Offizium Paráklesis

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Das Offizium Paráklesis ist ein Bittgottesdienst aus der Ostkirche der sich an die Gottesmutter richtet.

Es gibt zwei Formen des "Paráklesis: der Kleine Kanon ist in der Regel das, was "Paráklesis" genannt wird. Der große parakletische Kanon wird meist in Kirchen gelesen.

Der Bittgottesdienst kann sowohl in Kirchen als auch in Privathäusern gehalten werden, um göttliche Hilfe bei geistigen oder körperlichen Leiden oder sonstigen persönlichen Schwierigkeiten auf die Fürsprache Mariens zu erflehen. Während des Gottesdienstes nennt der Priester die Namen jener, in deren Anliegen gebetet wird.

Inhaltsverzeichnis

"Paráklesis"

Der Begriff "Paráklesis" hat zwei verschiedene Bedeutungen: erstens meint er "Tröstung", weswegen der Heilige Geist auch "Paraklet" (von griechisch": paraklaleo", "herbei rufen") oder "Tröster" genannt wird. Die zweite Bedeutung ist "Flehen" oder "Bitten". Das Offizium "Paráklesis" setzt sich aus Bitt Hymnen zusammen, um Trost und Mut zu erlangen. Es sollte in Zeiten der Versuchung, Entmutigung oder Krankheit gebetet werden. Vor allem wird er in den zwei Wochen vor "Entschlafung" oder "Aufnahme" der allerseligsten Muttergottes (15. August) verwendet.

Verfasser

Für den Verfasser des Kleinen Kanons hält man den Hymnographen Theophanes bzw. Theosteriktos Monachos (wahrscheinlich 9. Jahrhundert) über den sonst nichts bekannt ist. Der Verfasser des großen Kanons ist Kaiser Theodorus II. Laskaris in Nikaia (etwas Mitte des 13. Jahrhunderts). Es scheint, dass der Kern, aus dem beide Kanones erwachsen sind, bis ins 5. Jahrhundert zurückgeht. Beide Kanones werden abwechselnd an den Abenden des Muttergottesfastens (1.-15. August) gesungen, nicht jedoch an den Festen Christi Verklärung und Entschlafung der Gottesmutter (Mariä Aufnahme in den Himmel).

Der kleine Kanon auf die Gottesmutter von Theosteriktos Monachos

Erste Ode

Da es die Flut wie trockenen Grund durchschritten und der Fron Ägyptens entflohen, schrie auf Israel: Lasst uns singen unserm Gott und Erretter.

Bedrängt von vielen Prüfungen, fliehe ich zu dir und suche das Heil: o Mutter des Wortes und Jungfrau. Sei mir Retterin vor Beschwernis und Schrecken. Stürme der Leidenschaft umtosen mich. Mit großer Verzagtheit erfüllen sie mir meine Seele. Gib Frieden, o Braut, durch die Ruhe deines Sohns, deines Gottes, über allen Tadel Erhabene.

Ich flehe dich an, o Jungfrau, die Gott, den Heiland, geboren, von den Feinden mich zu befreien. Denn da ich jetzt zu dir meine Zuflucht nehme, halte hin ich dir die Seele, den Geist.

Ihn, der an Leib und Seele erkrankt ist, würdige deiner heiligen Sorge und Fügung, einzige Gottesmutter, die du als Gute den Guten geboren.

Dritte Ode

Du der Himmelskuppel Bedacher, Herr, der Kirche Erbauer, mach mich stark in deiner Liebe, du der Gebieter oberster Herr, der Gläubigen Halt, Menschenfreund du allein.

Zu meines Lebens Schutz und Schirm bestelle ich dich, Gottesgebärerin, Jungfrau. Zu meinem Hafen lenke du mich, du Ursache alles Guten, der Gläubigen Stab, einzig all gefeiert in Hymnen.

Jungfrau, ich flehe zu dir: Zerstreu mir der Seele Verwirrung, der Mutlosigkeit Stürme. Denn du, Gottesbraut, hast Christus, den Fürsten des Friedens, empfangen, du allein Makellose.

Du hast geboren den gnädigen Herrn, der Tugend Begründer. Lasse allen sprudeln den Reichtum der Huld. Denn du kannst ja alles, da du Christus geboren, Gottseligste, als den, der mächtig an Kraft.

Von schlimmer Kraftlosigkeit, von krankhafter Leidenschaft werde ich versucht, o Jungfrau. Sei du mir Helferin. Denn als der Heilungen Schatz erkenne ich dich, der nicht vergeht, o Allreine, den man niemals erschöpft.

Errette aus Gefahren deine Knechte, Gebärerin Gottes, weil wir alle nächst Gott zu dir unsre Zuflucht nehmen als einer unzerbrechlichen Mauer und Hilfe.

Schaue in Huld, Gebärerin Gottes, allbesungen in Hymnen, auf meines Leibes schlimme Bedrängnis und heile den Schmerz meiner Seele.

Warmherzige Mittlerin, unbezwingliche Mauer, der Erbarmung Born, Zuflucht der Welt, mit ausgebreiteten Armen rufen wir zu dir: Gottesgebärerin, Herrin, zuvorkommend befreie uns aus Gefahren, du allein hilfst uns schnell.

Vierte Ode

Vernommen hab ich, Herr, deiner Heilsordnung Mysterium, bedacht deine Werke, deine Gottheit gerühmt.

Beruhige meiner Leidenschaften Verwirrung und meiner Fehler Brandung, die du, Braut Gottes, Christus, den Steurer, geboren.

Die Tiefe deiner Erbarmung schenke mir, der darum fleht. Denn du hast den Erbarmer geboren, den Retter aller, die dich besingen in Hymnen.

Da wir, Allheilige, genießen deine Geschenke, senden wir empor eine Hymne des Dankes, die wir als Gottes Mutter dich kennen.

Da wir in dir die Hoffnung besitzen, den Halt, des Heiles unerschütterte Mauer, in Hymnen Allgepriesene, werden wir von allem Ungemache befreit.

Fünfte Ode

Erleuchte uns, Herr, durch deine Gebote, mit deinem erhabenen Arme reiche, Menschenfreund, deinen Frieden uns dar.

Mit Heiterkeit, Reine, erfülle mein Herz: Gib uns deine ungemischte Freude, die du der Heiterkeit Bringer geboren.

Befreie uns aus Gefahren, Gottesgebärerin, Reine, die du ewige Erlösung geboren und jenen Frieden, der allen Verstand übersteigt.

Die Nacht meiner Fehler verscheuche, Gottes Braut, durch das Licht deines Glanzes, die du geboren das göttliche und ewige Licht.

Meiner Seele Krankheit heile, o Reine, deiner Sorge würdige mich, durch deine Fürbitte schenk mir die Heilung.

Sechste Ode

Das Flehen gieße aus ich beim Herrn, ihm künde ich meine Bedrängnisse. Denn von Sünden ist meine Seele erfüllt, und dem Hades hat sich mein Leben genaht. Und ich flehe wie Jonas: Aus dem Verderben, o Gott, führ mich empor.

Der Retter aus Tod und Verwesung überlieferte sich selber dem Tod. Ihn, deinen Herrn, deinen Sohn, o Jungfrau, fleh an, dass er meine Natur, die dem Verderben, dem Tode verfallen, von der Feinde Bosheit befreie.

Als des Lebens Schirmerin erkenne ich dich, als seine zuverlässige Wächterin, Jungfrau, die auflöst der Versuchungen Schwarm und den Übermut der Dämonen verjagt. Und ich bitte, mich stets zu befreien aus der Leidenschaften Verderben.

Eine Mauer der Zuflucht besitzen wir in dir, der Seelen vollendete Rettung, eine Weite in den Drangsalen, Braut. Und wir freuen uns stets deines Lichtes, o Herrin. Aus Leidenschaften und Gefahren sei uns Retterin auch jetzt.

Auf dem Lager der Kranken liege jetzt ich danieder. Nicht gibt für mein Fleisch es noch Heilung. Wohlan, die du Gott hast empfangen, den Heiland der Welt, den Befreier von Krankheit, dich, Gute, flehe ich an: Erhebe mich von der Krankheit Verderben.

Errette aus Gefahren deine Knechte, Gebärerin Gottes, weil wir alle nächst Gott zu dir unsre Zuflucht nehmen als einer unzerbrechlichen Mauer und Hilfe.

Schaue in Huld, Gebärerin Gottes, allbesungen in Hymnen, auf meines Leibes schlimme Bedrängnis und heile den Schmerz meiner Seele.

Der Christen Helferin, die nicht wird zuschanden, unwandelbare Mittlerin beim Bildner, verachte nicht die Rufe der Gebete der Sünder. Nein, komm uns zu Hilfe, o Gute, die wir gläubig rufen zu dir: Eilig bitte, schnell flehe, die stets du jene beschirmst, Gottesmutter, die dich verehren.

Siebente Ode

Die Jünglinge, die aus Judäa einst nach Babyion kamen, im Glauben an die Dreiheit traten die Glut des Ofens sie nieder und sangen: Gott unserer Väter, gepriesen bist du.

Weil du unsere Rettung, Heiland, betreiben wolltest, hast du im Schoße der Jungfrau gewohnt, die du der Welt als Beschirmerin zeigtest: Gott unserer Väter, gepriesen bist du.

Ihn, der da liebt das Erbarmen, den du geboren, Mutter, du Reine, fleh an, zu befreien von Fehlern, von den Makeln der Seele, die gläubig rufen: Gott unserer Väter, gepriesen bist du.

Als Schatz des Heiles, als der Unverweslichkeit Quell hast du die gezeigt, welche dich empfangen, als der Sicherheit Burg, als Pforte der Reue denen, die rufen: Gott unserer Väter, gepriesen bist du.

Des Körpers Weichlichkeit und der Seele Kraftlosigkeit, Gottesgebärerin, lass dich herab, denen zu heilen, die in Liebe unter deinen heiligen Schutz eilen, die du uns Christus, den Heiland, geboren.

Achte Ode

Den König der Himmel, den die Heere der Engel in Hymnen besingen, preiset in Hymnen und erhebet ihn in alle Äonen.

Verachte, Jungfrau, nicht, die Hilfe von dir erflehen, die dich in Hymnen besingen und, Braut, dich erheben in die Äonen.

Der Heilungen Reichtum gieße aus über die, welche gläubig dich, Jungfrau, in Hymnen besingen und erheben dein unsagbares Gebären.

Meiner Seele Schwachheiten heile, die Leiden des Fleisches, o Jungfrau, dass ich dich, die Begnadete, preise.

Der Versuchungen Stürmen und der Leidenschaft Andrang verjagst du, o Jungfrau. Drum erheben in Hymnen wir dich in alle Äonen.

Neunte Ode

Mit Recht bekennen wir dich als Gottesgebärerin, wir, die durch dich errettet sind, Jungfrau, du Reine, mit den Reigen der Körperlosen erheben wir dich.

Den Strom der Tränen entferne mir nicht, die du, Jungfrau, Christus geboren, der aus jedem Antlitz jede Träne entfernte.

Mit Freude erfülle, o Jungfrau, mein Herz, die du die Fülle der Freude empfangen und zunichte machtest die Trauer der Sünde.

Hafen und Hilfe sei denen, die ihre Zuflucht, Jungfrau, nehmen zu dir, und unerschütterte Mauer, Zuflucht, Schutz und Frohlocken.

Mit den Strahlen des Lichtes erleuchte, o Jungfrau, der Unwissenheit Dunkel verscheuchend, jene, die als Gottesgebärerin gläubig dich künden.

Ihn, der am Orte der Trübsal durch Schwachheit gebeugt ist, heile, o Jungfrau, aus Kraftlosigkeit führe ihn zur Kraft.

Der große Kanon auf die Gottesmutter von Kaiser Theodorus Laskaris IL

Erste Ode

Den Wagenkämpfer Pharao versenkte einst des Moses Wunderstab. Mit des Kreuzes Zeichen peitschte, teilte er das Meer. Doch Israel, das zog zu Lande, hat er errettet auf der Flucht, dass es ein Lied ihm sang.

Der Leiden Andrang umstürmt meine elende Seele. Und die Wolken des Unheils verhüllen mein Herz, Gottesbraut. Wohlan, du hast geboren das heilige, ewige Licht, der Freude Licht lass mir leuchten.

Aus maßlosen Nöten, Bedrängnissen, von grollenden Feinden, vom Unheil des Lebens durch deine gewaltige Macht erlöst, o Allreine, besinge ich in Hymnen, erhebe ich deine unermessliche Liebe, die Tröstung, die du mir gabst.

Nun nehme vertrauend ich meine Zuflucht zu deiner mächtigen Hilfe, und mit ganzer Seele bin unter deinen Schutz ich geeilt, und ich beuge, o Herrin, das Knie und weine und seufze: Mich Armen verachte nicht, Zuflucht der Christen.

Nicht will ich schweigen. Laut will ich deine Großtaten künden. Denn ständest nicht du, Braut, stets als Schirmerin da, zu deinem Sohn, deinem Gotte flehend für mich, wer hätte mich dann aus so gewaltiger Brandung und furchtbaren Gefahren errettet?

Dritte Ode

Du der Himmelskuppel Bedacher, du der Kirche Erbauer, mach mich stark in deiner Liebe, du der Gebieter oberster Herr, der Gläubigen Halt, Menschenfreund du allein.

Mangel leidend an allem, rufe ich klagend zu dir: Warmherzige Helferin, schenke zuvorkommend Hilfe deinem Knechte, dem Niedrigen, Armen, der heiß deine Hilfe begehrt.

Du hast nun in Wahrheit wunderbar an mir bewiesen, Herrin, Braut, deine Wohltaten, deine Erbarmungen. Drum preise ich dich, besinge ich in Hymnen, rühme im Liede ich deine reiche, unermessliche Sorge.

Das Brausen des Unheils, Herrin, umstürmt mich. Es versenken mich die Brandungen der Leiden. Wohlan denn, zuvorkommend reiche mir deine helfende Hand, meine warmherzige Helferin und Beschirmerin.

Als wahre Gottesgebärerin bekenne ich dich, o Herrin, die des Todes Macht vernichtet hat. Denn als Beleberin hast du aus den Banden des Hades zum Leben mich hingeführet, der zerronnen zu Staub.

Errette aus Gefahren deine Knechte, Gebärerin Gottes, weil wir alle nächst Gott zu dir unsre Zuflucht nehmen als einer unzerbrechlichen Mauer und Hilfe. Schaue in Huld, Gebärerin Gottes, all besungen in Hymnen, auf meines Leibes schlimme Bedrängnis und heile den Schmerz meiner Seele.

Warmherzige Mittlerin, unbezwingliche Mauer, der Erbarmung Born, Zuflucht der Welt, mit ausgebreiteten Armen rufen wir zu dir: Gottesgebärerin, Herrin, zuvorkommend befreie uns aus Gefahren, du allein hilfst uns schnell.

Vierte Ode

Du bist meine Stärke, Herr, bist meine Kraft, du mein Gott, mein Frohlocken. Du hast nicht den Schoß des Vaters verlassen und doch unsre Armut geschaut. Drum rufe ich zu dir mit Habakuk, dem Propheten: Preis sei deiner Macht.

Und wo denn will ich sonst eine Hilfe finden? Wohin soll ich fliehen? Wo soll ich gerettet werden? Wen soll ich als warmherzige Helferin haben, von den Nöten, wehe mir, den Stürmen des Lebens bedrängt? Zu dir allein geht mein Hoffen, zu dir mein Vertrauen, mein Rühmen. Unter deinen Schutz eile ich. Sei Retterin mir.

Den süßen Strom deiner Erbarmung, der mit reichen Gaben meine ganz arme und elende Seele benetzt, die von des Unheils, der Bedrängnisse Feuer entzündet, Allreine, erhebe ich, künde ich. Unter deinen Schutz eile ich. Sei Retterin mir.

Dich, reine, makellose Jungfrau, allein habe ich als unbezwingliche Mauer, als Zuflucht, als mächtige Helferin, als Bollwerk des Heils. Verachte mich, den Verzweifelten, nicht, Hoffnung der Hoffnungslosen, der Kranken Beistand, der Bedrängten Freude und Schutz.

Wie soll ich vermögen, würdig dein unermessliches Erbarmen, o Herrin, zu künden, das stets meine furchtbar brennende Seele wie Wasser besprengte? Doch, o deiner Sorge, o deiner Wohltat, die so reich ich gekostet.

Fünfte Ode

Warum hast du mich verstoßen von deinem Angesicht, unzugängliches Licht? Warum hat feindseliges Dunkel mich Armen bedeckt? Wohlan, bekehre mich und zum Licht deiner Gebote, ich bitte, lenk meine Wege.

Dankbar ruf ich zu dir: Freude dir, Mutter und Jungfrau. Freude dir, Gottes Braut. Freude dir, heilige Schirmerin. Freude dir, Wehr und unzerstörbare Mauer. Freude dir, Patronin, derer, die gläubig eilen zu dir, Hilfe und Heil.

Die töricht mich hassen, hielten Geschosse und Schwerter und Gruben bereit, und zu zerfleischen suchen sie meinen armseligen Leib, suchen ihn zur Erde zu werfen, o Reine. Drum, zuvorkommend vor ihnen sei Retterin mir.

Erlöse mich aus jeglicher Not, aus Trauer und Krankheit und Schaden. Durch deine Macht in deinem Schutze behüte mich unversehrt vor jeder Gefahr, vor Feinden, die mich bekriegen und hassen, du in Hymnen allgefeierte Braut.

Welche Gabe des Dankes soll ich dir bringen als Entgelt für deine Geschenke und deine unermessliche Güte, die ich genießen durfte? So will ich denn preisen, in Hymnen besingen, erheben deine unsagbare Liebe zu mir.

Sechste Ode

Das Flehen gieße aus ich beim Herrn. Ihm künde ich meine Bedrängnisse. Denn von Sünden ist meine Seele erfüllt. Und dem Hades hat sich mein Leben genaht. Und ich flehe wie Jonas: Aus dem Verderben, o Gott, führ mich empor.

Die Wolken der Leiden bedecken meine elende Seele, mein Herz, und rufen hervor, o Braut, mir die Nacht. Du hast geboren das unzugängliche Licht. Durch das Wehen deines heiligen Flehens verjage sie weit.

Als Trost in der Trübsal stehst du mir vor Augen, als Arzt in Krankheiten erkenne ich dich, als die, welche gänzlich zerschmettert den Tod, als des Lebens unerschöpflichen Strom und als aller Leidenden schnelle, entschlossene Helferin.

Nicht verheimliche ich die Tiefe deiner Erbarmung und das Quellen unermesslicher Wunder und den wahrhaft nie versiegenden Born deiner Liebe, Herrin, zu mir. Wohlan denn, allen bekenne ich's, rufe und künd ich es, tue laut ich es kund.

Die Wogen des Lebens schlossen ringsum mich ein wie Bienen die Wabe, o Jungfrau, und quälen mein Herz, verwunden es mit dem Pfeile der Trübsal. O möchte ich dich als Helferin, Verfolgerin, Schirmerin finden, Allreine.

Errette aus Gefahren deine Knechte, Gebärerin Gottes, weil wir alle nächst Gott zu dir unsre Zuflucht nehmen als einer unzerbrechlichen Mauer und Hilfe.

Schaue in Huld, Gebärerin Gottes, allbesungen in Hymnen, auf meines Leibes schlimme Bedrängnis und heile den Schmerz meiner Seele.

Der Christen Helferin, die nicht wird zuschanden, unwandelbare Mittlerin beim Bildner, verachte nicht die Rufe der Gebete der Sünder. Nein, komm uns zu Hilfe, o Gute, die wir gläubig rufen zu dir: Eilig bitte, schnell flehe, die stets du jene beschirmst, Gottesmutter, die dich verehren.

Siebente Ode

Der Hebräer Jünglinge traten kühn nieder im Ofen die Glut und wandelten das Feuer in Tau, und sie riefen: Herr, Gott, gepriesen bist du in die Äonen.

Du hast, Gottesgebärerin, geboren das Licht. Erleuchte mich, der durch die Nacht der Sünden verfinstert ist, du des Lichtes reines, fleckenloses Gefäß, damit ich in Liebe dich preise.

Schutz sei und Schirm und Hilfe und Ruhm du, o Jungfrau, mir, der jetzt von jeder Hilfe entblößt ist, da der Hilflosen Kraft, der Hoffnungslosen Hoffen du bist.

Mit ganzer Seele, ganzem Geist, ganzem Herzen, mit den Lippen preise ich dich, der ich genießen durfte deine Gnadengeschenke. O deiner Güte, deiner unermesslichen Wunder.

Blick her mit gnädigem Antlitz und schaue mein Leid. Von schlimmem Unheil, von Schaden, Gefahren und Prüfungen errette mich in deinem grenzenlosen Erbarmen.

Achte Ode

Ihn, der verherrlicht ward auf heiligem Berge und dem Moses im Dornbusch das Mysterium der allzeit Jungfräulichen kundtat im Feuer, rühmet in Hymnen den Herrn und erhebet ihn in alle Äonen. Ob der Güte deiner Erbarmung, o Jungfrau, verachte mich, Heilige, nicht, der im Schwall der Wellen des Lebens versinkt. Wohlan, reiche mir deine helfende Hand, mir, der sich in den Leiden des Lebens erschöpft.

Es fanden mich Bedrängnisse, Trübsale, Nöte, o Reine, und des Lebens Leiden und Prüfungen schlossen rings stets mich ein. Wohlan, tritt zu mir her und nimm mich in deinen mächtigen Schutz.

In den Brandungen fand ich als Hafen dich, in der Trübsal als Freude und Wonne, als schnelle Helferin in der Krankheit, als Schirmerin in den Gefahren und in der Prüfung als Schutz.

Freude dir, des Herren feuriger Thron. Freude dir, heiliges Mannagefäß. Freude dir, goldener Leuchter, unauslöschliches Licht. Freude dir, der Jungfrauen Glanz, der Mütter Zierde und Ruhm.

Neunte Ode

Es erstaunte darüber der Himmel, und die Enden der Erde erschraken, dass Gott im Leibe den Menschen erschienen und dein Schoß weiträumiger ward als die Himmel. Drum, Gottesgebärerin, erheben dich die Ordnungen der Engel und Menschen.

Zu wem, Reine, sonst soll ich fliehen? Wohin soll ich noch eilen? Wo finden das Heil? Wohin soll ich wandern? Welche Zuflucht soll ich noch suchen? Welche warmherzige Helferin noch? Welchen Beistand in Trübsal? Zu dir allein geht mein Hoffen, auf dir allein steht mein Rühmen. Zu dir nehme vertrauend ich Zuflucht.

Nicht ist es möglich, Gottesbraut, deine Großtaten zu zählen und die unergründliche Tiefe deiner Wunder zu künden, die den Verstand überragen, die du ständig an denen gewirkt, die in Liebe dich ehren und gläubig dir huldigen als Gottes wirklicher Mutter.

In Dankeshymnen preise ich und in Liedern erhebe ich dein grenzenloses Erbarmen und bekenne allen deine gewaltige Macht. Und deine Wohltaten, die du ausgeschüttet auf mich, künde ich, erhebe stets ich mit Seele und Herz, mit den Lippen, im Geist.

Mein armseliges Flehen nimm an und mein Weinen verachte nicht, meine Tränen, mein Seufzen. Nein, nimm meiner, o Gute, dich an und erfüll meine Bitten. Denn du kannst ja alles, Mutter des allmächtigen Gottes und Herrn, wenn du nur noch dich neigest zu meiner elenden Ohnmacht.

Vollkommener Ablass

Ein vollkommener Ablass wird demjenigen Christgläubigen gewährt, der den Hymnos Akáthistos oder das "Offizium Paráklesis" andächtig betet in einer Kirche oder einer öffentlichen Kapelle oder auch in der Familie, einer religiösen Gemeinschaft, einer christlichen Vereinigung und überhaupt, wenn mehrere zu einem ehrenvollen Zweck zusammenkommen; in anderen Fällen ist es ein Teilablass (vgl. Enchiridion indulgentiarum 1999, Nr. 23, § 1, S. 681)

Bislang galten diese Ablassgewährungen nur für Angehörige von Orientalischen Rituskirchen (vgl. HA 1989, Nr. 48, § 4, S. 56). Nun können auch die Christen der Westkirche den damit verbundenen Ablass gewinnen. Dies begründet das Ablassbuch wie folgt: »Kraft ihrer Katholizität“bringen die einzelnen Teile der Kirche ihre eigenen Gaben den übrigen Teilen und der ganzen Kirche hinzu", so dass das Ganze und die einzelnen Teile gefördert werden (Lumen gentium 13) hinsichtlich der universellen geistlichen Gaben der göttlichen Freigebigkeit. So ist es gekommen, dass die Gebete aus verschiedenen orientalischen Traditionen auch bei den Gläubigen des lateinischen Ritus, besonders in den letzten Jahren, Verbreitung fanden und mit keinem geringen Vorteil für die religiöse Frömmigkeit, sei es die private, sei es die öffentliche, in Gebrauch kamen.« (EI 1999, Nr. 23, S. 68)

Quellen