Meyer

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Meyer ist ein Nachname. Er steht in Deutschland im Jahre 2000 an fünfter Stelle in der Ranghäufigkeit der Familiennamen, würde man jedoch die Schreibweisen Meyer, Meier, Mayer und Maier zusammenfassen, nähmen diese Namen zusammen die dritte Position ein. Im Norden und in der Mitte Deutschlands überwiegen die Schreibungen mit - e -, im Süden diejenigen mit - a -.[1] In der Schweiz ist Meier im Jahre 2018 der dritthäufigste Nachname.[2]

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Bedeutung

Ein Meyer, lateinisch = maior oder maius, Komparativ von magnus "der Größere, Angesehenere, Höherstehende", war ursprünglich ein Gutsverwalter, später reduziert auf den Pächter eines bäuerlichen Landgutes, von dem die Bezeichnung dann auch auf das bäuerliche Gut überging. Das Meyerrecht ist belegt seit 1290 und bedeutet, das örtlich spezifische Besitz- und Verwaltungsrecht der in Verwaltung gegebenen Höfe. Meier ist der Oberbauer, der im Auftrag des Grundherrn die Aufsicht über die Bewirtschaftung der Güter führt, in dessen Namen die niedere Gerichtsbarkeit ausübt, auch (Groß-)Bauer.[3]

Weitere Formen

Bedingt durch die große Anzahl der Meier tritt -meier oder -meyer in zahlreichen Zusammensetzungen auf, die vor allem im Bereich Osnabrück bis Ostwestfalen oder in der Schweiz entstanden sind.

  • Sie beziehen sich auf die Lage des Hofes: (Bergmeier, Brinkmeier, Brinkmeyer), die wichtigsten Feldfrüchte (Gerstenmaier), den Bewuchs (Feichtmai[e]r), die Bodenbeschaffenheit (Griesmai[e]r), Verpflichtungen und Abgaben (Tegetmeier) und anderes beziehen können.
  • Da Meyer in ländlichen Gebieten Westfalens, aber z. B. auch in Niederösterreich, bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts teilweise noch nicht zum festen Familiennamen geworden war, sondern noch den Inhaber oder Besitzer eines Hofes, und zwar meist des ältesten oder größten Hofes im Dorf, bezeichnete, war -meyer noch bis ins 17. Jahrhundert in diesen Gebieten mit -mann und (in Westfalen) mit Schulte in Bayern mit Waibel austauschbar.
  • Häufig steht er auch mit Kleinbauern in Verbindung wie: Attermeyer, Clausmeyer, Grillmaier, Grönemeyer, Hofmeier, Lohmeier, Meierhofer, Mittermeier, Nestmeyer, Niedermayer, Nullmeier, Obermeier, Ostermeier, Schäfermeier, Sedlmayr, Stiegelmayer, Sundermeier, Westermeier, Wittmeier.
  • Darüber hinaus kann er bei Zusammensetzungen auch auf eine Amtsausübung hinweisen wie zum Beispiel bei dem Namen Stühlmeyer oder Meyer zum Stuhle auf die Ausübung des Richteramtes (Richterstuhl).
  • Der Name hat über Auswanderungen auch außerhalb des deutschen Sprachraums Verbreitung gefunden. Im englischen Sprachraum gibt es gleichbedeutend zum deutschen Meier, allerdings weniger verbreitet, die Namensversion Major englisch mayor = Bürgermeister, Schultheiß.
  • Im niederdeutschen Bereich ist Meyer gelegentlich ein Berufsname zu mnd. meier, meiger = Mäher, Großknecht.
  • Im Judentum entwickelte sich im 18. Jahrhundert der Familienname Meier in unterschiedlichen regionalen Schreibweisen aus dem jüdischen Vornamen Meir (hebräisch = erleuchtet, eig. Meïr. So wurde beispielsweise aus einem doppelten Vornamen wie Elias Meir einfach der Vor- und Zuname Elias Mayer.[4]

Namensträger

Meyer

Meier

Die allgemeine Verbreitung dieses Familiennamens ist in Deutschland im Jahre 2000 an 30ster Stelle.

Maier

Meier ist die 0berdeutsche Schreibweise von Meyer. Die allgemeine Verbreitung dieses Familiennamens ist in Deutschland im Jahre 2000 an 34. Stelle.

Mayer

Mayer, Mayr ist die oberdeutsche Schreibvariante von Meyer. Die allgemeine Verbreitung dieses Familiennamens ist in Deutschland im Jahre 2000 an 39. Stelle.

Namenszusammensetzungen

Siehe auch: Fischer, Weber.

Anmerkungen

  1. Duden Familiennamen, Herkunft und Bedeutung, bearbeitet von Rosa und Volker Kolheim, Dudenverlag Mannheim-Leipzig-Wien-Zürich 2000, S. 456 (912 Seiten; ISBN 3-411-70851-4).
  2. Welches sind die häufigsten Schweizer Nachnamen?, abgerufen am 28. Juni 2018
  3. Duden Familiennamen, Herkunft und Bedeutung, bearbeitet von Rosa und Volker Kolheim, Dudenverlag Mannheim-Leipzig-Wien-Zürich 2000, S. 456 (912 Seiten; ISBN 3-411-70851-4).
  4. Duden Familiennamen, Herkunft und Bedeutung, bearbeitet von Rosa und Volker Kolheim, Dudenverlag Mannheim-Leipzig-Wien-Zürich 2000, S. 456 (912 Seiten; ISBN 3-411-70851-4).
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