Maura Zátonyi

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Maura Zátonyi OSB (Dr. phil.; * 2. November 1974 in Szombathely, Ungarn) ist Chorfrau der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard in Eibingen und Altphilologin.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Maura Maura Zátonyi, mit Taufnamen Éva, absolvierte von 1993 bis 1999 in Budapest das Studium der Klassischen Philologie. Zugleich trat sie 1994 in die Zisterzienserinnenabtei Kismaros ein, wo sie 1997 ihre zeitliche Profess ablegte. 1999 wurde sie Benediktinerin der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard in Eibingen und erhielt sie den Namen Maura. 2004 legte sie ihre feierliche Profess ab. Da sie die Kenntnisse der klassischen Sprache mitbrachte, wurde sie unter Sr. Angela Carlevaris in die Hildegard-Forschung eingeführt. Von 2007 bis 2011 promovierte sie bei Prof. Dr. Mechthild Dreyer in Mainz über die Schrifthermeneutik bei Hildegard von Bingen in Philosophie. Von 2012 bis 2016 studierte Sr. Maura Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen, wo sie 2011-2015 gleichzeitig den Lehrauftrag in der Geschichte der Philosophie im Mittelalter erhielt.

Wirken

Im April 2011 erhielt sie den Auftrag, in der Kommission zur Vorbereitung der Heiligsprechung und Erhebung Hildegards zur Kirchenlehrerin Hildegards von Bingen mitzuarbeiten. Zusammen mit Prof. Dr. Rainer Berndt SJ erarbeitete sie die theologischen Gutachten, die die zentralen Kapitel der "Positio super canonizatione ac ecclesiae doctoratu" bildeten.

2012-2013 war sie an der Konzeption und der Durchführung des internationalen und interdisziplinären Symposiums “Unversehrt und unverletzt. Hildegards von Bingen Menschenbild und Kirchenverständnis heute” beteiligt, das die Abtei zusammen mit dem Hugo von Sankt Viktor-Institut (Frankfurt am Main), namentlich mit Prof. Dr. Rainer Berndt SJ, 2013 im Erbacher Hof in Mainz veranstaltete.

Sr. Mauras Einsatz gilt der Übersetzung und der philosophisch-theologischen Erschließung der Werke Hildegards, sie befasst sich aber mit dem größeren Horizont des hildegardischen Lebenswerkes, indem sie sich auch der Erforschung der benediktinischen Ordensgeschichte im Frühmittelalter widmet.

Maura Zátonyi ist Vorsitzende des Akademievereins, des " Zentrums für Wissenschaft, Forschung und europäische Spiritualität", der von den Benediktinerinnen von Sankt Hildegard in Eibingen am 10. Mai 2019 gegründet wurde.[1]

Zitate

  • "Gerade, wo Männer und Frauen sich austauschen, kommen die zündenden Ideen."
  • "Man darf sie (Hildegard von Bingen) als Beispiel nehmen, dass man sich entspannt und nicht krampfhaft um Frauenthemen kümmert, sondern wirklich das tut, was die Stunde verlangt, womit man auch Menschen helfen kann."[2]

Werke

  • Philosophische Dissertation 2011: Vidi et intellexi. Die Schrifthermeneutik in der Visionstrilogie Hildegards von Bingen (Beiträge zur Geschichte der Philosophie und Theologie des Mittelalters. Neue Folge 76), Aschendorff Verlag Münster 2012 (365 Seiten; ISBN 978-3-402-10286-2 kart.).
  • Gemeinsam mit Rainer Berndt SJ: Glaubensheil. Wegweisung ins Christentum gemäß der Lehre Hildegards von Bingen (Erudiri Sapientia 10), Aschendorff Verlag Münster 2013 (162 Seiten; ISBN 978-3-402-10437-8 Pp.).

Übersetzungen

  • Hildegard von Bingen: Die Auslegung der Regel Benedikts. Explanatio Regulae Benedicti (Mitteilungen und Verzeichnisse aus der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars zu Trier, hg. von Michael Embach 17), Trier 2003. [Aus dem Lateinischen ins Deutsche übertragen]
  • Császár István, Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, Kőszeg (Ungarn) 2005. [Aus dem Ungarischen ins Deutsche übertragen]
  • Hildegard von Bingen: Das Buch der Lebensverdienste. Liber vitae meritorum, übersetzt und eingeleitet von Maura Zátonyi OSB, hg. von der Abtei St. Hildegard, Rüdesheim / Eibingen (Hildegard von Bingen. Werke 7), Beuroner Kunstverlag Beuron 2014 (343 Seiten; ISBN 978-3-87071-314-0 kart.; 1. Auflage). [Aus dem Lateinischen ins Deutsche übertragen]
  • Hildegard von Bingen: Über die Regel des heiligen Benedikt. De Regula Sancti Benedicti, übersetzt und eingeleitet von Maura Zátonyi OSB, in Hildegard von Bingen: Katechesen – Kommentare – Lebensbilder. Opera minora, hg. von der Abtei St. Hildegard, Rüdesheim / Eibingen (Hildegard von Bingen. Werke 9), Beuron 2015, 130-156. [Aus dem Lateinischen ins Deutsche übertragen]
  • Hildegard von Bingen: Prophetisches Vermächtnis. Testamentum propheticum, übersetzt und eingeleitet von Maura Zátonyi OSB, hg. von der Abtei St. Hildegard, Eibingen (Hildegard von Bingen. Werke 10), Beuroner Kunstverlag Beuron 2016 (159. Seiten; ISBN 978-3-87071-338-6 Broschur). [Aus dem Lateinischen ins Deutsche übertragen]
  • “Interview mit Karl Rahner (1967)”, aus dem Ungarischen übersetzt von Maura ZÁTONYI OSB, in Karl Rahner: Sämtliche Werke, Bd. 31, hg. von Karl Lehmann, Johann Baptist Metz, Albert Raffelt und Andreas R. Batlogg SJ, Freiburg e.a. .
  • Karl Rahner: “Wo ist die Grenzlinie? Karl Rahner über die schweren und die läßlichen Sünden sowie die heutige Beichtpraxis”, aus dem Ungarischen übersetzt von Maura ZÁTONYI OSB [Abdruck in deutscher Übersetzung], in Karl Rahner: Sämtliche Werke, Bd. 31, hg. von Karl Lehmann, Johann Baptist Metz, Albert Raffelt und Andreas R. Batlogg SJ, Freiburg e.a..

Buchbesprechungen

  • Boyd Taylor Coolman: The Theology of Hugh of St. Victor. An Interpretation, Cambridge 2010, X-247 S., in Francia-Recensio, 2012-2, Mittelalter – Moyen Âge (500-1500)
  • Joachim Ehlers: Otto von Freising. Ein Intellektueller im Mittelalter, München 2013, 383 S., in Theologie und Philosophie 89 (2014) 604-606.
  • Marco Rainini: Corrado di Hirsau e il „Dialogus de cruce.“ Per la ricostruzione del profilo di un autore monastico del XII secolo, Firenze 2014, XXVI + 436 S., 10 Tafeln, in Theologie und Philosophie 91 (2016) 297-299.
  • Michael Estler: Rigans montes (Ps 104,13). Die Antrittsvorlesung des Thomas von Aquin in Paris 1256 (Stuttgarter Biblische Beiträge 73), Stuttgart 2015, 415 S., in Theologie und Philosophie.

Aufsätze

  • “Gotteskräfte. Über die Tugenden bei Hildegard von Bingen”, in Erbe und Auftrag 84 (2008) 246-262.
  • (mit Stefan Albrecht): “Die Visionen Hildegards und der Disibodenberg. Bergdarstellungen in Vita S. Disibodi und Scivias”, in Als Hildegard noch nicht in Bingen war. Der Disibodenberg – Archäologie und Geschichte, hg. von Falko Daim und Antje Kluge-Pinsker, Regensburg/Mainz 2009, 173-181.
  • “Lebendige Ordnung. Über die Disziplin nach Hildegard von Bingen”, in Erbe und Auftrag 86 (2010) 154-171.
  • “Einführung”, in Hildegard von Bingen: Wisse die Wege – Liber Scivias. Eine Schau von Gott und Mensch in Schöpfung und Zeit, Neuübersetzung von Mechthild Heieck, hg. von der Abtei St. Hildegard, Rüdesheim/Eibingen, Beuron 2010, 6-13.
  • “»Die Gabe tiefsinnender Schriftauslegung.« Schriftverständnis durch Bildhermeneutik: Der Beitrag Hildegards von Bingen zu neuen Deutungsmustern der Bibel”, in Theologie und Glaube 103 (2013) 280-294.
  • “Christozentrische Anthropologie. Eine Studie zur modellhaften Schriftauslegung Hugos von Saint-Victor und Hildegards von Bingen”, in Wort Gottes. Die Offenbarungsreligionen und ihr Schriftverständnis, hg. von Josef Rist in Verbindung mit Christof Breitsameter (Theologie im Kontakt. Neue Folge 1), Münster 2013, 85-114.
  • “Kirchbauten, Buchstaben, Theologie. Die dreifache Rezeption des Rupertsberger SCIVIAS-Kodex”, in Erbe und Auftrag 90 (2014) 152-169.
  • Hugo von Saint-Victor (+ 1141). Ordnung und Methode der Schriftauslegung”, in Studienbuch Hermeneutik. Bibelauslegung durch die Jahrhunderte als Lernfeld der Textinterpretation. Portraits – Modelle – Quellentexte, hg. von Susanne Luther und Ruben Zimmermann, Gütersloh 2014, 120-126 und 345-347.
  • “Hildegard von Bingen (1098-1179). Prophetie als Schriftauslegung”, in Studienbuch Hermeneutik. Bibelauslegung durch die Jahrhunderte als Lernfeld der Textinterpretation. Portraits – Modelle – Quellentexte, hg. von Susanne Luther und Ruben Zimmermann, Gütersloh 2014, 127-135 und 348-351.
  • “Der Mensch in der Mitte der Schöpfung. Christozentrische Dimensionen in der Anthropologie und der Kosmologie Hildegards von Bingen”, in Gießener Hochschulgespräche und Hochschulpredigten der ESG 25 (WS 2013-2014), Sonderausgabe Hildegard von Bingen, 9-23.
  • “Tempus praesens. Benediktinische Entwürfe aus dem 12. Jahrhundert über das Verhältnis des Menschen zur Zeit”, in Unversehrt und unverletzt. Hildegards von Bingen Menschenbild und Kirchenverständnis heute, hg. von Rainer Berndt in Verbindung mit Maura Zátonyi OSB (Erudiri Sapientia 12), Münster 2015, 99-120.
  • (mit Rainer Berndt SJ): “Leitlinien”, in Unversehrt und unverletzt. Hildegards von Bingen Menschenbild und Kirchenverständnis heute, hg. von Rainer Berndt in Verbindung mit Maura Zátonyi OSB (Erudiri Sapientia 12), Aschendorff Verlag Münster 2015. S. 15-22 (729 Seiten; ISBN 978-3-402-10440-8 Pp.),
  • “Rectissima norma vitae humanae. Christusgelehrsame Schriftauslegung in der vita religiosa – eine Erkundung der Handschriften mit der Regula Benedicti in der Bibliothek der Pariser Abtei Saint-Victor”, in Diligens scrutator sacri eloquii. Beiträge zur Exegese- und Theologiegeschichte des Mittelalters, Festschrift für Rainer Berndt SJ zum 65. Geburtstag, hg. von Hanns-Peter Neuheuser, Ralf M. W. Stammberger, Matthias M. Tischler zusammen mit Christiane Storeck (Archa Verbi. Subsidia 14), Münster 2016, 311-349.

Sonstiges

  • Geschaut im lebendigen Licht. Die Miniaturen des Liber Scivias der Hildegard von Bingen, erklärt und gedeutet von Sr. Hiltrud Gutjahr OSB und Sr. Maura Zátonyi OSB, mit einer Kunsthistorischen Einführung von Lieselotte Saurma-Jeltsch, hg. von der Abtei St. Hildegard, Rüdesheim/Eibingen, Beuroner Kunstverlag Beuron 2011 (143 Seiten; 1. Auflage; ISBN 978-3-87071-249-5 Pp.)..[3]

Weblinks

Anmerkungen

  1. Benediktinerinnen gründen Hildegard-Akademie Vatican News am 10. Mai 2019
  2. Benediktinerinnen gründen Hildegard-Akademie Vatican News am 10. Mai 2019
  3. HILDEGARD-FORSCHUNG IN DER ABTEI ST. HILDEGARD bei www.abtei-st-hildegard.de, abgerufen am 2. Mai 2019
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