Opfer

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In der heidnischen Welt waren Opfer ein Mittel, um sich die Gunst der Götter zu erwerben. Davon grenzt sich das biblische Verständnis von Opfer deutlich ab. Hier ist ein Opfer eine Dank- und Liebesgabe, Zeichen des Vertrauens, oder Zeichen der tätigen Reue. Das deutsche Wort „Opfer“ leitet sich vom lateinischen Wort „au-ferre“ her, was „nach oben tragen“ bedeutet wie das entsprechende Wort in der griechischen Sprache „ana-phorein“.[1]

Gott führt sein Volk weg von den heidnischen Bräuchen hin zum Opfer des Lobes, das seine letzte Stufe erreicht in dem Ruf des Apostels Paulus, dass jeder Mensch sich selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen, das Gott gefällt (Röm. 12,1).

Als Vorbild dazu schauen wir zuerst auf Jesus, das "Lamm Gottes", aber auch auf Seine heiligen Märtyrer, und nicht zuletzt auf die Märtyrer des Alltages, die ihr Blut Tropfen für Tropfen hingeben im Dienst an Gott und an ihren Nächsten.

Beim christlichen Verständnis steht nicht das schmerzvolle Loslassen im Vordergrund, sondern der Wunsch Gott näherzukommen, frei zu werden für Ihn. Daher sind auch die kleinen Opfer und Entsagungen des täglichen Lebens geeignet, einen Weg der Heiligkeit zu führen. Ja die Meister des geistlichen Lebens empfehlen gerade die kleinen Opfer um frei für Gott zu werden - empfehlen aber, wenn man sich zu größeren Opferwerken gerufen fühlt, unbedingt das Einverständnis des Beichtvaters einzuholen.

Inhaltsverzeichnis

Das Opfer des Kain und Abel

Kain brachte als Ackerbauer ein wenig von seiner Ernte als Opfer dar - so wie wir manchmal ein wenig unseres Überflusses spenden. Abel brachte die Erstlinge (die Zukunft) seiner Herde als Opfer dar - im Vertrauen, dass Gott der Herde Zukunft schenkt. Aufgrund des Unterschiedes in der Haltung der Opfernden wurde das eine Opfer angenommen, das andere nicht.

Das Opfer des Abraham

Gen. 22,1 ff. Diese Schriftstelle wendet sich gegen die in der Nachbarschaft Abrahams üblichen Kinderopfer - und läßt uns zugleich durch die Auffindung eines Widders als Opfer an Den denken, der selbst für uns das Lamm war und nicht vom Vater zurückgehalten wurde.

Das Kreuzesopfer Jesu Christi

Das eine Opfer Jesu finden wir sozusagen auf zwei Ebenen vor: das (blutige) Opfer am Kreuz und das (unblutige) Eucharistische Opfer.

Das Eucharistische Opfer, sakramentales Gedächtnis des einzigen Heilstat Christi, basiert zwar auf dem jüdischen Pascha (Pessach) Fest, das dem Verständnis des jüdischen Glaubens gemäß die Ereignisse des Auszugs aus Ägypten real gegenwärtig setzt. Der letzte Becher Wein und das Brechen des Brotes wird nun aber zur Vergegenwärtigung des Opfertodes Christi; der Kelch Seines Blutes, das für uns vergossen wird und in dem wir alle vom ewigen Tod erlöst werden (wie die Israeliten durch das Blut des Lammes am Türpfosten vor dem Würgengel bewahrt wurden, der die Erstgeborenen des Volkes Ägypten, d.h. die Zukunft des Volkes, tötete); das Brechen des Brotes als Darstellung des gewaltsamen Zerrissenwerdens von Jesu Leib.

Durch das Teilnehmen an der sakramentalen Kommunion werden auch wir geheimnisvoll hineingenommen in das Kreuzesopfer Jesu. Wir sprechen vom Mystischen Leib Christi, der die Kirche ist: horizontal in der Vielfalt seiner Glieder in den Christen aller Länder der Erde; vertikal in der endlosen Schar der Christen durch den Lauf der Zeit hin bis zum zweiten Kommen Jesu. Alle verbunden durch die Eucharistischen Gaben.

Zitate

L'amour, le sacrifice, l'immolation précédent l'acte de la creation du monde, sont à sa source.

P. Evdokimov, L'art de l'icône. Théologie de la Beauté, Paris 1970, p. 208. [Übersetzung: "Die Liebe, das Opfer, die Hingabe, die dem Akt der Schöpfung vorausgingen, sind an ihrer Quelle."]

Anmerkungen

  1. so Kardinal Kurt Koch Das Motu proprio ‚Summorum Pontificum’ als ökumenische Brücke Kath.net am 16. Mai 2011 von Armin Schwibach
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