Türkei

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Das Gebiet der heutigen Türkei in Vorderasien und zum kleinen Teil in Europa (unter 4 Prozent der Fläche) war als "Kleinasien" das erste Gebiet, in dem sich ab etwa 50 nach Christus das Christentum ausbreitete.

Inhaltsverzeichnis

Geschichtliche Bedeutung

Zur Zeit des Neuen Testaments war Kleinasien Teil des Römischen Reiches. Nach dem Untergang der Römerherrschaft gehörte es ab dem 7. Jahrhundert zum Oströmischen oder Byzantinischen Reich. Seit dem 14. Jahrhundert wurde es türkisch.

Religionsgeschichtlich spielte das Land eine bedeutende Rolle. Im Alten Testament landete die Arche Noah, der Überlieferung nach, auf dem Berg Ararat und damit auf heute türkischem Gebiet. Abraham war in Haran, das heute in der Südosttürkei südlich von Edessa, dem heutigen Urfa liegt, als er den Ruf Gottes hörte, in das Gelobte Land zu ziehen.

Im Neuen Testament wurde das Land noch deutlich wichtiger. Papst Johannes Paul II. meinte einmal: "Wenn Palästina das Land Jesu sei, dann ist die Türkei das Land der Kirche." Lukas schrieb in der Apostelgeschichte, dass in Antiochien (heute Antakya) in der Südosttürkei die Jünger Jesu zum ersten Mal als "Christianoi", als Christen, bezeichnet worden sind. Von Antiochien starteten auch die Missionsreisen des heiligen Paulus. Außerdem war Antiochien eine Wirkungsstätte des hl. Petrus.

Von großer Bedeutung ist im 4. Jahrhundert das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel, das zwei türkische Städte im Namen enthält: Iznik, das alte Nizäa, und Konstantinopel, das heutige Istanbul.

Laut offiziellen Angaben sind mehr als 99 Prozent der Bevölkerung Anhänger des Islam. Die Christen sind in einer Minderheitssituation. Offiziell gibt es etwa 125.000 Christen (0,2 Prozent). Noch am Beginn des 20. Jahrhunderts gab es allerdings fast 20 Prozent Christen in der Türkei. 1915 bis 1917 kam es im damaligen Osmanischen Reich zu dem Völkermord an den Armeniern. Dabei kamen schätzungsweise bis zu 1,5 Millionen Menschen, vorwiegend Christen, ums Leben. Die heutige Türkei leugnet dieses geschichtlich gut dokumentierte Ereignis nach wie vor.

Bedeutende Orte

Eine bedeutende Stätte gibt es in der Nähe der türkischen Stadt Ephesos, wo das Haus Mariens verehrt wird.

Es gibt zwar auch eine alte christliche Tradition, dass Maria in Jerusalem entschlafen sei. So erinnert die Kirche „Dormitio Mariae" an diese Überlieferung, aber seit dem 19. Jahrhundert, seit den Ausgrabungen (aufgrund der Weissagungen der heute selig gesprochenen Anna Katharina Emmerick), gehen manche davon aus, dass Maria mit Johannes, den Christus am Kreuz seine Mutter anvertraut hat, nach Ephesus ging und wahrscheinlich auch dort gestorben ist.

Spirituelle Bedeutung

Aus der Region kommen auch viele Heilige. Von den Vierzehn Nothelfern hätten heute zehn einen türkischen Pass, darunter die hl. Barbara, die hl. Margareta, der hl. Blasius und der hl. Christophorus.

Siehe auch

Weblinks

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