Michael von Faulhaber

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Michael von Faulhaber (Prof. Dr.*; 5. März 1869 in Klosterheidenfeld, Unterfranken, † 12. Juni 1952 in München) war Erzbischof von München und Freising und Kardinal.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Michael Faulhabers Eltern Michael und Margareta betrieben eine Bäckerei. Er hatte zwei ältere und vier jüngere Geschwister: Robert, Katharina, Anna Maria, Michael, Peter und Ignaz. Michael besuchte in Schweinfurt und später in Würzburg das Gymnasium. Nach dem Abitur und dem Wehrdienst in der bayerischen Armee trat er 1889 ins Würzburger Priesterseminar ein und studierte Theologie. Am 1. August 1892 empfing er für das Bistum Würzburg die Priesterweihe. In den folgenden Jahren widmete er seine wissenschaftliche Arbeit der Patristik, der Zeit der Kirchenväter. Außerdem arbeitete er als Kaplan, Präfekt des Knabenseminars „Kilianeum“ und Pfarrverweser.

Dank eines Stipendiums lebte er von 1896 bis 1898 in Rom, von wo aus er auch ins Heilige Land pilgerte. 1895 wurde er promoviert, 1899 habilitiert. Bevor er 1903 eine Professur für Alttestamentliche Exegese und Biblische Theologie in Straßburg erhielt, reiste er zu Studienzwecken nach England und Spanien. Faulhaber eignete sich umfangreiche Fremdsprachenkenntnisse an. Er sprach Italienisch und Englisch, verfügte über Lehrwissen in Latein, Griechisch, Hebräisch und Aramäisch sowie über Kenntnisse im Spanischen und Französischen.

Bischof

Am 4. November 1910 ernannte ihn Papst Pius X. zum Bischof von Speyer. 1911 wurde er auch durch den bayerischen König zum Bischof von Speyer nominiert. Am 26. Mai 1917 erhob ihn Papst Benedikt XV. zum Erzbischof von München und Freising und damit Sprecher der bayerischen Bischofskonferenz. In Folge erlangte ihn wiederum die königliche Nomination. Am 7. März 1921 wurde er von demselben Papst in das Kardinalskollegium aufgenommen und zum Kardinalpriester von Santa Anastasia ernannt. Am 29. Juni 1951 weihte er Joseph Ratzinger, den späteren Papst Benedikt XVI., zum Priester.

Der Weimarer Verfassung, die in Richtung einer Trennung von Kirche und Staat zielte und auf einen Gottesbezug verzichtete, verweigerte er seine Zustimmung. Es prägte ihn ein heftiger Antikommunismus. Spätestens seit dem Hitler-Putsch von 1923 galt er aber auch den Nationalsozialisten als Gegner. Faulhaber wandte sich in der „Hauptstadt der Bewegung“ früh gegen den modernen Rassenantisemitismus. In den Adventspredigten und der Silvesterpredigt des Jahres 1933, die in hoher Auflage gedruckt erschienen, verteidigte er das Alte Testament. Im „Dritten Reich“ stritt Faulhaber dann unverändert für die Interessen der Kirche. Ende Januar 1934 wurden auf das Erzbischöfliche Palais zwei Schüsse abgegeben. Der Kardinal traf im November 1936 Hitler auf dem Obersalzberg. Entscheidend beteiligt war Faulhaber an den Vorarbeiten zur Enzyklika „Mit brennender Sorge“, mit der Papst Pius XI. 1937 die Verhältnisse im nationalsozialistischen Deutschland kritisierte. Wie schon nach dem Ersten Weltkrieg kümmerte sich Faulhaber nach dem Zweiten Weltkrieg engagiert darum, die Lebensbedingungen für die Menschen in der Erzdiözese zu verbessern. Für die amerikanische Militärverwaltung war er ein wichtiger Ansprechpartner. Der Zusammenbruch des Deutschen Reiches weckte bei ihm auch Hoffnungen auf eine umfassende Rechristianisierung der deutschen Gesellschaft.[1]

Werke (Auswahl)

  • Die Vesperpsalmen der Sonn- und Feiertage weiteren Kreisen erklärt, Kösel Verlag München 1929 (Verbesserte und vermehrte Neuauflage; 342 Seiten).
  • Zeitfragen und Zeitaufgaben 1915.
  • Rufende Stimmen in der Wüste der Gegenwart, Freiburg im Breisgau 1931.
  • Charakterbilder der biblischen Frauenwelt 1938 (7. Auflage).
  • Die Stellung der Frau in der Welt von heute. Christiana Verlag 1981 (Erstausgabe. 104 Seiten).

Weblinks

Vorgänger
Franziskus von Bettinger
‡ Erzbischof von München und Freising
1917 - 1952
Nachfolger
Joseph Wendel

Anmerkungen

  1. https://www.faulhaber-edition.de/biografie.html
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