Nizänisches Glaubensbekenntnis

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Das Nizänische Glaubensbekenntnis wurde auf dem 1. Konzil von Nicäa im Jahr 325 formuliert (DH 125+126).

Hintergrund

Arius († 336) leugnete die Wesensgleidlheit der zweiten Person Gottes mit dem Vater: das Wort sei vor der Zeit frei vom Vater geschaffen worden. - Die Menschwerdung besteht nach Arius nicht in der Annahme einer vollen Menschennatur, mit Leib und Seele, durch das Wort, sondern in der Annahme nur eines Leibes. Arius wurde endgültig von der Allgemeinen I. KirchenversammIilng zu Nizäa (325) verurteilt.

Den wahren Glauben an die Wesenseinheit des Sohnes mit dem Vater faßte das Konzil in einem Glaubensbekenntnis zusammen, dem es die Verurteilung der wesentlichsten Irrtümer des Arius beifügte. Eine erklärende Erweiterung des Nizänischen Glaubellsbekenntnisses ist das Glaubensbekenntnis des Epiphanius.[1]

Das Nizänische Glaubensbekenntnis gehört zu den bedeutendsten Glaubensdefinitionen. Den besten Text bieten Eusebius von Cäsarea, Brief an seine Diözesanen (PG 20,1540BC); Athanasius von Alexandrien, Brief an Kaiser Jovian, Kap. 3 (PG 26,817B); De decretis Nicaenae synodi 37, § 2; Basilius der Große, Brief 125, Kap. 2 (PG 32,548C). Spätere Zeugnisse können nicht mehr als ursprünglich gelten. Durch das Vorbild des Konzils von Nikaia entstand die Gewohnheit, »Synodalbekenntnisse« aufzustellen. Unter den lateinischen Übersetzungen des Bekenntnisses ragen an Alter die Fassungen des Hilarius von Poitiers hervor, von denen die aus dem Werk De synodis 84 (PL 10,536A) (einschließlich des Anathematismus’) im folgenden dem griechischen Text gegenübergestellt ist.

Versio graece Versio latina Griechische Fassung Lateinische Fassung[2]
Πιστεύομεν εἰϚ ἕνα Θεόν, πατέρα παντοκράτορα, πάντων ὁρατῶν τε καὶ ἀοράτων ποιη- τήν, Credimus in unum Deum, Patrem omnipotentem, omnium visibilium et invisibilium factorem. Wir glauben an (den) einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren, Wir glauben an den einen Gott, den allmächtigen Vater, den Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren.
καὶ εἰϚ ἕνα κύριον Ἰησοῦν Χριστόν, τὸν υἱὸν τοῦ Θεοῦ, Et in unum Dominum nostrum Iesum Christum Filium Dei, und an (den) einen Herrn Jesus Christus, den Sohn Gottes, Und an unseren einen Herrn Jesus Christus, den Sohn Gottes,
γεννηθέντα ἐκ τοῦ ΠατρὸϚ μονογενῆ, τουτέστιν ἐκ τῆϚ οὐσίαϚ τοῦ ΠατρόϚ, Θεὸν ἐκ Θεοῦ, φῶϚ ἐκ φωτόϚ, Θεὸν ἀληθινὸν ἐκ Θεοῦ ἀληθινοῦ, γεννηθέντα οὐ ποιηθέντα, ὁμοούσιον τῷ πατρί, δι’ οὖ τὰ πάντα ἐγένετο, τά τε ἐν τῷ οὐρανῷ καὶ τὰ ἐν τῇ γῇ, natum ex Patre unigenitum, hoc est de substantia Patris, Deum ex Deo, lumen ex lumine, Deum verum de Deo vero, natum, non factum, unius substantiae cum Patre (quod graece dicunt homousion), per quem omnia facta sunt, quae in caelo et in terra, als Einziggeborener aus dem Vater gezeugt, das heißt aus dem Wesen des Vaters, Gott aus Gott, Licht aus Licht, wahrer Gott aus wahrem Gott, gezeugt, nicht geschaffen, wesensgleich dem Vater, durch den alles geworden ist, was im Himmel und was auf der Erde ist, als Einziggeborener aus dem Vater geboren, das heißt aus der Substanz des Vaters, Gott aus Gott, Licht aus Licht, wahrer Gott aus wahrem Gott, geboren, nicht geschaffen, von einer Substanz mit dem Vater (was man griechisch ὁμοούσιοϚ nennt), durch den alles geworden ist, was im Himmel und auf der Erde ist,
τὸν δι’ ἡμᾶϚ τοὺϚ ἀνθρώπουϚ καὶ διὰ τὴν ἡμετέραν σωτηρίαν κατελθόντα καὶ σαρκωθέντα, ἐνανθρωπήσαντα, παθόντα, καὶ ἀναστάντα τῇ τρίτῃ ἡμέρᾳ, [καὶ] ἀνελθόντα εἰϚ τοὺϚ οὐρανούϚ, ἐρχόμενον κρῖναι ζῶνταϚ καὶ νεκρούϚ, qui propter nostram salutem descendit, incarnatus est et homo factus est et passus est, et resurrexit tertia die, et ascendit in caelos, venturus iudicare vivos et mortuos. der wegen uns Menschen und um unseres Heiles willen herabgestiegen und Fleisch und Mensch geworden ist, gelitten hat und auferstanden ist am dritten Tage, hinaufgestiegen ist in die Himmel und kommt, Lebende und Tote zu richten, der um unseres Heiles willen herabgestiegen und Fleisch und Mensch geworden ist, gelitten hat und auferstanden ist am dritten Tage, hinaufgestiegen ist in die Himmel und kommen wird, Lebende und Tote zu richten.
καὶ εἰϚ τὸ ἅγιον πνεῦμα. Et in Spiritum Sanctum. und an den Heiligen Geist. Und an den Heiligen Geist.
ΤοὺϚ δὲ λέγονταϚ »ἦν ποτε ὅτε οὐκ ἦν«, καὶ »πρὶν γεννηθῆναι οὐκ ἦν« καὶ ὅτι ἐξ οὐκ ὄντων ἐγένετο, ἢ ἐξ ἑτέραϚ ὑποστάσεωϚ ἢ οὐσίαϚ φάσκονταϚ εἶναι ἢ κτιστὸν [-!] ἢ τρεπτὸν ἢ ἀλλοιωτὸν τὸν υἱὸν τοῦ Θεοῦ, ἀναθεματίζει ἡ καθολικὴ ἐκκλησία. Eos autem, qui dicunt »Erat, quando non erat« et »Antequam nasceretur, non erat« et »Quod de non exstantibus factus est« vel ex alia substantia aut essentia dicentes aut convertibilem aut demutabilem Deum [Filium Dei], hos anathematizat catholica Ecclesia. Die aber sagen: »Es gab einmal eine Zeit, als er nicht war«, und »Bevor er gezeugt wurde, war er nicht«, und »Er ist aus nichts geworden«, oder die sagen, der Sohn Gottes sei aus einer anderen Hypostase oder Wesenheit, oder er sei geschaffen oder [-!] wandelbar oder veränderlich, diese belegt die katholische Kirche mit dem Anathema. Die aber sagen: »Es gab einmal eine Zeit, als er nicht war«, und »Bevor er geboren wurde, war er nicht«, und »Er ist aus nichts geworden«, oder die sagen, Gott [der Sohn Gottes] sei aus einer anderen Substanz oder Wesenheit, oder er sei wandelbar oder veränderlich, diese belegt die katholische Kirche mit dem Anathema.

Anmerkungen

  1. Neuner-Roos: Hg. Karl Rahner und Karl-Heinz Weger: Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung, Nr. 155+156 (10. Auflage; 604 Seiten; Imprimatur Regensburg 8. September 1971 Der Generalvikar, i. V. Lorenz Rosner, Domkapitular).
  2. alle Fassungen aus: DH 125+126.
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