Orientales omnes ecclesias

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Enzyklika
Orientales omnes ecclesias

von Papst
Pius XII.
an die ehrwürdigen Brüder, die Patriarchen, Primaten, Erzbischöfe, Bischöfe
und andere Ordinariaten, die im Frieden und in Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhle leben
über den 350. Jahrestag der Vereinigung der ruthenischen Kirche mit dem Apostolischen Stuhl
23. Dezember 1945

(Offizieller lateinischer Text: AAS 38 [1946] 34-63)

(Quelle: Enzyklika "Orientales omnes", 350. Wiederkehr des Jahres der glücklichen Union der ukrainischen Kirche mit dem Apostolischen Stuhl, Herausgegeben von der Apostolischen Visitatur und Administratur der gr.-katholischen Kirche in Deutschland, München-Pasing 1946, Imprimatur München, den 9. November 1946 Buchwieser Generalvikar, Gedruckt im Rahmen der Lizenz Nr. 6 für kirchliche Drucksachen Domkapitular Simon Irschl; Die Abschnittseinteilung und Nummerierung folgt der englischen Fassung, siehe Weblink)

Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Gruß Euch, Hochwürdige Brüder,
und Apostolischen Segen

Inhaltsverzeichnis

Einleitend

1. Allen Kirchen des Ostens haben die römischen Päpste, wie uns die Geschichte lehrt, immer ihr aufrichtigstes Wohlwollen entgegengebracht. In größtem Bedauern über den Abzug dieser Kirchen aus dem einen gemeinschaftlichen Stalle der christlichen Herde und "nicht geleitet von irgendwelchen menschlichen Erwägungen, sondern von der Liebe Gottes und dem Streben nach gemeinschaftlicher Erlösung".[1] riefen sie immer und immer wieder dazu auf, dass diese Kirchen zu dieser Gemeinschaft, von der sie leider abgezogen waren, so schnell wie möglich wieder zurückkehrten. Denn für sie war es eine sichere und nicht zu bezweifelnde Tatsache, dass so eine glücklich zustande gekommene Wiedervereinigung für die christliche Welt im ganzen und im besonderen für die östlichen Kirchen von größtem Nutzen sein werde. Schließlich müsste sich doch aus einer vollkommenen Vereinigung aller Christen für den mystischen Körper Jesu Christi und seine einzelnen Glieder großer Nutzen ergeben.

2. Dazu muss betont werden, dass im Falle der Wiederherstellung der Glaubens- und Führungseinheit die östlichen Kirchen sich nicht zu fürchten brauchten, dass man sie zwingen würde, ihre festgelegten Gebräuche und Sitten aufzugeben; denn unsere Vorgänger haben immer klar und deutlich erklärt: "Es gibt keine Ursache zu irgendwelchen Befürchtungen, dass wir oder unsere Nachfolger Euch der eigenen Rechte, der patriarchalischen Privilegien oder der Bräuche im Ritus der einzelnen Kirchen berauben könnten."[2]

3. Und obwohl dieser glückliche Tag noch nicht gekommen ist, an dem wir alle Völker des Ostens, die zur großen Herde zurückgekehrt sind, an, unsere väterliche Brust drücken können, so sehen wir doch mit Freuden viele Söhne aus diesen Gegenden, welche den Stuhl des Heiligen Petrus als eine Festung der katholischen Einheit anerkannt haben und diese Einigkeit dauernd mit aller Kraft zu schützen und zu stärken bemüht sind.

4. Unter ihnen muss man heute besonders die ukrainische Kirche erwähnen, nicht nur deshalb, weil sie die größte der Zahl ihrer Mitglieder und der Festigkeit des Glaubens nach ist, aber auch darum, weil schon 350 Jahre vergangen sind, seitdem sie zur Einigkeit mit dem Apostolischen Stuhl zurückgefunden hat. Und obwohl wir uns in erster Linie an diejenigen wenden, welche in Dankbarkeit dieses glückliche Geschehen feiern werden, so halten wir es auch für gegeben, diese Tatsache allen Katholiken ins Gedächtnis zu bringen, damit sie dafür bis zum Tode dem Herrgott dankbar bleiben und Ihn zusammen mit uns bitten, Er möge gnädigst das heutige Leiden und die Sorgen dieses geliebten Volkes vermindern und erleichtern. Möge Er seine heilige Frömmigkeit behüten, möge Er auch seine Standhaftigkeit und seinen ungebrochenen Glauben stützen.

I.

5. Ich finde, Hochwürdige Brüder, dass es nicht nutzlos sein wird, wenn wir in dieser Schrift in einer kurzen und bündigen Art geschichtstreu auf die Tatsachen eingehen, um die es sich handelt. In erster Linie muss erwähnt werden, dass diese Völker schon, bevor die Vereinigung der Ukrainer mit dem Apostolischen Stuhl in den Jahren 1595-1596 so erfolgversprechend in Rom durchgeführt und in der Stadt Brest bestätigt worden war, oft die römische Kirche als die Mutter der christlichen Einheit betrachtet und, ihrem Gewissen nach, ihr gebührenden Gehorsam und Ehre bezeigt haben. So zum Beispiel wird der Heilige Wolodymyr, dieser große Fürst, von den fast unzählbaren Völkern des Russischen Reiches als der Schöpfer und Beschützer ihres Übertrittes zum christlichen Glauben betrachtet. Aber obwohl er den Gottesdienst und den Ritus von der östlichen Kirche übernommen hatte, ist er nicht nur, seiner Pflicht bewusst, in Einigkeit mit der katholischen Kirche geblieben, sondern er sorgte auch immer dafür, dass zwischen dem Apostolischen Stuhl und seinem Volke freundschaftliche Beziehungen erhalten blieben. Viele von denen, die aus seiner edlen Familie stammten, empfingen die Abgeordneten der römischen Päpste mit allen gebührenden Ehrenbezeigungen und standen in brüderlicher Verbindung mit anderen katholischen Gemeinschaften, auch dann noch, als sich die byzantinische Kirche schon auf traurige Art abgesondert hatte.

6. Darum hat auch Isidor, Metropolit von Kyjiw und des gesamten Reußenlandes, nicht mit der alten Tradition, die im Gedächtnis der ukrainischen Kirche erhalten blieb, gebrochen, als er im Jahre 1439 auf dem ökumenischen Konzil in Florenz seine Unterschrift unter das Dekret setzte, wonach die griechische Kirche feierlich der lateinischen angegliedert wurde. Ungeachtet dessen wurde er, obwohl er, in die Heimat zurückgekehrt, in Kyjiw mit großer Freude begrüßt wurde, trotzdem nachträglich in Moskau verhaftet, musste fliehen und seinen Heimatboden verlassen.

7. Aber die Tatsache der Vereinigung der Ukrainer mit dem Apostolischen Stuhl ist nicht im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten, obwohl unter den damaligen schweren Verhältnissen oft ein guter Grund dazu vorhanden gewesen wäre. Und so wissen wir, dass im Jahre 1458 der Patriarch von Konstantinopel, Gregor Mammas, in unserer heiligen Stadt die Weihe Gregors, des Metropoliten der Ukrainer, welche damals unter der Herrschaft des Großfürsten von Litauen standen, vollzogen hatte. Wir wissen auch, dass verschiedene Metropoliten, Nachfolger des oben genannten, die Verbindung mit der römischen Kirche wieder aufnehmen wollten, obwohl eigentlich ungünstige Verhältnisse keine offene und feierliche Erklärung dieser Einigkeit zuließen.

8. Am Ende des 16. Jahrhunderts wurde es von Tag zu Tag klarer, dass man nur nach einer nochmaligen Vereinigung mit dem Apostolischen Stuhl eine Erneuerung und einen erwünschten Umbau der ukrainischen Kirche, die schwerste Leiden erduldete, erwarten konnte. Auch nicht unierte Geschichtsschreiber unterstreichen den trostlosen Zustand dieser Kirche. Ukrainische führende Männer, die sich im Jahre 1585 in Warschau versammelt hatten, haben dem Metropoliten mit offenen und unsanften Worten ihre Klagen vorgetragen. Dabei behaupteten sie, dass ihre Kirche soviel Schlechtes zu erdulden habe wie niemals vorher, und es in Zukunft nicht schlechter werden könne. Sie haben offen selbst den Metropoliten, die Bischöfe und die Klosteräbte für diesen Zustand verantwortlich erklärt und haben ihnen schwere Vorwürfe gemacht. Da in diesem Falle weltliche Männer gegen die Hierarchie auftraten, sah es aus, als ob in großem Maße die kirchliche Disziplin untergraben würde.

9. Darum darf man sich nicht wundern, dass schließlich auch die Bischöfe selbst zu dieser Überzeugung kamen, dass für die ukrainische Kirche nur noch eine Hoffnung übrig bliebe, und zwar ihr Anschluss an die katholische Einheit. Zur selben Zeit hatte auch der Fürst Konstantin von Ostrog, welcher als einer der einflussreichsten Männer unter den Ukrainern galt, sich für die Durchführung einer solchen Rückkehr ausgesprochen, und zwar unter der Bedingung, dass sich die gesamte Ostkirche mit der Westkirche vereinige. Allerdings ist er später, als er zu der Überzeugung kam, dass dieser Plan so nicht durchgeführt werden würde, wie er es gewünscht hatte, ganz energisch gegen die Durchführung dieser Vereinigung aufgetreten. Dessen ungeachtet haben am 2. Dezember 1594 der Metropolit und sechs Bischöfe nach einem vorhergehenden Rat eine Deklaration herausgegeben, in der sie sich zur Arbeit für die Einigkeit und die gewünschte Vereinigung bereit erklärten. "Zu dieser Überzeugung kamen wir", so schrieben sie in der Deklaration, "nachdem wir zu unserem größten Schmerz gesehen hatten, welche Schwierigkeiten die Menschen bei der Erhaltung ihres Heils ohne jene Vereinigung der Kirchen Gottes zu überwinden haben. In dieser Einigkeit der Kirchen lebten unsere Vorfahren, angefangen von Christus, unserem Erlöser, und Seinen Heiligen Aposteln, und sie haben hier auf Erden als den höchsten Hirten und als ersten Würdenträger in der göttlichen Kirche niemanden anderen als den Heiligen römischen Papst anerkannt. Dem Papst haben sie sich gefügt in allem, und solange dieser Grundsatz bestand, hat immer Ordnung in der Gotteskirche geherrscht und die Verehrung Gottes zugenommen,".[3]

10. Es waren aber noch viele Schwierigkeiten zu überwinden, bis sie diesen löblichen Entschluss in die Tat umsetzen konnten. Zuletzt, am 9. Juli 1595, als eine neue Deklaration in diesem pinne im Namen aller ukrainischen Bischöfe abgegeben wurde, war die Sache soweit fortgeschritten, dass Ende September Cyrill Terleckyj, Bischof von Luck und Exarchus des byzantinischen Patriarchen, sowie Hipatius Potij, Bischof von Wolodymyr, als Vertreter aller anderen Bischöfe die Reise nach Rom unternehmen konnten. Sie führten ein Dokument mit sich, welches die Bedingungen enthielt, unter denen alle ukrainischen Bischöfe sich bereit erklärten, die kirchliche Einigkeit anzunehmen. Unser Vorgänger, der selige Papst Klemens VIII., empfing die beiden Vertreter mit großer Freundlichkeit und empfahl dem Rat der Kardinäle, das mitgebrachte Dokument genau zu prüfen. In dieser Richtung angestellte Erwägungen gaben der Angelegenheit einen günstigen Verlauf. Am 9. Januar 1596 wurden beide Vertreter dem Papst vorgestellt, danach übergaben sie die Deklaration der Bischöfe auf einer Großversammlung in die Hände des Papstes und legten - in ihrem und aller Namen das Glaubensbekenntnis des katholischen Glaubens ab, versprachen Subordination und Gehorsam.

11. An demselben Tag hat unser Vorgänger Klemens VIII. seine Botschaft zusammen mit Glückwünschen über dieses freudige Ereignis der Welt bekanntgegeben.[4] Mit welch großer Freude und welchem Wohlwollen die römische Kirche das ukrainische Volk in die Gemeinschaft der Herde aufgenommen hat, sieht man auch aus dem apostolischen Schreiben Benedictus sit Pastor vom 7. Februar 1596, in dem der Papst den Metropoliten und die anderen ukrainischen Bischöfe über die glücklich erfolgte Union und Verbindung ihrer gesamten Kirche mit dem Apostolischen Stuhl benachrichtigt. In diesem Schreiben berichtete der Papst kurz über alles, was in dieser Angelegenheit in Rom getan und besprochen worden war, er unterstrich die große Bedeutung dieses durch göttliche Barmherzigkeit zustande gekommenen Aktes und erklärte, dass die ukrainische Kirche weiter ihren Ritus und ihre gesetzlichen Bräuche unangetastet behalten könne. "Was eure Riten, Bräuche und Dienste anbetrifft, die in keinem Falle dem katholischen Glauben und seinem Ganzen sowie dem guten Verhältnis mit Uns schaden können, so erlauben Wir auch, sie alle beizubehalten, und zwar in derselben Gestalt und in derselben Art, wie sie auch im Florentiner Konzil erlaubt worden waren."[5] Danach erklärte er, dass er Seine Majestät, den polnischen König, ersucht habe, nicht nur die Bischöfe mit allem Gefolge zu beschützen, sondern ihnen auch die höchsten Ehren zuteil werden zu lassen und sie in den Senat des Staates aufzunehmen, so wie sie es gewünscht haben. Zuletzt wendet er sich an die Bischöfe selbst und ermahnt sie in brüderlichem Ton, in kürzester Zeit zu einem allgemeinen Konzil aus der ganzen Provinz zusammenzutreten, um in einem feierlichen Akt die Vereinigung der Ukrainer mit der katholischen Kirche zu akzeptieren und zu bestätigen.

12. Eine solche Versammlung erfolgte auch in der Stadt Brest. Es nahmen daran nicht nur alle ukrainischen Bischöfe und zahlreiche kirchliche Würdenträger, sondern auch die königlichen Abgesandten und die katholischen Bischöfe der Diözesen von Lemberg, Luck und Cholm, welche die Person des Papstes vertraten, teil. Obwohl leider die Bischöfe von Lemberg und Przemysl dagegen gestimmt hatten, so wurde ungeachtet dessen am 7. Oktober 1596 glücklich die Vereinigung des ukrainischen Volkes mit der katholischen Kirche bestätigt und feierlich erklärt. Von dieser Union, die so sehr den Notwendigkeiten des ukrainischen Volkes entsprach, konnte man annehmen, dass sie, wenn sich ihr alle anschlössen, reichliche Früchte tragen würde.

13. Und doch kam "der Feind" und "säte Unkraut mitten unter den Weizen",[6] es entstanden verschiedene Streitigkeiten und lange andauernde Zwistigkeiten, deren Ursache der Ehrgeiz hochstehender Persönlichkeiten und politische Feindseligkeiten waren. Nicht zuletzt war auch die nichtausreichende Belehrung und Vorbereitung der Geistlichen und des Volkes daran schuld. Es schien also schon mitunter, dass man befürchten müsse, dieses so erfolgversprechend begonnene Werk müsse auf eine erbärmliche Weise untergehen.

14. Wenn dies in den ersten Anfängen trotz der Angriffe und der Zwistigkeiten nicht geschah, so war es dem Metropoliten Hipatius Potij und Josef Welamin Rutskyj zu verdanken. Diese beiden haben mit ungebrochenem Eifer trotz aller Angriffe nicht nur von seiten Nichtunierter, sondern auch mancher Katholiken die Tat der Vereinigung beschützt, verteidigt und unterstützt. Sie haben es auch erreicht, dass Geistliche und Mönche in den Klöstern die heilige Lehre und gute Sitten angenommen haben, und dass alle Gläubigen dem wahren Glauben nach belehrt wurden.

15. Nach einigen Jahren war die Tat der Union schon mit Märtyrerblut geweiht. Am 12. November 1623 haben die Nichtunierten durch Schüsse und Axthiebe den Erzbischof von Polozk und Witebsk, Josafat Kuncewytsch, den sie sich in grausamer Feindschaft als Todesopfer erwählt hatten, umgebracht. Er war von großer Heiligkeit und apostolischer Frömmigkeit und ein ungebrochener Anhänger der katholischen Einheit. Aber das Blut dieses Märtyrers wurde zum Samen der Christen. Die Mörder ihres geistlichen Vaters - alle bis auf einen - haben, bevor sie ihr Todesurteil empfingen, ihre Tat bereut, sagten sich vom Schisma los und verabscheuten ihr eigenes Verbrechen. Dem Auftreten dieses heiligen Märtyrers ist es auch zuzuschreiben, dass sein eifrigster Gegner und Kandidat auf das Bistum von Polozk, Meletius Smotryckyj, im Jahre 1627 zum katholischen Glauben überging. Er war einmal der einen und einmal der anderen Partei geneigt, aber schließlich unterstützte er doch energisch bis zu seinem Tode die durchgeführte Vereinigung der Ukrainer mit der katholischen Kirche.

16. Aber von Jahr zu Jahr steigerten sich die Schwierigkeiten verschiedener Art. Alle verzögerten das angefangene Werk der Union. Das schwerste dabei war, dass die polnischen Könige, die am Anfang, wie es schien, die Union unterstützten und beschützten, später unter dem Druck auswärtiger Feinde und auch durch Zwistigkeiten der inneren Parteien gezwungen wurden, den Feinden der katholischen Union nachzugeben; und es fehlte nicht an solchen, die diese Union hassten. Aus allen diesen Gründen kam es bald dazu, dass diese heilige Tat der Union von keinem mehr geschützt wurde. Wie selbst die ukrainischen Bischöfe zugeben, haben sie keinen Schutz mehr genossen und nur noch die römischen Päpste verteidigten mit tapferem väterlichen Sinn die ukrainische Kirche durch wohlwollende Schriften und, soweit es ging, leisteten sie ihre Hilfe durch den apostolischen Nuntius in Polen.

17. Je schlechter die Zeiten wurden, desto mehr verstärkte sich die Fürsorge der ukrainischen Bischöfe. Sie bemühten sich, das Volk über die christlichen Wahrheiten zu belehren, den nicht genügend gebildeten Geistlichen einen höheren Grad der heiligen Wissenschaft beizubringen und schließlich den Mönchen, wenn ihre Sittenstrenge nachgelassen hatte, einen neuen Geist der Disziplin und der Heiligkeit einzuprägen. Sie verloren auch nicht den Mut, als im Jahre 1632 zum großen Teil die kirchlichen Güter der kurz vorher gegründeten Hierarchie der nichtunierten Brüder zuerkannt wurden. Als in den zwischen den Kosaken und dem polnischen König unterzeichneten Verträgen die Vernichtung der Union der Ukrainer mit dem Apostolischen Stuhl beschlossen wurde, verteidigten sie weiter die ihnen unterstellten Herden männlich und standhaft.

18. Gott aber ließ nicht zu, dass sein Volk allzu stark leide und gab der ukrainischen Kirche, die soviel Leid und Elend erlitten hatte, nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages von Andrusiw im Jahre 1661 hellere, friedlichere Tage. Und in diesem Frieden erreichte der heilige Glaube von Tag zu Tag größere Erfolge. Die christlichen Sitten und der christliche Glaube haben so vorbildlich geblüht, dass man auch in den beiden Bistümern, welche im Jahre 1596 leider von der Union getrennt waren, zu überlegen anfing, ob es nicht zu einer neuen Vereinigung mit der christlichen Herde kommen könnte. Dieser Gedanke wuchs schnell und allgemein. So kam es glücklich dazu, dass im Jahre 1691 das Bistum von Przemysl und im Jahre 1100 das Bistum von Lemberg sich mit dem Apostolischen Stuhl vereinigten. Auf diese Art und Weise ist beinahe das ganze ukrainische Volk, welches in den Grenzen des polnischen Staates lebte, zur katholischen Union übergetreten. Unter immer günstigeren Umständen zum Nutzen für die christliche Tat traten im Jahre 1120 in Zamosc der Metropolit und andere Bischöfe der ukrainischen Kirche zu einem Konzil zusammen, um über die wachsenden Bedürfnisse der Gläubigen nach vorhandenen Kräften zu beraten. Die Beschlüsse dieses Konzils, welche durch Unseren Vorgänger, den seligen Papst Benedikt XIII., in der Apostolischen Konstitution Apostolatus officium vom 19. Juli 1724 bestätigt worden sind, brachten der ukrainischen Allgemeinheit nicht geringen Nutzen.

19. Es ist aber von Gott bestimmt worden, dass gegen Ende des 18. Jahrhunderts dieselbe Allgemeinheit noch beträchtliche Verfolgungen und Leiden zu ertragen hatte. Diese Verfolgungen und Leiden waren größer und stärker in jenen Gegenden, welche nach dem Zerfall des polnischen Staates dem russischen Imperium zufielen. Nach dem Tode des Zaren Alexander I. entstand dort ein Plan, wonach man konsequent und rücksichtslos jede Verbindung der Ukrainer mit der römischen Kirche vernichten wollte. Schon früher war den Bistümern dieses Volkes die Verbindung mit Rom genommen. In kurzer Zeit wurden solche Bischöfe ernannt, welche mit dem Geist des Schismas durchdrungen waren und damit zu guten und willigen Werkzeugen der Zivilverwaltung wurden. In dem geistlichen Seminarium in Wilna, gegründet durch den Zaren Alexander I., zwang man den Hörern der beiden Riten eine Lehre auf, die den römischen Päpsten gegenüber rein feindlich eingestellt war.

Dem Orden des Heiligen Basilius, dessen Mitglieder immer eine große Stütze der katholischen Kirche mit östlichem Ritus waren, wurde die eigene Verwaltung genommen. Seine Klöster und Mönche wurden vollkommen den bistümlichen Konsistorien unterstellt. Zuletzt wurde den Geistlichen des lateinischen Ritus unter Androhung schwerer Strafen verboten, den Ukrainern die heiligen Sakramente zu verabreichen und auch andere religiöse Dienste zu erweisen. Schließlich wurde leider im Jahre 1839 feierlich die Angliederung der ukrainischen Kirche an die nichtunierte russische Kirche proklamiert.

20. Wer kann, Hochwürdige Brüder, die Leiden und Schmerzen beschreiben, welche in dieser Zeit das ukrainische Volk zu erdulden hatte? Und seinerseits bestand ja die Schuld nur darin, dass es, durch Gewalt und Hinterlist zur Abtrennung gezwungen, sich mit allen Kräften dagegen gewehrt hatte und dass es seinen Glauben behalten wollte.

21. Darum, vollkommen berechtigt, hatte unser Vorgänger, der selige Papst Gregor XVI. in seiner Rede am 9. Dezember 1839 der ganzen katholischen Welt mit Schmerzen und Trauer die Unwürdigkeit dieser Handlungsweise bekanntgegeben. Aber seine feierlichen Forderungen und Verurteilungen wurden nicht gehört, und somit musste die katholische Kirche ihren Söhnen nachweinen, welche aus ihrer Familie durch unwürdige Gewalt herausgerissen worden waren. Dasselbe traurige Schicksal erlitt einige Jahre später das Bistum von Cholm, welches zum polnischen Königreich gehörte und auch dem russischen Imperium angegliedert wurde. Die Gläubigen, welche nicht von ihrem wahren Glauben ablassen wollten und sich unbeugsamen Herzens, ihrem Gewissen folgend, der im Jahre 1875 aufgezwungenen Vereinigung mit der nichtunierten Kirche widersetzten, wurden unwürdig mit Geldstrafen, körperlichen Züchtigungen und auch Deportation bestraft.

22. Dafür aber hatte in derselben Zeit die Entwicklung der ukrainischen Kirche in den Diözesen von Lemberg und Przemyal einen günstigen Verlauf genommen. Diese beiden Diözesen wurden nach dem Zerfall der polnischen Republik an Osterreich angegliedert. Im Jahre 1807 wurde dort der Titel des galizischen Metropoliten, welcher ständig mit dem Bistum Lemberg verbunden war, wieder eingeführt. In dieser Provinz hat das kirchliche Leben in solcher Blüte gestanden, dass zwei spätere Metropoliten, und zwar Michael Lewyckyj.[7] und Sylwester Sembratowytsch.[8] mit der Kardinalswürde ausgezeichnet wurden. Diese beiden Metropoliten haben ihre Provinz mit Klugheit und heißem Eifer verwaltet, sie zeichneten sich durch größte geistige Fähigkeiten aus, und ihre Arbeit brachte viel Erfolg und außergewöhnlichen Nutzen; darum wurden sie auch in den höchsten kirchlichen Senat berufen. In dieser Zeit wuchs die Zahl der Katholiken ständig, es wurde durch Unseren Vorgänger, den seligen Papst Leo XIII., im Jahre 1885 gesetzlich eine neue Diözese in Stanislau gegründet. Sechs Jahre später wurde die glückliche Entwicklung der galizischen Kirche besonders durch eine Tat unterstrichen: alle Bischöfe, zusammen mit dem Vertreter des Papstes und mit vielen Geistlichen haben sich in Lemberg versammelt, um dort an einer allgemeinen Provinzialsynode teilzunehmen und entsprechende Verordnungen betreffend die Gottesdienste und die heilige Disziplin zu erlassen.

23. Als am Ende des 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts eine große Zahl der Ukrainer aus materiellen Gründen Galizien verlassen musste, um in die Vereinigten Staaten von Nordamerika, nach Kanada und in die Staaten von Südamerika überzusiedeln, wurde für diese Emigranten von Unserem Vorgänger, dem seligen Papst Pius X., im Jahre 1907 ein Bischof ernannt, der entsprechende Vollmachten erhielt. Dies geschah aus Sorge für die Zukunft dieser geliebten Söhne, welche, des Landes, der Sprache und des lateinischen Ritus unkundig, der Gefahr ausgesetzt waren, unter den Einfluss und in die Hände von Abtrünnigen und Häretikern zu gelangen und, durchdrungen von Zweifeln und Fehlern, ihren Glauben zu verlieren. Später, als die Zahl und die Bedürfnisse dieser Katholiken im Anwachsen waren, wurde ein besonderer Bischof als Ordinarius für die aus Galizien stammenden Ukrainer in den Vereinigten Staaten von Nordamerika und ein zweiter für das kanadische Land ernannt, außerdem ein Ordinarius für die Gläubigen desselben Ritus, welche ihren Wohnsitz aus der Karpatho-Ukraine, aus Ungarn und aus Jugoslawien dorthin verlegt hatten. Außerdem hatten die Heilige Kongregation zur Verbreitung des Glaubens und die Heilige Kongregation für die östliche Kirche mittels entsprechender und zweckmäßiger Beschlüsse die kirchlichen Angelegenheiten der Ukrainer in den oben genannten Ländern wie auch in den Ländern Südamerikas geregelt.

24. Es ist darum kein Wunder, Hochwürdige Brüder, dass die Gemeinschaft der ukrainischen Katholiken verschiedentlich, wenn sich die Gelegenheit bot, den römischen Päpsten für so viele empfangene Wohltaten offen ihren Dank und ihre Ergebenheit zum Ausdruck gebracht hat. Dies geschah insbesondere im Jahre 1895, als sich die Zeit der glücklichen Vereinigung ihrer Vorfahren mit dem Apostolischen Stuhl, zustande gekommen in Rom und bekräftigt in der Stadt Brest, zum 300. Male jährte. Damals wurde dieses Jubiläum nicht nur in den einzelnen Orten der galizischen Provinz entsprechend gefeIert, sondern es wurde auch nach Rom eine ansehnliche Gesandtschaft des Metropoliten und der Bischöfe entsandt, um dort dem höchsten Würdenträger und dem Nachfolger des Heiligen Petrus den Ausdruck der Liebe der ukrainischen katholischen Kirche zu überbringen und ihm ihre Ergebenheit, Verehrung und Untertänigkeit zu erklären. Diese ansehnliche Delegation wurde von Unserem Vorgänger, dem seligen Papst Leo XIII.., mit gebührenden Ehren empfangen. Er hat zu ihr mit väterlicher Freude und mit väterlicher Gnade gesprochen, wobei er in Worten des höchsten Lobes der Verbindung der Ukrainer mit dem Apostolischen Stuhl gedachte. Diese Verbindung solle für alle, welche sie mit ehrlicher Seele aufrechterhalten, zur rettenden Quelle des wirklichen Lichtes, des ständigen Friedens und des höchsten Nutzens werden.

25. Auch in unserem Jahrhundert waren die Wohltaten, welche die römischen Päpste diesem ihrem geliebten Volk erwiesen, nicht geringer an Zahl; in erster Linie damals, als diese Gegend vom Sturm des ersten europäischen Krieges verwüstet wurde, wie auch später in den nachfolgenden Jahren. Sie haben nichts, was der ukrainischen Gemeinschaft irgendwie Hilfe und Trost bringen konnte, unterlassen. Mit Gottes Hilfe konnte man die Schwierigkeiten, unter denen die katholische Gemeinde zu leiden hatte, überwinden. Man konnte sehen, dass sie dem stetigen Eifer der Bischöfe, der aktiven Hilfeleistung der übrigen Geistlichkeit an froher Bereitschaft voll entsprach. Leider kam noch ein zweiter Krieg, wie alle bereits wissen, viel schwerer und viel vernichtender für die Hierarchie der ukrainischen Kirche und für ihre treue Herde. Bevor wir aber, Hochwürdige Brüder, von den heutigen Leiden und Sorgen, welche diese Kirche zur Zeit unter Bedrohung ihres eigenen Lebens erträgt, berichten, ist es angebracht, zu erwähnen, wie viele große Wohltaten die vor 350 Jahren glücklich zustande gekommene Union dem ukrainischen Volke und seiner Kirche gebracht hat.

II.

26. Nachdem wir auf eine kurze, allgemeine und bündige Art die Geschichte dieser glücklichen Union gestreift und die hellen und dunklen Tage erwähnt haben, stehen wir nunmehr vor der Frage: Was hat diese Union dem ukrainischen Volke und seiner Kirche gebracht, welchen Nutzen hatten sie vom Apostolischen Stuhl, von den römischen Päpsten? Es ist sehr notwendig und nutzbringend, diese Frage zu beantworten, denn es fehlt nicht an solchen, die die Union von Brest hassen und angreifen.

27. In erster Linie muss bemerkt werden, dass Unsere Vorgänger zu jeder Zeit und mit allen Kräften bemüht waren, den gesetzlichen Ritus und die Bräuche der Ukrainer zu erhalten und zu bewahren. Als die Bischöfe der Ukrainer durch ihre Abgesandten, die Bischöfe von Wolodymyr und Luck, dem römischen Papst ihre Bitte vorlegten: "Seine Heiligkeit möge erlauben und bestätigen, dass die Erteilung der heiligen Sakramente, die Bräuche und Dienste der Ostkirche voll, unangetastet und auf dieselbe Art und Weise, wie sie noch in der Zeit der Vereinigung bestanden haben, beibehalten bleiben, und dass Er in dieser Hinsicht eine Versicherung abgeben möge, dass weder Er, noch Seine Nachfolger irgendwelche Änderungen einführen werden",[9] hat der Papst Klemens VIII. gütigst ihren Bitten nachgegeben und angeordnet, dass in dieser Hinsicht überhaupt nichts geändert werden solle. Sogar die Annahme des gregorianischen Kalenders wurde nicht gefordert, obwohl es zuerst so aussah, als ob die Ukrainer ihn bei gleichzeitiger Beibehaltung des liturgischen Kalenders des östlichen Ritus annehmen sollten. Auf diese Art und Weise konnten die Ukrainer bis in die heutige Zeit frei den julianischen Kalender benutzen.

28. Außerdem hat unser Vorgänger im Schreiben vom 23. 2. 1596 dazu seine Zustimmung gegeben, dass der Metropolit die Wahl der gesetzlich ernannten Bischöfe, mit der Bestimmung der abgeschlossenen Vereinigung und der ehemaligen Disziplin der Ostkirche übereinstimmend, bestätigen solle. Andere Unserer Vorgänger gaben dem Metropoliten das Recht, Volks- und Höhere Schulen in den ukrainischen Gebieten zu gründen und auch die Wahl und Ernennung von Lehrern und Leitern dieser Schulen wurde ihm freigestellt. Außerdem wurde beschlossen, dass die Ukrainer in Hinsicht auf die Erteilung von geistlichen Begünstigungen nicht schlechter behandelt werden sollen als andere Katholiken. Deshalb haben sie auch gewünscht, dass den Ukrainern gleich allen anderen zur Zeit und auch in der Zukunft die Gunst des Ablasses zuteil werden solle, wenn sie nur allen vorgeschriebenen Bedingungen Folge leisten würden. Papst Paul V. erteilte alle besonderen Begünstigungen denjenigen, welche die durch den Metropoliten gegründeten Schulen besuchten, sowie den Zöglingen des Marien-Ordens, gegründet in den heiligen Häusern der Jesus-Gesellschaft. Denjenigen, welche ihre Lehre in den Klöstern des Ordens des Heiligen Basilius empfingen, erteilte der Papst Urban VIII. die Gnade der Ablässe, wie sie die Ordensgeistlichen der Jesus-Gesellschaft haben.

29. Daraus ersieht man klar, dass Unsere Vorgänger immer den Ukrainern dieselbe Liebe bezeigt haben wie den anderen Katholiken des lateinischen Ritus. Sie verteidigten aber auch die Rechte und Privilegien ihrer Hierarchie. Manche der Latein-Katholiken behaupteten, der Ritus der Ukrainer sei niedrigeren Grades und geringerer Würde, und manche lateinische Bischöfe bestanden darauf, dass die ukrainischen Bischöfe nicht die vollen bischöflichen Rechte und Befugnisse besäßen, sondern ihnen unterstellt wären. Der Apostolische Stuhl verwarf dagegen immer solche ungerechte Gedanken und Forderungen und erließ am 28. September 1643 folgenden Beschluss: "Zum Referat Sr. Eminenz des Kardinals Pamphilius über verschiedene Beschlüsse des Teilkonzils der unierten Ukrainer hat der Papst den Beschluss dieses Teilkonzils vom 14. August vergangenen Jahres gebilligt, womit beschlossen wird, dass die ukrainischen unierten Bischöfe Bischöfe sind, so auch genannt und als solche anerkannt werden. Außerdem wird derjenige Beschluss dieses Konzils gebilligt, wonach die ukrainischen Bischöfe in ihren Diözesen mittlere und höhere Bildungsschulen für die Jugend gründen dürfen und wonach die ukrainischen Geistlichen, was Gerichtlichkeit, Kanons, Unantastbarkeit und Freiheit anbetrifft, dieselben. Privilegien wie alle Geistlichen der lateinischen Kirche besitzen sollen."[10]

30. Die unbeugsame und ständige Sorge der römischen Päpste für die Erhaltung und den Schutz des ukrainischen Ritus ersieht man hauptsächlich daraus, dass die Angelegenheit eines Übertritts aus diesem Ritus in einen anderen eine so lange Zeit in Anspruch genommen hat. Sie konnten aus besonderen Gründen, vollkommen und unabhängig von ihrem Willen, lange Zeit kein strenges Verbot eines solchen Übertritts für die Gläubigen erlassen. Und doch, aus den zahlreichen Versuchen, so ein Verbot herauszugeben, und aus den Ermahnungen der lateinischen Bischöfe und Geistlichen kann man ersehen, wie sehr diese Angelegenheit Unseren Vorgängern am Herzen lag. In dem Dekret, mit welchem glücklich im Jahre 1595 die Union der Ukrainer mit dem Apostolischen Stuhl gekrönt wurde, gibt es kein sichtbares und klares Verbot des Übertrittes vom östlichen zum lateinischen Ritus. Welche Meinung beim Apostolischen Stuhl darüber damals herrschte, ersieht man aus dem Schreiben des Generals des Jesuitenordens aus dem Jahre 1608, in welchem er den Mitgliedern dieses Ordens, die in Polen lebten, bekannt gibt, dass diejenigen, welche niemals im lateinischen Ritus praktiziert haben, nicht diesen Ritus annehmen dürfen, nachdem die Union geschlossen ist. Er schrieb: "Denn so lautet der Befehl der Kirche, insbesondere im Schreiben über den Abschluss der Union unter dem Papste Klemens VIII., dass jeder bei dem Ritus seiner Kirche bleiben soll".[11]

31. Als aber die Zahl derjenigen, die zum lateinischen Ritus übergingen, immer mehr anwuchs.[12] hat die Heilige Kongregation zur Verbreitung des Glaubens in ihrem Dekret vom 7.2. 1624 angeordnet: "In Zukunft ist es den unierten Ukrainern, sowohl dem Volke wie auch den Geistlichen, den weltlichen und den Mönchen, insbesondere den Mitgliedern des Basilianerordens, verboten, ohne eine besondere Erlaubnis des Apostolischen Stuhls den Ritus zu wechseln, wenn auch eine Ursache gegeben sein sollte".[13]

32. Als aber der polnische König Sigmund III. versuchte, dieses Dekret überhaupt nicht durchzuführen, da er dieses Verbot nur auf die Geistlichkeit beschränken wollte, konnte Unser Vorgänger, der selige Papst Urban VIII., im Hinblick darauf, dass der König doch als der sichtbarste Anhänger der katholischen Einheit dastand, sich nicht dagegen stemmen. Darum versuchte der Apostolische Stuhl alles, was aus besonderen Gründen nicht durch ein Gesetz durchführbar war, mindestens mittels seiner Verordnungen und Mahnungen, zu erreichen. Dies wird durch verschiedene Namen bestätigt.

33. Und so kam es, dass schon in dem Vorwort vom Dekret vom 7. Juli 1624, in dem der Übertritt zum lateinischen Ritus nur den Geistlichen verboten war, beschlossen wurde, dass man die Geistlichen der lateinischen Kirche ermahnen sollte, dass es ihnen bei der heiligen Beichte verboten wäre, die Gläubigen zu so einem Übertritt anzueifern. Diese Art von Ermahnungen wiederholte sich mehrmals. Jeder apostolische Nuntius in Polen hat im Auftrage des Papstes alle Kräfte eingesetzt, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Dass die Ansichten und die Meinung des Apostolischen Stuhls in dieser Angelegenheit auch in den späteren Zeiten nicht geändert wurden, ergibt sich aus dem Schreiben, welches Unser Vorgänger Benedikt XIV. an die Bischöfe von Lemberg und Przemysl im Jahre 1751 gerichtet hatte. In diesem Schreiben lesen wir unter anderem: "Uns erreichte Euer Schreiben vom 17. Juli, in welchem Ihr Euch, vollkommen berechtigt, über den Übertritt der Ukrainer vom griechischen zum lateinischen Ritus beklagt. Euch, Hochwürdige Brüder, ist es wohl bekannt, dass Unsere Vorgänger solche Übertritte nicht gerne gesehen haben, und dass Wir sie auch nicht gut heißen, denn Wir wünschen über alles nicht die Vernichtung, sondern die Erhaltung des griechischen Ritus".[14] Außerdem hatte der Papst versprochen, dass er jeden Missbrauch in dieser Hinsicht ausschalten und schließlich durch ein feierliches Dekret auch den Übertritt verbieten werde. Aber ungünstige Bedingungen dieser Zeiten erlaubten es nicht, dass sich damals schon der gewünschte Erfolg nach seinem Wunsch und Versprechen gezeigt hätte.

34. Endlich, nachdem die römischen Päpste Clemens XIV. und Pius VII. den Beschluss herausgegeben hatten, dass die Katholiken des ukrainischen Ritus, welche in den ukrainischen Provinzen leben, nicht zum lateinischen Ritus übergehen dürfen, erweiterte man dieses Verbot auf alle Ukrainer in jenem Vertrag, welcher "Concordia" genannt und im Jahre 1863 zwischen den lateinischen und den ukrainischen Bischöfen abgeschlossen wurde. Dieser Vertrag wurde von der Heiligen Kongregation zur Verbreitung des Glaubens genehmigt.

35. Daraus Hochwürdige Brüder, was Wir bisher in Unserem Schreiben allgemein und kurz, aber geschichtstreu wiedergaben ersieht man leicht, wie genau der Apostolische Stuhl die Erhhaltung des ukrainschen Ritus, ob es sich um die Allgemeinheit oder um den einzelnen handelt, überwacht hat. Es darf auch niemanden wundern, wenn er bei gleichzeitiger vollkommener Beibehaltung der Hauptsachen des Ritus im ganzen, doch im Hinblick auf besondere und zeitbedingte Umstände verschiedene kleinere Änderungen zuließ bzw. zeitweilig genehmigte. So z. B. wurden keine Änderungen in den liturgischen Zeremonien erlaubt, auch nicht in denjenigen, welche mit der Zeit eingeführt worden waren; eine Ausnahme bildeten nur unbedeutende Änderungen, welche von den ukrainischen Bischöfen im Konzil in Zamosc selbst beschlossen wurden.

36. Als aber verschiedene hartnäckige Anhänger des Schismas unter dem Vorwand, die ehemalige Einheit ihres Ritus zu verteidigen, in Wirklichkeit aber nur darum, um das Volk leichter von dem katholischen Glauben zu entfernen, versucht hatten, auf eigene Faust alte, meistens lange vergessene Bräuche wieder einzuführen, haben die römischen Päpste, ihrem Gewissen getreu, offen diese schlauen und geheimen Künste gebrandmarkt, sie haben sich dagegen gestellt und beschlossen, dass "es ohne Erlaubnis des Apostolischen Stuhls verboten ist, in dem liturgischen zeremoniell irgendwelche Neuerungen einzuführen, auch nicht unter dem Vorwand der Rückeinführung derjenigen Bräuche, welche den durch den Stuhl selbst eingeführten Liturgien besser entsprechen sollten. Änderungen dürfen nur aus gewichtigen Gründen und nach zusätzlicher Genehmigung durch den Apostolischen Stuhl eingeführt werden".[15]

37. Übrigens hat der Apostolische Stuhl niemals daran gedacht, das Ganze und die Erhaltung dieses Ritus anzutasten, im Gegenteil, er gab den Anstoß dazu, dass man die von früher her übernommenen Bräuche der ukrainischen Kirche hinsichtlich der Liturgie wie ein Heiligtum bewahren solle. Als bester Beweis dieses sorgenden Wohlwollens für den ukrainischen Ritus gilt die neue, zur Zeit Unseres Pontifikates angefangene und zum Teil schon glücklich beendete römische Ausgabe der Heiligen Bücher. In dieser Ausgabe hat der Apostolische Stuhl, mit Freude den Wünschen der ukrainischen Bischöfe nachgehend, versucht, die ukrainischen liturgischen Bräuche auf ihre leitenden, ehrwürdigen Traditionen zurückzuführen.

38. Jetzt, Hochwürdige Brüder, müssen wir einer anderen Wohltat gedenken, die tatsächlich aus dieser Vereinigung der ukrainischen Einheit mit dem Apostolischen Stuhl hervorgegangen ist. Durch diese Union ist dieses edle Volk in die katholische Kirche aufgenommen worden, es lebt ihr Leben, es nimmt ihre Wahrheiten auf und es nimmt teil an ihren Gnaden. Von hier aus strömen Bäche des großen Stromes, welche immer und überall durchdringen, so dass die Blüten verschiedener Tugenden zur Entwicklung gelangen und reiche, ersprießliche Früchte bringen.

39. Wie vor der Rückkehr zur Einheit die unierten Brüder selbst geklagt haben, dass der heilige Glaube sich in diesen Gegenden im Zerfall befände, dass Missbräuche und Korruptionen bei der Wahl der Bischöfe und anderer Würdenträger überhand nähmen, dass die kirchlichen Güter verloren gingen, dass die Sitten und die Disziplin der Klöster sich verschlechterten, und dass die Verbindung und der Gehorsam der Gläubigen zu ihren Bischöfen immer schwächer würden - so wurde es nach der Einführung der Union doch anders, mit Gottes Hilfe und Gnade haben sich die Zustände gebessert. Aber wie viel Kraft und Ausdauer des Geistes mussten die Bischöfe zeigen, besonders in den ersten, durch verschiedene Unruhen und Überfälle getrübten Zeiten, bis sie die kirchliche Disziplin wieder hergestellt hatten. Welche unermüdliche Arbeit wurde geleistet, wie viel Ausdauer und Mühe musste man darauf verwenden, um eine sittliche Geistlichkeit zu erziehen, um die ihnen anvertrauten, durch Elend bedrückten Herden zu trösten und um schließlich diejenigen, welche in ihrem Glauben zu wanken angefangen haben, zu stützen und sie mit allen Mitteln im Glauben zu stärken. Allen menschlichen Erwartungen entgegen hatte man glücklich erreichen können, dass nicht nur die unter solchen Umständen begonnene Einigung trotz allen Stürmen erhalten blieb, sondern dass sie auch aus dem siegreichen Kampfe noch lebendiger und stärker hervorging. Und nicht Schwert und Peitsche, auch nicht Versprechungen und Drohungen, aber ein erbauendes Beispiel des religiösen Lebens unter den leuchtenden Zeichen der Gnade Gottes haben endlich die Katholiken der Ukraine und die nicht unierten Diözesen von Lemberg und Przemysl zu einer Herde vereint.

40. Als dann zuletzt Ruhe und Frieden hergestellt war, hat sich der blühende Stand der ukrainischen Kirche, besonders im 18. Jahrhundert, auch nach außen hin ausgewirkt. Davon zeugen bis heute noch die Lemberger Kathedrale, dem Heiligen Georg geweiht, wie auch die Häuser und Klöster, erbaut in Potschajiw, Torokan, Shyrowyci und in anderen Orten, hervorragende Denkmäler dieser Zeit.

41. Es wird sich auch lohnen, kurz von den Mönchen des Basilianerordens zu berichten, die so ruhmreich und mit soviel bedeutender und fleißiger Arbeit die ganze Angelegenheit unterstützt haben. Es ist Welamin Rutskyj zu verdanken, dass ihre Klöster, zu einer Einheit zusammengefasst, ein besseres und heiligeres Aussehen erreichten. Die Mönche in diesen Klöstern wurden berühmt durch ihre Heiligkeit, Bildung und durch ihren apostolischen Eifer, sie wurden dadurch für die christliche Bevölkerung zu Lehrern und zu Führern im religiösen Leben. In allgemeinen und höheren Schulen, die neben den Klöstern eröffnet wurden, bekamen junge, begabte Männer nicht nur eine ausgezeichnete Bildung in weltlichen und theologischen Lehren, sondern sie lernten dort auch alle Tugenden des Ordens kennen und so standen sie den Zöglingen der lateinischen Schulen keineswegs nach. Dies war allgemein bekannt, wurde auch von nicht unierten Brüdern zugegeben, und somit kam es oft dazu, dass verschiedene der Nicht unierten ihr Haus und ihre Heimat verließen, um in diesen Schulen selbst die guten Früchte der hohen Lehre zu ernten.

42. Nicht weniger Wohltaten ergaben sich für das ukrainische Volk aus der Union mit dem Apostolischen Stuhl auch in den jüngsten Zeiten. Dies wird jedem klar, der den Stand der ukrainischen Kirche vor dem Ruin und der Vernichtung durch diesen unmenschlichen Krieg in Betracht zieht. In dieser Provinz zählte man beinahe 3 600 000 Gläubige, rund 2275 Geistliche und rund 2226 Pfarrhäuser oder Pfarreien. Weiter lebten viele katholische Ukrainer, gebürtige Galizier, außerhalb der Provinz Galizien in verschiedenen Ländern, hauptsächlich in Amerika, rund 400 000 - 500 000 an der Zahl. Dieser großen Zahl der Gläubigen, die früher niemals so hoch war, entsprach auch in den einzelnen Diözesen das ernste Streben nach Tugenden, nach Frömmigkeit und nach christlichem Leben. In den diözesalen Seminarien bereitete sich für den heiligen Dienst eine gut und sorgfältig gebildete Schar von Theologen vor. Die Gläubigen haben den Gottesdienst in ihrem Ritus mit großer Liebe und Frömmigkeit besucht, und dadurch erreichte man bedeutende Früchte für den Geist der Kirche.

43. Wenn Wir diesen glücklichen Stand der ukrainischen Kirche streifen, können wir nicht den Namen des bedeutenden Metropoliten Andreas Scheptyckyj verschweigen. Er arbeitete 45 Jahre mit unbeugsamer Ergebenheit und Aufopferung nicht nur in einer Richtung und nicht nur für das geistige Wohl seiner Untertanen, und er eroberte sich höchste Anerkennung und große Liebe in seinen Herden. In der Zeit seines Dienstes als Bischof wurde die Theologische Gesellschaft gegründet, die das Ziel hatte, die Geistlichkeit dazu zu bewegen, höhere Studien der heiligen Lehren durchzuführen und größere Fortschritte zu erzielen. Es wurde auch eine Theologische Akademie in Lemberg gegründet, die, auf derselben Höhe wie die Universität, jungen, begabten Ukrainern die Möglichkeit gab, mit Erfolg theologische, philosophische und andere Wissenschaften zu studieren. Bücher, Zeitschriften, Kommentare und gedruckte Arbeiten aller Art wuchsen merklich an Zahl und erregten Aufsehen und Bewunderung auch bei Fremden. Außerdem wurde die kirchliche Kunst auf Grund der alten Kunstschätze der Väter dieses Volkes und auch insbesondere die Volkskunst sorgfältig gepflegt. Ein Museum und andere Kunststätten wurden mit historischen und kunsthistorischen Gegenständen ausgestattet. Es entstanden in derselben Zeit auch verschiedene und zahlreiche Institutionen, deren Ziel es war, die schwere Lage der Armen zu lindern, und die im allgemeinen caritativen oder wohltätigen Charakter trugen.

44. Wir können aber auch nicht mit Schweigen darüber hinweggehen, welche Verdienste und welchen Nutzen in dieser Hinsicht die gottgeweihten männlichen und weiblichen Orden gebracht haben. In erster Linie muss man die Klöster der Basilianer-Mönche und -Nonnen erwähnen. Sie haben während der Herrschaft des österreichischen Kaisers Josef II. viel Ungerechtigkeit und schwere Vergewaltigung seitens der zivilen Behörden ertragen, aber im Jahre. 1882 und während der folgenden Jahre, nach der sogenannten Dobromyler Reform, sind sie wieder zu ihrem alten Ruhm gekommen. Sie vereinigten die Liebe zum Einsiedlerleben und zur Verinnerlichung, die sie aus den Vorschriften und den Beispielen ihres heiligen Gründers geschöpft hatten, mit heißem apostolischem Eifer. Zu diesen alten Klöstern zählt man noch die gleichberühmten geistlichen Vereinigungen, männliche und weibliche, wie z. B. den Studitenorden, dessen Mitglieder als ihre Aufgabe in erster Linie die Besinnung über die himmlischen Dinge und die Taten der heiligen Buße betrachteten. Dann die religiöse Vereinigung des Heiligen Erlösers des ukrainischen Ritus, dessen Mönche mit großem Erfolg in Galizien und auch in Kanada wirkten. Zuletzt die vielen Klöster der Nonnen, welche als Aufgabe die Erziehung und Bildung von Mädchen und die Pflege der Kranken haben. Sie führen den Namen "Dienerinnen der Heiligen Empfängnis der Heiligen Jungfrau Maria", andere wieder nennen sich die "Myrrhenträgerinnen", die Schwestern "des Heiligen Josef", "des Heiligen Josafat", "der Heiligen Familie", "des Heiligen Vinzenz a Paulo".

45. Außerdem ist es notwendig, an dieser Stelle noch vom Päpstlichen Kollegium, welches dem Heiligen Josafat geweiht ist, zu berichten. Dieses Kollegium wurde von Unserem Vorgänger, dem seligen Papst Pius XI., auf der Höhe Gianicolo gegründet und reichlich ausgestattet. Nachdem lange Zeit verschiedene ausgewählte junge Leute im griechischen Päpstlichen Kollegium ihre Ausbildung zur Tätigkeit als Geistliche erhalten hatten, hatte ein anderer Unserer Vorgänger, unsterblichen Ruhmes, Papst Leo XIII.., im Jahre 1887 in Rom ein eigenes Kollegium gegründet, das für diejenigen Jünglinge, welche aus dem ukrainischen Volke zum geistlichen Beruf auserwählt wurden, bestimmt war. Als das Gebäude des Kollegiums nicht mehr groß genug war, um alle Zöglinge aufnehmen zu können, hatte der nächste Unserer Vorgänger, der dem ukrainischen Volke eine ganz besondere Zuneigung entgegenbrachte, ein neues, größeres Haus gebaut, in dem, wie schon gesagt, die Kandidaten des geistlichen Standes, gelehrt in allen heiligen Lehren und in besonderen Lehren ihres Ritus, zu Liebe, Gehorsam und Verehrung für den Statthalter Jesu Christi und zur Hoffnung der ukrainischen Kirche erzogen wurden.

46. Noch ein anderer, nicht minder wichtiger Nutzen und große Bereicherung, Hochwürdige Brüder, ist dem ukrainischen Volke aus seiner Union mit dem Apostolischen Stuhl zuteil geworden. Es wurde mit einer Reihe von Glaubensvertretern und Märtyrern geehrt, welche zur Erhaltung der Gesamtheit des katholischen Glaubens und aus Treue den römischen Päpsten gegenüber verschiedene Mühen und Qualen erduldet und nicht gezögert haben, auch in den Tod für den Glauben zu gehen, den Worten des heiligen Erlösers nach: "Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen, verstoßen und schmähen und euch um euren guten Namen bringen um des Menschensohnes willen! Freut euch an jenem Tage und frohlocket; denn seht, groß ist euer Lohn im Himmel".[16]

47. Aus ihrer Reihe nehmen wir als Ersten den heiligen Erzbischof Josafat Kuncewytsch, von dessen unbeugsamer Tapferkeit wir schon oben gesprochen haben; als er von den ruchlosen Feinden des katholischen Glaubens voll Hass zum Opfer erkoren wurde, stellte er sich freiwillig den Henkern, als ob er sich selbst zum Opfer brächte, um durch diese Tat so schnell wie möglich die nicht unierten Brüder zur Rückkehr zu gewinnen. Er war in dieser Zeit der erste, aber nicht der einzige Märtyrer für die Einigkeit des katholischen Glaubens. Eine lange Reihe folgte, sowohl aus geistlichem wie auch aus weltlichem Stande, und sie wurden entweder durch das Schwert hingerichtet, zu Tode gepeitscht oder in den Fluten des Dnjepr ertränkt. Alle aber sind nach diesem großen Tode in den Himmel gefahren.

48. Nach einigen Jahren, und zwar in der Mitte des 17. Jahrhunderts, als die Kosaken offen ihre Waffen gegen die polnische Republik erhoben, ist der Hass der Gegner der religiösen Einigung immer mehr gestiegen und stärker geworden. Die Ursache hierfür war die verbreitete Meinung, dass alles Elend und Unglück dieser Zeiten von der Einführung der Union stammte; darum beschloss man, mit allen Kräften und allen Mitteln sie zu stürzen und zu vernichten. Daraus entstand für die katholische ukrainische Kirche maßloser Schaden. Viele heilige Stätten wurden entehrt, sie wurden ausgeplündert und zerstört, das Vermögen ging verloren. Viele Geistliche und sehr viele Gläubige wurden entsetzlich gepeitscht, sie wurden gemartert und grausam getötet. Die Bischöfe, ihrer Güter beraubt und aus ihren Sitzen vertrieben, mussten die Flucht ergreifen. Aber sie haben auch in diesem tobenden Sturm nicht ihren Mut verloren, und wenn es irgendwie möglich war, ließen sie die ihnen anvertraute Herde nicht ohne ihre Obhut und ohne Schutz; unter diesen schweren Umständen versuchten sie vielmehr durch Gebete, Bemühungen und verschiedene Anstrengungen die ganze russische Kirche mit ihrem Zaren Alexej zur Einigung zu überreden.

49. Außerdem kamen, kurz bevor die polnische Republik auseinander fiel, nicht minder schwere Verfolgungen der katholischen Einheit. Zu dieser Zeit drang das Heer der russischen Zaren in Polen ein und hat den Katholiken des ukrainischen Ritus mit Gewalt und unter Waffenandrohung viele Gotteshäuser abgenommen. Geistliche, die nicht gewillt waren, ihren Glauben zu verleugnen, wurden schwer misshandelt, gepeitscht und in Gefängnisse gesperrt. Dort wurden sie grausam dem Hunger, Durst und der Kälte ausgesetzt.

50. Diesen Märtyrern standen in Hinsicht auf Härte und Geistesgröße die Geistlichen nicht nach, welche im Jahre 1839 eher auf ihre Freiheit und ihre Güter verzichteten, als dass sie die Pflichten ihres Glaubens aufgaben. Aus ihren Reihen muss man besonders den Pfarrer Josef Antschewskyj erwähnen, der 32 Jahre in dem Kloster von Suzdal unter strenger Aufsicht gefangen gehalten wurde und im Jahre 1877 als Belohnung für seine hohen Tugenden im Tode die Erlösung fand. Hierher gehören auch die 160 Pfarrer, welche sich offen zum katholischen Glauben bekannten und welche dafür, getrennt von ihren notleidenden Familien, in das tiefe innere Russland verschleppt wurden. Auch sie ließen sich nicht von ihrem heiligen Entschluss abbringen, obwohl man sie in Klöstern gefangen hielt und sie durch Hunger und andere Qualen davon abbringen wollte.

51. Nicht mindere Tapferkeit des Geistes zeigten viele Gläubige der Diözese von Cholm, sowohl geistlichen wie auch weltlichen Standes. Sie stellten sich mit unbeugsamer Kraft denen, welche den katholischen Glauben verfolgten, entgegen. So zum Beispiel haben sich die Einwohner des Dorfes Pratolyn den Soldaten, welche das Gotteshaus beschlagnahmen und es den Abtrünnigen übergeben wollten, nicht mit Gewalt entgegengestellt, sondern sie traten in einer gedrängten Menge wie eine lebendige Mauer den Angreifern entgegen. Dafür wurden verschiedene verwundet, andere wieder grausam gezüchtigt und noch andere auf Jahre in die Kerker gesteckt oder nach dem eiskalten Sibirien deportiert. Einige haben dabei für Christus ihr Blut geopfert und wurden durch Schüsse getötet. Die Angelegenheit derer, welche durch ihren Tod den katholischen Glauben bestätigten, ist schon in ihrer Diözese im Gange. Es besteht die Hoffnung, dass man sie einmal zu den Heiligen im Himmel zählen kann. Alle diese unwürdigen Taten fanden nicht nur an einer Stelle, sondern zum großen Leid in vielen Städten und Dörfern statt. Als danach alle Gotteshäuser den Abtrünnigen abgegeben, als alle Geistlichen aus ihren Ämtern entfernt wurden und ihre Herden ohne Obhut allein blieben, trug man die Gläubigen in die Register der nicht unierten orthodoxen Kirche ein, ohne auf ihren Willen Rücksicht zu nehmen. Es gab aber viele, die auch ohne eigene Hirten und auch ohne die Gnaden und Wohltaten ihrer Kirchen doch standhaft den Glauben behalten haben. Als dann im geheimen und in Verkleidung unter schwerer Gefährdung ihres Lebens die Geistlichen der Jesus-Gemeinschaft sie besuchten, um ihnen Ermahnungen, Befehle und Trost zu erteilen, wurden sie von diesen Menschen mit Freude und Frömmigkeit empfangen.

52. Als im Jahre 1905 eine gewisse Freiheit des Glaubens verkündet wurde, konnte man in den ukrainischen Gegenden eine erfreuliche und eigenartige Erscheinung beobachten. Viele Katholiken kamen aus ihren Verstecken ans Tageslicht und stellten gemeinsam unter dem hoch erhobenen Banner des Kreuzes, fromme Lieder singend, offen ihre heiligen Bilder zur Verehrung heraus. Da es aber keine Pfarrer ihres Ritus gab, wandten sie sich an die Gotteshäuser des lateinischen Ritus - in welche ihnen früher der Zutritt unter Androhung strenger Strafen verboten war - und baten die gesetzlichen Geistlichen der Kirche, sie in die Häuser aufzunehmen, ihre Namen in die Register der katholischen Kirche einzutragen und von ihnen das Glaubensbekenntnis abzunehmen. Auf diese Art und Weise sind in kurzer Zeit rund 200 000 Gläubige gesetzlich in die Kirche aufgenommen worden.

53. Aber auch in den jüngsten Zeiten fehlte es nicht an Anlässen, die den Bischöfen, den Geistlichen und ihren treuen Herden Gelegenheit gaben, ihren Mut, ihre Standhaftigkeit des Geistes in der Anerkennung des katholischen Glaubens und in der Beschützung der Kirche und ihrer heiligen Freiheit zu zeigen. Hier muss man in erster Linie dem Metropoliten Andreas Scheptyckyj Ehre erweisen, welcher während des ersten europäischen Krieges, als die russischen Truppen Galizien einnahmen, aus seinem Sitz deportiert, in einem Kloster untergebracht und dort, jedenfalls für eine gewisse Zeit, wie in einem Gefängnis gehalten wurde. Er wünschte dort nichts mehr, als dem Apostolischen Stuhl seine hohe Verehrung erweisen zu können und er war, wenn es notwendig gewesen wäre, bereit, für seine Herde den Märtyrertod zu erleiden, denn für diese Herde gab er, begeistert durch die Gnade Gottes, schon lange seine ganzen Kräfte, und ihr galten auch seine ganzen Gedanken.

III.

54. Wir sahen, Hochwürdige Brüder, aus den in diesem Schreiben kurz, aber geschichtstreu vorgebrachten Tatsachen, wie viel Nutzen und wie viele Wohltaten dem ukrainischen Volke aus der Union mit der katholischen Kirche zuteil geworden sind. Darüber soll man sich nicht wundern, denn wenn es "Gott gefiel, dass in Christo alle Fülle wohne".[17], so kann diese Fülle, "die sein Leib ist",[18] in Wirklichkeit keiner, der von der Kirche getrennt ist, genießen. Denn, wie Unser Vorgänger, der selige Papst Pelagius II., behauptet: "wer nicht im Frieden und in der Einigkeit der Kirche war, konnte keinen Gott besitzen".[19] Wir sahen auch, dass dieses geliebte ukrainische Volk zur Verteidigung der katholischen Einheit verschiedenes Leid, Schmerzen und Elend zu erdulden hatte. Unser lieber, voraussehender Gott hat es aber nicht nur einmal glücklich befreit und brachte ihm auch den Frieden.

55. Aber jetzt sehen wir mit größter väterlicher Sorge, dass sich über dieser Kirche ein neues, schweres Gewitter sammelt. Die Nachrichten, welche an Unsere Ohren kommen, obwohl es nicht viele sind, reichen aus, um Uns zu beunruhigen und mit Sorge zu belasten. Es kommt der Jahrestag, an dem sich vor 350 Jahren diese älteste christliche Gemeinschaft unter dem Zeichen der Freude mit ihrem höchsten Hirten, dem Statthalter des Heiligen Petrus, vereinigt hatte; derselbe Jahrestag ist für uns geworden: "ein Tag der Angst und der Bedrängnis, ein Tag des Verwüstens und der Verwüstung, ein Tag der Finsternis und des Dunkels, ein Tag des Gewölks und der Wolken".[20]

56. Mit großer Trauer haben wir erfahren, dass in diesen Gegenden, welche unlängst an die russischen Gebiete angegliedert wurden, unsere geliebten Brüder und Söhne des ukrainischen Volkes schwere Unterdrückung wegen ihrer Treue zum Apostolischen Stuhl erleiden müssen; ja, es fehlt nicht an solchen, welche alles Mögliche unternehmen, um sie von der großen Familie der Kirche gegen ihren Willen und gegen die heilige Pflicht des Gewissens zur Gemeinschaft der nicht unierten hinüberzuziehen. Wie man erfährt, hat sich die Geistlichkeit des ukrainischen Ritus in einem Schreiben an die führenden Männer der Sowjet-Republik beklagt, dass ihre Kirche in der Westukraine, wie sie jetzt genannt wird, unter sehr schweren Bedingungen zu leiden habe, denn alle Bischöfe und viele ihrer Geistlichen seien verhaftet, und zugleich sei es verboten, dass irgend jemand die Verwaltung dieser ukrainischen Kirche übernehme.

57. Und es ist gut bekannt, Hochwürdige Brüder, dass diese schweren Erfahrungen eine besondere politische Ursache haben. Dies ist aber keine neue Methode des Waltens und sie ist nicht zum ersten Male angewandt; im Laufe der Jahrhunderte haben die Feinde der Kirche oftmals, als sie nicht offen zugeben konnten, dass sie den katholischen Glauben hassen und ihn offen verfolgen, schlau und hinterlistig den Angriff auf die Katholiken unter dem Vorwand geführt, dass jene gegen den Staat wirken. Auf diese Art und Weise haben seinerzeit die Juden vor dem römischen Statthalter unseren Erlöser angeklagt. Sie schrien: "Wir haben gefunden, dass dieser unser Volk aufwiegelt, dass er verbietet, dem Kaiser die Steuer zu zahlen".[21] Aber die Angelegenheit selbst und deren Ausgang erklären leicht und in richtiger Beleuchtung, was hier die Ursache dieser Raserei ist. Denn wem ist es nicht bekannt, dass der Patriarch Alexej, vor kurzem von den nicht unierten Bischöfen von Russland gewählt, in seinem Schreiben an die ukrainische Kirche deutlich ihren Abfall von der katholischen Kirche fordert und erklärt. Dieses Schreiben hat nicht wenig zu den Verfolgungen dieser Kirche beigetragen.

58. Alle diese Verfolgungen und Grausamkeiten verwunden uns um so mehr, Hochwürdige Brüder, als beinahe alle Völker der Welt, durch ihre Vertreter noch versammelt, als dieser unmenschliche Krieg wütete, in einer feierlichen Sitzung unter anderem erklärten, dass niemand jemals mehr irgendeine religiöse Verfolgung betreiben werde. Diese Erklärung gab uns die Hoffnung, dass auch die katholische Kirche überall den gebührenden Frieden und Freiheit genießen wird, um so mehr, weil sie immer lehrte und weiter lehrt, dass es die Pflicht des Gewissens sei, sich immer der Staatsgewalt zu unterwerfen, denn diese sei gesetzlich ernannt und erteile die Befehle in Ordnung und im Rahmen ihrer Befugnisse. Aber leider haben die Vorkommnisse, welche oben in Unserem Schreiben erwähnt wurden, schwer und bitter - wenn es sich um die ukrainischen Länder handelt - unsere Hoffnung und unser Vertrauen getäuscht.

59. Und wenn es gegen diese großen Unannehmlichkeiten, wie es scheint, kein menschliches Hilfsmittel gibt, da bleibt uns nur das eine, Hochwürdige Brüder, den barmherzigen Herrgott innigst zu bitten, der "des Elenden Sache und den Rechtsstreit der Armen führen" wird,[22] damit Er selbst gütigst diesen schweren Sturm abwendet und ihm ein Ende bereitet. Euch selbst und Eueren Herden rufen Wir eindringlich zu, Ihr sollt in Eueren heißen Gebeten und in frommen Werken der Buße zusammen mit Uns den Herrgott bitten, Er, der die Gemüter der Menschen erleuchtet und aus der Höhe ihren Willen durch hohe Befehle leitet, möge Sein Volk verschonen und nicht dem Verderben ausliefern. Die ukrainische Kirche möge schnellstens von dieser verderblichen Gefahr befreit werden.

60. Besonders wendet sich Unser väterlicher Geist an diejenigen Gläubigen, die in traurigen und furchtbaren Umständen leben und die so schwer und böse geknechtet werden, und zwar in erster Linie an Euch, Hochwürdige Brüder, Bischöfe des ukrainischen Volkes, die Ihr, obwohl Ihr großes Leid erduldet, dessen ungeachtet Euch mehr den Leiden Eurer Herden widmet, den Worten nachgehet: "Ein guter Hirte gibt sein Leben für seine Schafe".[23] Obwohl die Gegenwart dunkel und die Zukunft unsicher und unruhevoll ist, so sollt Ihr nicht den Mut sinken lassen. Wenn Ihr "zum Schauspiel für die Welt, die Engel und die Menschen",[24] geworden seid, so haltet Euch so tapfer, dass alle Gläubigen sich Eure Duldsamkeit und Eure Tugenden zum Beispiel nehmen. Indem Ihr männlich und standhaft diese feindlichen Verfolgungen ertragt und glühende Liebe zur Kirche zeigt, seid Ihr zu "Christi Wohlgeruch .... für Gott unter denen, welche selig werden, und bei denen, welche verloren gehen".[25] Wenn Ihr jetzt in Ketten und getrennt von Euren Söhnen seid, und es besteht keine Möglichkeit, ihnen die heiligen Vorschriften des Glaubens zu geben, so sprechen Eure Ketten höher und lauter und verkünden Christus.

61. Wir sprechen also väterlich zu Euch, geliebte Söhne, die Ihr der geistlichen Ehren würdig seid, denn Ihr sollt in die Spuren Christi treten, welcher "für uns gelitten"[26] und somit sollt Ihr allen anderen vorangehen und den Angriff des Kampfes aushalten. Wenn Uns auch Euer Unglück so schmerzhaft berührt, so freuen wir Uns, dass es Uns erlaubt ist, zu vielen von Euch mit den Worten des göttlichen Erlösers zu sprechen: "Ich kenne deine Werke, deine Liebe, deinen Glauben, deine Liebesdienste und deine Geduld, und deine letzten Werke sind besser als die früheren",[27] In diesen traurigen Zeiten rufe ich Euch zu, seid weiterhin stark und hart in der Erhaltung Eures Glaubens. Unterstützt weiter die Schwachen, stärkt die Wankenden! Ermahnt, wenn es sich als notwendig erweist, die Euch anvertrauten Gläubigen, dass es unter keinen Umständen erlaubt ist, wenn auch nur nach außen hin oder nur durch den Mund Christus oder die eigene Kirche zu verneinen oder zu verleugnen; stellt die schlauen Künste derer bloß, welche den Menschen irdische Güter und größeres Glück im hiesigen Leben versprechen, die aber zugleich ihre Seelen ins Verderben ziehen. Ihr selbst benehmt Euch wie "Diener Gottes durch große Ausdauer in Trübsalen, Nöten und Ängsten bei Schlägen in Kerkern ... durch Reinheit und Erkenntnis, durch Langmut und Güte; durch den Heiligen Geist und durch aufrichtige Liebe; durch die Predigt der Wahrheit und durch Gottes Kraft, mit Waffen der Gerechtigkeit zu Schutz und Trutz ... ".[28]

Schluss

62. Zum Schlusse wenden Wir Uns an Euch, alle Katholiken der ukrainischen Kirche, deren Leid und Kummer Wir mit väterlichem Herzen teilen. Wir wissen wohl, dass Euer Vaterland noch Schweres zu erwarten hat. Wer weiß, ob nicht zu befürchten ist, dass in den nächsten Zeiten noch größere Schwierigkeiten für diejenigen entstehen, die die heilige Pflicht des Glaubens zu verraten nicht bereit sind. Darum, geliebte Söhne, ermahnen Wir Euch schon jetzt eindringlich in Gottes Namen, lasst Euch durch keine Drohungen und keine Verluste einschüchtern und verleugnet niemals Euren Glauben und Eure Treue der Mutter Kirche gegenüber, auch unter der Androhung einer Verbannung oder unter Lebensgefahr. Denn, wie Euch bekannt ist, handelt es sich um einen im Acker verborgenen Schatz, den der Mensch beim Auffinden "versteckt und geht erfreut und verkauft seine ganze Habe und kauft diesen Acker".[29] Erinnert Euch, dass selbst der göttliche Erlöser im Evangelium sagt: "Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert. Wer sein Kreuz nicht auf sich nimmt und mir nicht nachfolgt, ist meiner nicht wert. Wer sein Leben zu gewinnen sucht, wird es verlieren; wer dagegen sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen".[30] Diesen Gottesworten muss man noch folgende Worte des Heidenapostels hinzufügen: "Es ist ein wahres Wort: sind wir mit ihm gestorben, so werden wir auch mit ihm leben; dulden wir mit ihm, so werden wir auch mit ihm herrschen. Wenn wir ihn aber verleugnen, wird er auch uns verleugnen; wenn wir treulos sind, er bleibt sich treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen".[31]

63. Wir nehmen an, liebe Brüder, dass Wir diese unsere väterliche Mahnung durch keine andere Art krönen und abschließen können als mit den Mahnungen desselben Heidenapostels: "Seid wachsam, steht fest im Glauben, handelt mannhaft.".[32] "Gehorcht Euren Vorstehern und folgt ihnen",[33] den Pfarrern und Bischöfen in allem, was sie Euch befehlen für Eure Seligkeit, den Vorschriften nachkommend. Allen denjenigen, die auf irgendeine Art und Weise Euren Glauben angreifen wollen, stellt Euch stark entgegen. "Und seid bestrebt, die Einheit des Geistes zu wahren durch das Band des Friedens. Es ist ja nur Ein Leib und Ein Geist, wie es auch nur Eine Hoffnung gibt, zu der Ihr berufen wurdet".[34] Trotz Trauer und Leid denkt daran. dass das Leiden dieser Zeit mit der künftigen Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll, nicht vergleichbar sei".[35] "Aber Gott ist treu, Er wird Euch stärken und bewahrt Euch vom Bösen".[36]

64. Voller Hoffnung auf die Zukunft, dass Ihr stark und gern, begeistert und unterstützt von der Gnade Gottes, Unseren Mahnungen entsprechen werdet, wünschen Wir vom Vater der Erbarmungen und vom Geist allen Trostes[37] für Euch bessere und ruhigere Zeiten und Wir werden dafür innigst beten.

Als Gabe der himmlischen Gnaden und als Zeugnis Unseres Wohlwollens erteilen Wir einstweilen aus ganzer Seele sowohl Euch, Hochwürdige Brüder, im einzelnen, wie auch Euren Herden und insbesondere den Bischöfen, Geistlichen und allen Gläubigen der ukrainischen Kirche den Apostolischen Segen.

Gegeben in Rom beim Heiligen Petrus am 23. Tage des Monats Dezember des Jahres 1945

im siebten Jahre Unseres Pontifikates.

Papst Pius XII.

Anmerkungen

  1. Leo XIII.. Apost. Brief "Praeclara gratulationis ... " vom 20. Juni 1894, Acta Leonis XIII, t. XIV, S. 201
  2. Leo XIII.. ebenda.
  3. Baronius, Annales, t. VII. Romae 1596, Zusatz Seite 681.
  4. Apostolische Konstitution Magnus Dominus et laudabilis nimis. A, Theiner: Vetera monumenta Poloniae et Lithuaniae, Bd. III S. 240 d. w.
  5. A. Theiner Loc. cit. pag. 251.
  6. Mt 13,25 EU
  7. 1816-1858,
  8. 1882-1898
  9. A. Theiner, dortselbst S. 237
  10. Acta et decr. SS. Conciliorum rec. co!. 600, nota 2.
  11. Dortselbst, Spalte 602
  12. zum größten Teil durch die junge Generation der ukrainischen adeligen Familien,
  13. Dortselbst, Spalte 603
  14. Dortselbst, Spalte 606
  15. Pius IX. Omnem solicitudinem vom 13. Mai 1874, mit einem Zitat aus Gregor XVI. Inter gravissimos, Pii IX. Acta, VI, 317
  16. Lk 6,22-23 EU
  17. Kol 1,19 EU
  18. Eph 1,23 EU
  19. Brief an die Bischöfe von Istrien, Acta Conc. Oecum. IV. II. 107
  20. Zef 1,15 EU
  21. Lk 23,2 EU
  22. Ps 139,13 EU
  23. Joh 10,12 EU
  24. 1 Kor 4,9 EU
  25. 2 Kor 2,15 EU
  26. vgl. 1 Petr 2,21 EU
  27. Offb 2,19 EU
  28. 2 Kor 6,4ff EU.
  29. Mt 13, 44 EU
  30. Mt 10,37ff EU.
  31. 2 Tim 2,11ff EU.
  32. 1 Kor 16,13 EU
  33. Hebr 13,17 EU
  34. Eph 4,3-4 EU
  35. Röm 8,18 EU
  36. 2 Thess 3,3 EU
  37. vgl. 2 Kor 1,3 EU

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