Note über das Vorgehen der Kongregation für den Klerus in Bezug auf Priester mit Kindern

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Note über das Vorgehen der Kongregation für den Klerus in Bezug auf Priester mit Kindern ist ein Richtlinien-Dokument der Kongregation für den Klerus, das den Umgang mit Fällen beschreibt und zur Anwendung kommt, wenn Priester des lateinischen Ritus Kinder gezeugt haben. Die Kongregation stellt den Text gewöhnlich den Bischofskonferenzen und einzelnen Bischöfen, die mit dem Thema zu tun haben und fragen, wie sie vorgehen sollen, zur Verfügung und kommentiert ihn. Das Dokuement ist eigentlich für die interne Nutzung gedacht, wird jedoch fälschlicherweise als »geheim« bezeichnet.

Vorlauf des Dokumentes

Das Dokument sammelt und systematisiert die im Dikasterium seit Jahren geltende Praxis. Seit ca. 2010 folgt das Dikasterium einer bestimmten Praxis. Der damalige Präfekt Claudio Hummes hatte mit dem Heiligen Vater, seinerzeit Papst Benedikt XVI., über die Fälle von Priestern gesprochen, die jünger als 40 Jahre waren und Kinder hatten, und vorgeschlagen, ihnen die Dispens zu erteilen, ohne zu warten, bis sie das 40. Lebensjahr erreicht hätten, wie es in den kirchenrechtlichen Normen jener Zeit vorgesehen war. Hauptziel einer solchen Entscheidung war und ist bis heute die Wahrung des Kindeswohls, also des Rechts der Kinder, neben der Mutter auch einen Vater an ihrer Seite zu haben. Damit ist sowohl der finanzielle Unterhalt gemeint, als auch muss ein heranwachsendes Kind vor allem von der Liebe der Eltern und einer angemessenen Erziehung begleitet werden – von allem, was eine echte und verantwortliche Vaterschaft mit sich bringt, vor allem in den ersten Lebensjahren.

Die Vorgehensweise der Kongregation für den Klerus

In den Akten zu den Dispensen vom Priesteramt gilt das Vorhandensein von Kindern praktisch »automatisch« als Grund, den Fall rasch dem Heiligen Vater vorzulegen, damit dieser die Dis­pens erteilen kann. Man versucht, alles zu tun, um die Dispens von den Pflichten des klerikalen Standes innerhalb möglichst kurzer Zeit – etwa zwei Monaten – zu erlangen, damit der Priester sich an die Seite der Mutter stellen und sich um das Kind kümmern kann. Eine solche Situation gilt als »irreversibel«; der Priester muss den klerikalen Stand auch dann aufgeben, wenn er sich selbst als für den Dienst als geeignet ansieht.

(Quelle: Andrea Tornielli in: OR 15. März 2019, S. 6; Orig. ital. in O.R. 28.2.2019)

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