Päpstlicher Rat der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs

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Päpstlicher Rat der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs (lat.: Pontificium Consilium de Spirituali Migrantium atque Itinerantium Cura) war ein Dikasterium der Römischen Kurie des Heiligen Stuhls.

Papst Pius XII. gründete 1951 eine "Internationale Katholische Kommission für Wanderungsfragen" (International Catholic Migration Commission/ICMC). Papst Paul VI. errichtete mit dem Motu proprio Apostolicae caritatis 1970 eine Kommission mit der Aufgabe ein, die Seelsorge an den Menschen unterwegs zu studieren und auch durchzuführen (Päpstliche Kommission für die Seelsorge am Menschen unterwegs). Bei der Kurienreform 1988 wurde die Kommission in einen Rat überführt. Der Rat löst sich durch das Motu proprio Humanam progressionem‎ am 31. Dezember 2016 in dem Dikasterium für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen auf.

Aufgaben des Rates

Die Aufgaben des Rates werden in der Instruktion Erga migrantes caritas christi in Art. 22 aufgezählt:

§ 1. Die Aufgabe des Päpstlichen Rates der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs ist so umschrieben: „Der Rat wendet die pastorale Sorge der Kirche den besonderen Erfordernissen jener zu, die gezwungen wurden, die eigene Heimat zu verlassen oder die eine solche gar nicht haben; gleichfalls sorgt er dafür, dass die diesbezüglichen Probleme mit der erforderlichen Sorgfalt bedacht werden“ (PB 149). Weiter heißt es: „Der Rat setzt sich dafür ein, dass in den Teilkirchen, wenn nötig auch durch geeignete pastorale Strukturen, den Flüchtlingen und Asylsuchenden, den Migranten ... eine wirkungsvolle und spezielle Seelsorge angeboten wird“ (PB 150, 1), unbeschadet der pastoralen Verantwortung der Ortskirchen und der Kompetenzen anderer Organe der römischen Kurie.

§ 2. Aufgaben des Päpstlichen Rates sind also unter anderem:

1) die von den Bischofskonferenzen und den entsprechenden hierarchischen Strukturen der katholischen Ostkirchen eingesandten Berichte zu studieren;

2) Instruktionen herauszugeben, von denen CIC can. 34 handelt, Empfehlungen zu geben und Initiativen, Aktivitäten und Programme zu fördern, um Strukturen sowie Institutionen bezüglich der pastoralen Betreuung der Migranten zu entwickeln;

3) den Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Bischofskonferenzen bzw. mit den entsprechenden hierarchischen Strukturen der katholischen Ostkirchen zu fördern, ihre Beziehungen untereinander zu erleichtern, insbesondere in Bezug auf die Versetzung der Priester für die Seelsorge der Migranten von einem Land in ein anderes;

4) die pastorale Aktivität der Koordination und Harmonisierung zu Gunsten der Migranten in den regionalen und kontinentalen Organismen kirchlicher ‚communio’ zu verfolgen, zu ermutigen und zu beleben;

5) die Situationen zu analysieren, um abzuschätzen, ob an bestimmten Orten die Umstände gegeben sind, welche die Errichtung von spezifischen pastoralen Strukturen für die Migranten (vgl. oben Nr. 24, Anm. 23) nahe legen.

6) die Beziehung der Ordensinstitute, die den Migranten geistliche Betreuung bieten, zu den Bischofskonferenzen und den entsprechenden hierarchischen Strukturen der katholischen Ostkirchen zu fördern und ihr Werk zu verfolgen, unbeschadet der Zuständigkeit der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und der Gesellschaften des apostolischen Lebens hinsichtlich der Beobachtung des Ordenslebens und unbeschadet der Zuständigkeit Kongregation für die Orientalischen Kirchen;

7) Initiativen anzuregen und an solchen mitzuwirken, die im Blick auf eine fruchtbare und rechte ökumenische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Migration nützlich oder notwendig sind, in Absprache mit den Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen;

8) Initiativen anzuregen und an solchen mitzuwirken, die für den Dialog mit Gruppen von nichtchristlichen Migranten notwendig oder vorteilhaft erscheinen, in Absprache mit dem Päpstlichen Rat für den interreligiösen Dialog.

Entsprechend seinen Aufgaben ist die Arbeit des Dikasteriums in verschiedene Sektoren unterteilt, welche verschiedene Treffen veranstaltet:

  • Migranten [1]
  • Flüchtlinge und inländische Vertriebene [2]
  • Ausländische Studierende [3]
  • Tourismus, Wallfahrten, Wallfahrtsorte [4]
  • Seeleute [5]
  • Zivile Luftfahrt [6]
  • Nomaden: Sinti und Roma [7]
  • Circus und Schausteller [8]
  • Apostolat der Strasse [9]

Das Dikasterium zählte ungefähr 25 Kardinäle und Bischöfe als seine Mitglieder und etwa 15 Konsultoren. Das Personal des Päpstlichen Rat bestand aus etwa 20 Mitarbeitern. Der Rat gab die Publikation "People on the move" heraus, die dreimal jährlich in mehreren Sprachen erschien.

Präsidenten

Schreiben des Rates: siehe Migrant.

Weblinks

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