Gottesmutter

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Mariendogmen
Die Gottesgebärerin, Mutter der Kirche, Vatikan

Die selige Jungfrau Maria (aramäisch: Mirjam) wird als Mutter Gottes bezeichnet, weil sie Jesus Christus, den menschgewordenen Gott, den einziggeboren ewigen Sohn des himmlischen Vaters, geboren hat. Im Glaubensleben der katholischen Kirche hat die Marienverehrung im 19. und 20. Jahrhundert auf allen Kontinenten eine neue Blüte erfahren. Nicht nur die feierlichen marianischen Dogmenentscheidungen durch die Päpste Pius IX. und Pius XII., auch die Lehre des II. Vatikanum in der Dogmatischen Konstitution Lumen Gentium vom 21. November 1964 weist auf die besondere Aufgabe Mariens im Heilswerk Gottes hin. Papst Paul VI. erklärte die Gottesmutter überdies aus diesem Anlass explizit zur Mutter der Kirche, lat. Mater ecclesiae.

Inhaltsverzeichnis

Dogma: Maria ist wahrhaft Gottesgebärerin

Im Glaubensbekenntnis (Symbolum Apostolicum) bekennt die Kirche vom Sohne Gottes: "geboren aus Maria der Jungfrau". Als Mutter des Sohnes Gottes ist Maria Gottesmutter. Das Konzil von Ephesus (431) erklärte, dass der Emmanuel (Christus) in Wahrheit Gott ist und dass deswegen die heilige Jungfrau Gottesgebärerin ist - denn sie hat dem Fleische nach den aus Gott stammenden fleischgewordenen Logos geboren. D 113. Die folgenden allgemeinen Konzilien wiederholten und bestätigten diese Lehre. Vgl. D 148, 218, 290.

MARIA mit dem JESUSKIND

Das Dogma von Maria als "Gottesgebärerin" ist primär ein christologisches Dogma, das eine zentrale Aussage über die zwei Naturen in Jesus Christus - die göttliche und die menschliche - macht, die von Anfang seiner irdischen Existenz an bestanden. Diese Vereinigung der menschlichen mit der göttlichen Natur wird „Hypostatische Union“ genannt. Die menschliche Mutter Maria empfing und gebar den Gottmenschen. Bezogen auf Maria, umfasst das Dogma zwei Wahrheiten:

  • Maria ist wahrhaft Mutter, d. h. sie hat zur Bildung der menschlichen Natur Christi all das beigetragen, was jede andere Mutter durch Schwangerschaft und Geburt zur Bildung eines neuen Menschen beiträgt.
  • Maria ist wahrhaftig Gottesmutter, d. h. sie hat die zweite Person der göttlichen Trinität empfangen und geboren, freilich nicht der göttlichen Natur nach, sondern der angenommenen menschlichen Natur nach. Deshalb darf sie Gottesgebärerin genannt werden. Wenn Maria Christus der Menschheit nach geboren hat, so hat sie aufgrund der Einheit der Person auch Christus, den Herrn, geboren, freilich nicht im dem Sinne, als wenn sie eine Gottesschöpferin gewesen wäre, sondern Gottesformerin. Sie hat nicht Gott aus dem Nichts hervorgebracht, sondern den empfangenen Gottmenschen ein Antlitz gegeben.

Begründung in der Heiligen Schrift

  • Jesaja 7,14: „Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären, und sie wird seinen Namen Emmanuel (d.h. Gott ist mit uns) nennen.“
  • Lk 1,35: „Darum wird auch das Heilige, das aus dir geboren werden wird, Sohn Gottes genannt werden.“
  • Lk 1,31: „Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.“

Begründung in der Tradition

Die ältesten Väter lehren die wahre Gottesmutterschaft Mariens ebenso wie die Heiligen Schrift nicht dem Wort, wohl aber der Sache nach. Ignatius von Antiochien sagt: .Denn unser Gott Jesus Christus wurde von Maria im Schoße getragen, gemäß dem Heilsratschluss Gottes aus dem Samen Davids zwar, jedoch vom Heiligen Geist (Eph. 18,2). Irenäus sagt: .Dieser Christus, der als Logos des Vaters beim Vater war, ...wurde von einer Jungfrau geboren" (Epid.53). Seit dem 3. Jahrhundrt ist der Titel „theotokos“ (= Gottesgebärerin) gebräuchlich. Er wird bezeugt von Origenes (ein angeblich früheres Zeugnis des Hippolyt von Rom ist wahrscheinlich interpoliert), Alexander von Alexandrien, Eusebius von Cäsarea, Athanasius, Epiphanius, von den Kappadoziern u. a., auch von Arius und Apollinaris von Laodicea. Gregor von Nazianz schreibt um das Jahr 382: .Wenn jemand die heilige Maria nicht als Gottesgebärerin anerkennt, ist er von der Gottheit getrennt" (Ep. 101, 4). Der Hauptverteidiger des marianischen Ehrentitels gegen Nestorius ist der heilige Cyrill von Alexandrien.

Anrufung der Theotokos um 250 n. Chr. http://waterandspirit.blogspot.com/2007/08/john-rylands-papyrus-470.html

Leugnung der Gottesmutterschaft

Die Leugnung der wahren Menschheit Christi führt in der Konsequenz auch zur Leugnung der wahren Mutterschaft Mariens; die Leugnung der wahren Gottheit Christi führte zur Leugnung der Gottesmutterschaft Mariens. Direkt wurde die Gottesmutterschaft Mariens von den Nestorianern bestritten, die Maria den Titel „theotokos“ aberkannten und sie nur als Menschengebärerin oder Christusgebärerin bezeichneten. Der Einwand des Nestorius bestand darin, dass Maria nicht Gottesmutter sei, weil aus ihr nur die menschliche Natur, nicht aber die göttliche Natur genommen worden sei, ist zu erwidern, dass nicht die Natur als solche, sondern die Person empfangen und geboren wird. Da Maria,die in der menschlichen Natur subsistierende Person des Gott-Logos empfangen und geboren hat, ist sie wahrhaft Gottesmutter. Der Theotokostitel schließt somit das Bekenntnis der Gottheit Christi in sich.

Martin Luther leugnet die Gottesmutterschaft nicht, und auch den Titel "Königin der Himmel" gesteht er ihr zu, mit dem Vorbehalt, sie dadurch nicht zu einer Abgöttin machen zu wollen.

Verehrung

MARIA mit dem KINDE lieb, uns allen Deinen Segen gib

Die Mutter Gottes wird hochverehrt (cultus hyperduliae), jedoch nicht angebetet (cultus latriae). Anbetung gebührt Gott allein. Die Heiligen werden nicht angebetet, sondern verehrt, weil sie Freunde Gottes sind. Indem wir ihnen Ehre erweisen, erweisen wir dem einzigen und ewigen Gott die Ehre, der die alleinige Urquelle des Segens und ihrer Heiligkeit ist. Die Würde eines Geschöpfes ist umso größer, je näher es Gott steht. Dies trifft besonders auf Maria zu, da sie dem Herrn so nahe steht wie sonst niemand und deren Glaube den Gläubigen ein Vorbild ist.

Die Marienverehrung ist auch biblisch gut begründet:

  • Lk 1,48: „Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter.“
  • Lk 11,27: „Selig der Leib, der dich getragen hat.“
  • Lk 1,42: „Du bist gebenedeit (=gesegnet) unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes.“
  • Und der Gruß des Engels in Lk 1,28: „Gegrüßet seist du, Begnadete, der Herr ist mit dir.“ (diese Stelle weist auch schon auf die besondere Gnadenfülle Mariens hin; in der deutschen Einheitsübersetzung gibt das Wort „Begnadete“ nur unzureichend wieder, was Maria auszeichnet; lateinisch heißt es „gratia plena“, d.h. voll der Gnade).

Weiters gibt es Stellen im Alten Testament, die auf Maria hindeuten: Ps 86,3; 45,5; 131,13; Spr 8,22ff ; Sir 24,23ff; Hld 4,7; und viele mehr.

Maiandachten

Eine spezielle Form der Marienverehrung sind die Maiandachten. Hier wird Maria unter ihren verschiedenen Aspekten angerufen und verehrt. Diese Andachten haben in der Volksfrömmigkeit einen hohen Stellenwert: die Kirche und besonders ein Marienbild/der Marienaltar prangt in üppigem Blumenschmuck. Eine Unzahl von ergreifenden Marienliedern spricht von der innigen Beziehung der Gläubigen zu ihrer Himmlischen Mutter. Wenn möglich beinhaltet die Maiandacht eine Lesung eines Evangeliums und anschließende Predigt (gerne durch einen "auswärtigen" Geistlichen, einen sogenannten "Maiprediger"). Gekrönt und abgeschlossen wird die Maiandacht traditionellerweise mit einem feierlichen Eucharistischen Segen.

Literatur siehe Maria von Nazareth

Siehe auch: Mariengebete, Hymnus Akáthistos, Hochfest der Gottesmutter Maria, Marienwallfahrtsorte, Marienerscheinungen.

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