schriftstellerische Tätigkeit fort. Im Kloster übernahm sie lange Zeit als “Zelatrix” und einige Jahre als “Magistra” (Novizenmeisterin).

Werke

Monographien

  • Das große Zeichen. Die Frau als Symbol göttlicher Wirklichkeit, mit einem Geleitwort von Ildefons Herwegen, Otto Müller Verlag Salzburg 1941, 1947 (588 S.).
  • Der Tröstergeist (Christophorus-Kleinschriften : Schriften für Frauen), Christophorus-Verlag Freiburg i.Br. ; Berlin ; Düsseldorf 1948 (18).
  • Die Macht der Ohnmacht. Mutter Maria Rosa Flesch, Stifterin der Franziskanerinnen BMVA von Waldbreitbach, Matthias-Grünewald-Verlag Mainz 1962, 1963 (1./2. Auflage; Verlag Waldbreitbach Buchhandlung (340 S;; ISBN 9990786700014).

Übersetzungen

  • Der Tugenden Würde und Aufgabe. Ein Singspiel der hl. Hildegard, Übersetzung [Ordo virtutum], in Benediktinische Monatsschrift 5 (1923) 368-378.
  • St. Hildegards Lied an Maria [O virga ac diadema, Übersetzung und Erklärung], in Benediktinische Monatsschrift 8 (1926) 452-458.
  • Der heiligen Hildegard von Bingen Reigen der Tugenden. Ordo virtutum. Ein Singspiel. Mit einem Geleitswort von Abt Ildefons Herwegen, hg., übertragen und eingeleitet von der Abtei Sankt Hildegard Eibingen im Rheingau [Einführung, deutsche Übertragung mit Erläuterungen und szenischen Anweisungen von Maura Böckeler, der musikalische Teil von Pudentiana Barth], Berlin 1927.
  • Der heiligen Hildegard von Bingen Wisse die Wege. Scivias. Nach dem Urtext des Wiesbadener kleinen Hildegardiskodex ins Deutsche übertragen und bearbeitet von Maura Böckeler OSB, mit 35 Tafeln nach den Miniaturen des Kodex, mit einem Geleitswort von DDr. Ildefons Herwegen OSB, Berlin 1928 (507 S.).
  • Hildegard von Bingen: Wisse die Wege. Scivias. Nach dem Originaltext des illuminierten Rupertsberger Kodex der Wiesbadener Landesbibliothek ins Deutsche übertragen und bearbeitet von Maura Böckeler [Le.; 2., neubearbeitete Auflage], Salzburg 1954 (414 S.), 1955 (3. Aufl.), 1961 (4. Aufl.), 1963 (5. Aufl.), 1975 (6. Aufl.), 1981 (7. Aufl.), 1987 (9. Aufl.), 1996 (9. Aufl.).
  • Der heiligen Hildegard von Bingen Wisse die Wege. Scivias. Nach dem Urtext des Wiesbadener kleinen Hildegardiskodex (Handschrift 1, seit 1945 verschollen) ins Deutsche übertragen und bearbeitet von Maura Böckeler OSB, mit 35 Tafeln nach den Miniaturen des Kodex, mit einem Geleitswort von DDr. Ildefons Herwegen OSB, Sankt Augustinus-Verla Berlin 1928.
  • Der heiligen Hildegard Hymnus auf den hl. Matthias, in St. Matthiasbote 3 (1929) 281.

Aufsätze

  • “Aufbau und Grundgedanke des Ordo virtutum der hl. Hildegard”, in Benediktinische Monatsschrift 5 (1923) 300-310.
  • “Beziehungen des Ordo virtutum der hl. Hildegard zu ihrem Hauptwerke Scivias. I. Ein Rundgang durch das Gebäude des Scivias, II. Die lebendigen Beziehungen zwischen Ordo und Scivias”, in Benediktinische Monatsschrift 7 (1925) 25-44 und 135-145.
  • “Sankt Hildegard, die Prophetin vom Rupertsberg”, in Kölnische Volkszeitung 66 (1925), Nr. 453.
  • “Die heilige Hildegard als Äbtissin im Rahmen des 12. Jahrhunderts”, in Benediktinische Monatsschrift 11 (1929) 435-450.
  • “Die mystische Begabung der heiligen Hildegard”, in St. Hildegard von Bingen, die größte deutsche Frau. Festschrift zur St. Hildegardis-Jubelfeier, hg. von Johannes Kohl, Bingen am Rhein 1929, 10-22.
  • “Das Mysterium der heiligen Kirche in der mystischen Schau der heiligen Hildegard”, in Kölnische Volkszeitung (1929), Nr. 649.
  • “Die Prophetin vom Rupertsberg: Ein Lebensbild der hl. Hildegard”, in St. Matthiasbote 3 (1929) 258-263.
  • “Die Abtei St. Matthias und die hl. Hildegard von Eibingen”, in St. Matthiasbote 3 (1929) 265-280.
  • “Die Prophetin vom Rupertsberg”, in Frauenland 22 (1929) 225-232.
  • “Das Leben der Töchter St. Benedikts und dessen übernatürliche Bedeutung”, in Frauenland 22 (1929) 233-238.
  • “Der einfältige Mensch – Hildegard von Bingen”, in Hildegard von Bingen: Wisse die Wege. Scivias, übersetzt von Maura Böckeler, Salzburg 19635, 373-408.
  • “Die Gesichte der hl. Hildegard”, in Benediktinische Monatsschrift 28 (1952) 55-58.
  • “Die Ordensfrau – Die Braut Christi”, in Das Wirken der Orden und Klöster in Deutschland, 2: Die weiblichen Orden, Kongregationen und Klöster, hg. von Adam Wienand, Köln 1964, 68-87.
  • “Die Jungfrauenweihe”, in Das Wirken der Orden und Klöster in Deutschland, 2: Die weiblichen Orden, Kongregationen und Klöster, hg. von Adam Wienand, Köln 1964, 88-100.
  • “Der Anruf der Zeit”, in Das Wirken der Orden und Klöster in Deutschland, 2: Die weiblichen Orden, Kongregationen und Klöster, hg. von Adam Wienand, Köln 1964, 101-104.

Sonstiges

  • Hymnus. Ex Officio in honorem S. Hildegardis auctore Maura Böckeler OSB, in Hildegard von Bingen 1179-1979, Festschrift zum 800. Todestag der Heiligen, hg. von Anton Ph. Brück, Mainz 1979, 461.
  • Hildegard von Bingen: A megváltás tüzes műve, fordította Kemenczky Judit [Das feurige Werk der Erlösung, ungarische Übersetzung des zweiten Buches aus Wisse die Wege, übersetzt und bearbeitet von Maura Böckeler, ins Ungarische übertragen von Judit Kemenczky], Budapest 1995 (120 S.).

Unveröffentlicht

  • Das Buch vom verdienstlichen Leben. Übersetzung der 1. Vision vom Liber vitae meritorum (handgeschrieben), 1925.
  • Die Mystik der hl. Hildegard in ihrem Werk Wisse die Wege.
  • Die Posaune Gottes. Meisterin Hildegard vom Rupertsberg (handgeschrieben).
  • Hildegards Heiligkeit. Nachgewiesen aus ihrem Leben und ihren Schriften (Maschinenschrift) 1935.[1]

Literaur

  • Werner Lauter: Böckeler, Maura. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 20, Bautz, Nordhausen 2002, ISBN 3-88309-091-3, Sp. 217–221.
  • Otto Renkhoff: Böckeler, Maura, in: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. 2., vollst. überarb. u. erw. Aufl. Wiesbaden: Historische Kommission für Nassau 1992

Weblinks

Anmerkungen

  1. HILDEGARD-FORSCHUNG IN DER ABTEI ST. HILDEGARD bei www.abtei-st-hildegard.de, abgerufen am 2. Mai 2019
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