Otto Müller Verlag

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Der Otto Müller Verlag ist ein österreichischer Verlag mit Sitz in Salzburg. Er wurde im Juli 1937 von Otto Müller gegründet. Erster Erscheinungsort war Innsbruck, Arbeitsort jedoch Salzburg.

Inhaltsverzeichnis

Verlagsprogramm

Otto Müller Verlagsprospekt bestand aus der Dreiheit: Schöne Literatur, Geisteswissenschaft, Theologie. Der Verlag editierte Werke und christlich-abendländisches Kulturgut, besonders "aus der reichen Tradition Österreichs als einer europäischen Potenz der Mitte zur fruchtbaren Entfaltung und zur Wirksamkeit im gesamten deutschen Sprachraum."[1] Weltoffenheit in christlicher Grundhaltung bestimmten den Standort und Schaffensplan Otto Müllers. Er fasste Verlegerschaft aber zugleich als eine Form des Laien-Apostolates auf und suchte immer solche Bücher, „die ihm als Ausdruck entweder der innerkirchlichen Erneuerung oder der Wiederverchristlichung der Welt erschienen“. Das bedeutete für den Verlag ein Heraustreten aus dem engeren katholischen Bereich und ein missionarisches Wirksammachen der Bücher auch im nichtkatholischen Raum.[2] Eine besondere Aufgabe sah der Verlag in der Förderung zeitnaher Theologie, von Werken also, die nicht allein „für den Fachgelehrten, sondern vielmehr für den allgemeingebildeten Laien bestimmt sind. Von der Dreigliederung leiten sich auch die anderen Veröffentlichungen ab. Die wissenschaftliche Sparte konzentrierte sich auf Geistesgeschichte, im speziellen auf Literatur- und Kunstgeschichte, doch sollten auch Bücher zur Zeitgeschichte nicht fehlen.

Autoren

Nach dem Zweiten Weltkrieg editierte der Verlag Werke von Felix Braun, Hans Leifhelm, Christine Lavant, Gertrud Fussenegger, Hans Sedlmayr, Josef Nadler, Heinrich von Srbik, Max Mell, Karl Heinrich Waggerl, Franz Tumler und Josef Weinheber, Paul Claudel, Albert Auer, Heinrich Maria Christmann, die Gesamtausgabe der Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen durch Heinrich Schipperges, Adelgundis Führkötter, Ferdinand Holböck, Bernhard Häring, Oda SchneiderMichael Marsch,

Geschichte

Nach dem „Anschluss“ an Deutschland 1938, erlebte der Verlag durch den Wegfall der Grenzen einen gesteigerten Absatz an Büchern. Im Herbst 1938 erweiterte der Otto Müller Verlag sein Verlagsprogramm durch den Schritt in die Weltliteratur. Bis Herbst 1939 war die Produktion des Otto Müller Verlags auf rund ein Halbes Hundert Werke angewachsen. Verschiedene Werke des Verlages wurden offiziell durch den Nationalsozialismus verboten. Am 31. Juli 1940 wurde Otto Müller angewiesen, den Verlag zu liquidieren und jede verlegerische Tätigkeit einzustellen. Durch einen Scheinverkauf an den Berliner Verleger Lambert Schneider – der Kaufvertrag wurde durch die RSK am 13.5.1941 genehmigt – konnte das Unternehmen als „Otto Müller Verlag, Berlin – Inhaber Lambert Schneider“ weiter firmieren, zwar einige Bücher noch verlegen, jedoch keine Werke religiösen Inhalts mehr herausbringen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs versuchte Müller seine verlegerische Tätigkeit wieder aufzunehmen und erhielt Ende Oktober 1945 von der amerikanischen Militärregierung das „Permit“ zur Wiedereröffnung seines Verlages. Im ersten Jahr konnten noch sieben Werke erscheinen.[3]

Literatur

  • Werke und Jahre 1937-1962. Otto Müller Verlag Salzburg 1962.
  • Werke und Jahre 1937 – 1977 (zum 40jährigen Jubiläum) Otto Müller Verlag Salzburg 1977.
  • Claudia Hörschinger-Zinnagl (Diplomarbeit Univ. Wien 1996): Der Verleger Otto Müller und die Geschichte seines Verlages von 1937 bis 1956, 1985.
  • Murray G. Hall: Österreichische Verlagsgeschichte 1918–1938. Böhlau Verlag, Wien/Köln/Graz 1985 (ISBN 3-205-07258-8, ISBN 3-412-05585-9. Abschnitt „Otto Müller Verlag“.

Adresse

Otto Müller Verlag GmbH
Ernest-Thun-Str. 11
5020 Salzburg
Österreich
Tel: +43 662 88 19 74
Fax: +43 662 88 19 74-80

Weblinks

Anmerkungen

  1. Werke und Jahre 1937-1962. Otto Müller Verlag Salzburg 1962, S. 16.
  2. Werke und Jahre 1937-1962. Otto Müller Verlag Salzburg 1962, S. 15.
  3. Der Otto Müller Verlag Österreichische Verlagsgeschichte
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