Non mai forse (Wortlaut)

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Weihnachtsansprache
Non mai forse

von Papst
Pius XII.
hatte den Charakter der Eröffnungsrede zum Heiligen Jahr
24. Dezember 1949
(Offizielle italienische Fassung: AAS 42 [1950] 121-133)

(Quelle: Herder-Korrespondenz, Herder Verlag, 4. Jahrgang 1949/50; Viertes Heft, Januar 1950, S. 161).
Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen guten Willens. (Lk 2,14 EU)

Hintergrund zur Weihnachtsbotschaft des Papstes

Am 24. Dezember 1949, 10 Uhr vormittags, eröffnete Papst Pius XIl., umgeben von zwanzig Kardinälen, zahlreichen Bischöfen, hunderten von Geistlichen, in Gegenwart von 50 000 Pilgern aus aller Welt und den diplomatischen Vertretern vieler Völker des Erdkreises das Heilige Jahr 1950. Die Feier der Eröffnung vollzog sich in der Form der vielhundertjährigen liturgischen Tradition. Unter den Klängen des "Veni Crator" begab sich der Papst in Prozession von der Sixtinischen Kapelle zur Vorhalle der Basilika des heiligen Petrus. An der vermauerten Heiligen Pforte empfing er aus der Hand des Kardinal-Protodiakons den silbernen Hammer. Mit den Worten: "Aperite mihi portas justitiae", die dem 117. Psalm entnommen sind, öffnete er mit drei Hammerschlägen symbolisch das Tor zur Gnade des Jubiläums. Das Tor tat sich auf, und der Papst sank als erster auf der Schwelle in die Knie. Eine brennende Kerze in der Linken und den Stab des Kreuzes in der Rechten haltend, stimmte der Vater der Christenheit als Ausdruck des Dankes für die Gnade des Heiligen Jahres das Te Deum an.

Der Eröffnungsfeier folgte, abweichend von der Tradition, zur Stunde der Christnacht eine Mitternachtsmesse des Papstes in St. Peter, an der annähernd 60 000 Gläubige teilnahmen. Es kennzeichnet die Gefühle des Heiligen Vaters für die Völker deutscher Zunge, dass er von den etwa 1000 deutschsprachigen Pilgern zu Beginn der mitternächtlichen Feier das Lied: "Stille Nacht, heilige Nacht" singen ließ.

Was die Gemeinschaft der Gläubigen und der Papst persönlich vom Heiligen Jahr erhoffen und was den besonderen Gegenstand und Inhalt unserer Gebete bilden soll, das hat Pius XII. bereits vor einem Jahr in dem Gebet zum Ausdruck gebracht, das er damals zur Vorbereitung der Gläubigen auf das Jubiläum verfasste und das er bei der Eröffnungsfeier in St. Peter betete: Das Heilige Jahr möge "das Jahr der großen Rückkehr und des großen Verzeihens" werden. Dieser Gedanke beherrschte auch die Weihnachtsansprache des Papstes, die in diesem Jahre zugleich den Charakter einer Eröffnungsrede zum Heiligen Jahre trägt.

Die liturgische Handlung der Eröffnung lässt, gleich vielen anderen liturgischen Akten der Kirche, für Menschenworte keinen Raum. Die Sprache der Liturgie genügt in diesem Augenblick. Der Heilige Vater brachte deshalb das, was er zum Heiligen Jahr der Christenheit und der Menschheit wünscht und von ihr erwartet, schon am Tage zuvor in seiner Antwort auf die Glückwünsche des Kardinalskollegiums zum Ausdruck.

Die Kardinäle haben in ihrer Glückwunschadresse drei Anliegen genannt, die der Christenheit in diesem Augenblick vor allem anderen am Herzen liegen: " Wir versprechen uns (vom Heiligen Jahre) heilsame und reiche Früchte im Hinblick auf das Heil der Seelen, die vollkommenere Verwirklichung der sozialen Gerechtigkeit und den Frieden unter den Völkern." Diese drei Sorgen, von denen das Schicksal der Menschheit abhängt, hören wir auch in der Rede des Heiligen Vaters wieder anklingen.

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