Max Josef Metzger

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Dr. Max Josef Metzger

Max Josef Metzger (Dr.; * 3. Februar 1887 in Schopfheim, Südbaden; † 17. April 1944 Brandenburg-Görden) war Pfarrer des Erzbistums Freiburg, Pionier der Ökumene, Friedensaktivist und Gründer verschiedener Vereinigungen. Die Nationalsozialisten enthaupteten ihn. Gedenktag ist der 17. April.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Max Josef Metzger wurde 1887 in Schopfheim im Schwarzwald (Kreis Lörrach) als ältester Sohn eines Realschullehrers geboren. Nach seiner Schulausbildung in Schopfheim, Donaueschingen und Lörrach, kam er in ein kirchliches Schülerheim in Konstanz. Ab 1905 studierte Metzger an der Theologischen Fakultät in Freiburg im Breisgau, ab 1908 im schweizerischen Fribourg, wo er Im Jahre 1910 bei Prof. Dr. Georg Pfeilschifter mit einer Dissertation zum Thema "Zwei karolingische Pontifikalien vom Oberrhein" promovierte. Der junge sprachen- und organisationstalentierte Metzger kam mit vielen internationalen Studenten in Kontakt, schloss sich der katholischen Abstinenzbewegung an und verzichtete von nun an bis ans Lebensende auf Alkohol, Nikotin und Fleisch. Auch sein sozialkaritatives Engagement wurde dort grundgelegt.

Metzger empfing am 5. Juli 1911 die Priesterweihe und wirkte danach als Kaplan in Karlsruhe-Mühlburg (St. Peter und Paul), Mannheim (Jesuitenkirche) und Oberhausen. Er wurde 1914 im Ersten Weltkrieg als Divisonspfarrer an der Front Frankreichs eingesetzt. Nach einem Jahr erkrankte er und kehrte in die Heimat zurück. Von dieser Zeit an wurde er zum leidenschaftlichen Apostel für Völkerfrieden und Völkerverständigung. Er entwickelte im Jahre 1917 ein "internationales religiöses Friedensprogramm", das er dem damaligen Papst Benedikt XV. zukommen ließ. Der Papst hat sich dazu sehr zustimmend geäußert. Im gleichen Jahr gründete Metzger den "Weltfriedensbund vom Weißen Kreuz", dessen Grundlage ebenfalls Metzgers Friedensprogramm war. In Deutschland war er 1919 führend an der Gründung des "Friedensbundes deutscher Katholiken" beteiligt. Metzger nahm nunmehr an internationalen Friedenskonferenzen teil und durfte u.a. an der vorbereitenden Völkerbundkonferenz 1920 in Bern mitwirken. 1920 und 1928 war er in Den Haag, 1921 als erster Deutscher nach dem Krieg beim Internationalen Demokratischen Kongress in Paris, 1922 in Luxemburg, 1925 in Konstanz.

Wirken in Österreich

Metzger wirkte von 1915 (bis 1927 - wegen Widerstand) in der Steiermark (Diözese Graz-Seckau). Er sollte in Graz als Generalsekretär des Kreuzbündnisses wirken und die katholische Nüchternheitsbewegung organisieren. Mit aller Leidenschaft gründete Metzger Gruppen, u. a. die auf katholischer Grundlage basierende Volksheilzentrale zur Lebens- und Gesellschaftsreform, der eine Reihe von Vereinen und Unternehmungen angegliedert waren, wie der Priester-Abstinentenbund, das Katholische Kreuzbündnis, die Früchteverwertung, die Gasthausreform, die Österreichische Vereinigung für Trinkerfürsorge oder ein Sekretariat der Caritas, die damals in der Steiermark als Dachverband der karitativ tätigen Vereine noch nicht organisiert war.

Metzger gelang es, Laien und Priester zur teilweise hauptberuflichen Mitarbeit zu gewinnen, schon bevor die "Katholische Aktion" ins Leben gerufen wurde. Sie schlossen sich zu einer Brüder- und Schwesterngemeinschaft mit besonderer Verpflichtung auf das Apostolat zusammen. Metzger nannte sich Bruder Paulus. Aus dem Weißen Kreuz ging in der Steiermark am Herz-Jesu-Fest 1919 die Missionsgesellschaft vom Weißen Kreuz hervor, die ihren Sitz am Grazer Karmeliterplatz hatte. In Anlehnung an die Proklamation des Christkönigsfestes durch Pius XI. im Jahre 1925 nannte sich die Gemeinschaft ab 1927 Christkönigsgesellschaft - Societas Christi Regis.

Metzgers verlegte 1928 das Zentrum der Christkönigsgesellschaft von Graz nach Meitingen bei Augsburg, da der dortige Widerstand zu groß war. 1929 kam er wieder zu Vorträgen nach Graz.

Ökumenische Aktivitäten

Metzgers zweites großes Lebenswerk war die 1938/39 erfolgte Gründung der ökumenischen Una Sancta-Bewegung, einer Bruderschaft mit dem Sitz in Meitingen bei Augsburg, in der Katholiken und Nichtkatholiken gemeinsam um die Einheit der Christen beteten. Seine ökumenischen Impulse reichten von der Publikation zahlreicher Schriften und Vorträge bis hin zur Organisation zweier bedeutender ökumenischer Treffen in Meitingen (1939 und 1940).

Ende 1939 verfasste er ein Schreiben an Papst Pius XII., ein Sekretariat für christliche Einheit zu errichten und ein christliches Unionskonzil vorzubereiten. Metzger dachte an etwa zwölf Männer aus allen getrennten Gemeinschaften und hatte visionär Assisi als den geeigneten Ort für die ersten vertraulichen Gespräche genannt.

Am letzten Septembertag 1943 schreibt er in nationalsozialistischer Haft an seine Mitarbeiter: Gott hat mir, gewiss auf Eure Fürsprache, das Herz froh erhalten. Ich habe ihm alles anheim gestellt und mein Leben angeboten für den Frieden der Welt und die Einheit der Kirche, die beiden großen Anliegen, die mich, wie Ihr wisst, so besonders stark bewegen.

Zum Tode verurteilt

Nach Bespitzelung durch die Gestapo wurde Metzger am 14. Oktober 1943 in einer nur 70 minütigen Verhandlung ohne jede Zeugenvernehmung von den Nationalsozialisten in Berlin zum Tod wegen "Hochverrats und Feindbegünstigung" verurteilt. Metzger nahm das Todesurteil mit Gelassenheit auf und sagte nach dessen Verkündigung: Ich möchte nur noch einmal sagen, dass ich vor Gott und meinem Volk ein gutes Gewissen habe und ihm nur zu dienen suchte. Metzger wurde am 22. Oktober nach Brandenburg-Görden in die acht Quadratmeter kleine Todeszelle überstellt. Das Todesurteil wurde sechs Monate später, am 17. April 1944 vollstreckt. Versehen mit der hl. Kommunion, hatte Metzger seinen letzten Weg mit den Worten angetreten: Vater, in Deine Hände gebe ich meinen Geist. Nach seiner Hinrichtung durch das Fallbeil, wurde Metzger zuerst in Brandenburg, dann am 18. September 1946 auf dem St. Hedwigs-Friedhofin Ost-Berlin beerdigt. 1968 wurden seine Gebeine nach Meitingen überführt, wo Metzger seine letzte Ruhestätte fand.

Seligsprechungsprozess

Am 8. Mai 2006 wurde das Seligsprechungsverfahren eröffnet. Stephan Burger betreute dieses vor seiner Wahl zum Erzbischof von Freiburg.

Werke

  • Am Abgrund. Ein Stück Leben in 4 Aufzügen (Hamm 1912).
  • Abstinenz oder Mäßigkeit? Ein Vortrag (Heidhausen/Ruhr 1912).
  • Ein Gläschen in Ehren ... ? Ein Wort an die Jugend (Heidhausen/Ruhr 1913; Grn 1917).
  • Zwei karolingische Pontifikalien vom Oberrhein = FThSt. H. 17 (Freiburg 1914).
  • Der Giftmörder. Zu Nutz und Frommen der kath. Schuljugend, aber auch des Volkes erzählt (Heidhausen/Ruhr 1914).
  • Dcr Kampf um die Nüchternheit im 19. und 20. Jahrhundert. Ein Rückblick und Ausblick (Heidhausen/Ruhr 1914).
  • Wollt ihr siegen? Ein deutsches Wort an die tapfern Krieger (Freiburg, 9. Aufl. 1915).
  • Vaterländische Friedensarbeit. Die Arbeit des kath. Kreuzbündnisses Österreichs. Ein Rückblick und Ausblick (Graz 1916).
  • Heimatmission. Die kath. innere Mission (Graz 20.]. [1920]).
  • Die kath. lnternationale (Graz 0.]. [1920]).
  • Der Völkerbund und die kath. Internationale (Bochum 0.]. [1920]).
  • Brauchen wir Katholiken eine allgemeine Sprache? = Flugschriften der "Neuen Zeit". Nr. 3 (Graz 1921).
  • Der Bund der Aufrechten. Eine Darstellung aus dem Leben für 6 Knaben und 2 junge Leute (Graz 0.].).
  • Friede auf Erden! (Graz 0.].).

Literatur

siehe auch: Pax Christi

Weblinks

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