Päpstliches Bibelinstitut

Aus Kathpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Päpstliche Bibelinstitut (italienisch: Pontificio Istituto Biblico, PIB) ist eine vatikanische Hochschule, deren Aufgabe es ist, die Bibelwissenschaft in der katholischen Kirche zu fördern. Sie hat ihren Sitz in Rom und seit 1927 eine Zweigstelle in Jerusalem.

Papst Pius X. gründete das Institut am 7. Mai 1909 mit dem Apostolischen Schreiben Vinea electa und übertrug die Leitung dem Jesuitenorden. Erster Rektor war P. Leopold Fonck SJ. Vorarbeiten zur Gründung hatten auf Initiative von Papst Leo XIII. bereits 1902 begonnen. Auf P. Fonck folgte 1930 als Rektor der spätere Kurienkardinal Augustin Bea, Professor für biblische Theologie, der das Bibelinstitut bis 1949 leitete.

Das Institut unterstand zunächst der Päpstlichen Bibelkommission. Mit dem Motu Proprio Quod maxime vom 30. September 1928 machte Papst Pius XI. das Bibelinstitut unabhängig von der Kommission und begründete eine enge Zusammenarbeit mit der Päpstlichen Universität Gregoriana und dem Päpstlichen Orientalischen Institut. Das Bibelinstitut erhielt gleichzeitig das Recht, den Doktorgrad zu verleihen; das Recht zur Verleihung des Lizentiats hatte bereits Papst Benedikt XV. mit dem Apostolischen Schreiben Cum Biblia sacra (15. August 1916) eingeräumt.[1]

Die Hochschule hat zwei Fakultäten: für Biblische Exegese und seit 1932/33 zusätzlich eine für Orientalistik. Ein besonderer Akzent liegt auf der Vermittlung der biblischen Sprachen und der Hilfswissenschaften wie biblische Zeitgeschichte oder Archäologie. Nachdem das Zweite Vatikanische Konzil mit seiner Dogmatischen Konstitution Dei verbum (18. November 1965) eine neue, positive Einstellung katholischer Christen zur Bibel entscheidend gefördert hatte, verdoppelte sich nahezu die Zahl der Studenten aus allen Erdteilen von 200 im Jahre 1959 auf 380 im Jahr 1969.[2]

1920 gründete das Bibelinstitut die Zeitschrift Biblica und 1929 die Zeitschrift Orientalia, in welcher Forschungen zur Welt des Alten Orients - in der die Bibel entstand - veröffentlicht werden. Jeder Jahrgang enthält auf Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch oder Spanisch etwa 30 Artikel und 30 ausführliche Rezensionen auf etwa 600 Seiten, die von Wissenschaftlern aus aller Welt stammen, darunter auch zahlreiche evangelische und jüdische Forscher.[3]

Weblinks

Anmerkungen

  1. biblico.it: history
  2. Hubert Ritt: Art. Bibelinstitut in: Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Aufl., Bd. 2, Sp. 404.
  3. jesuiten.de: P. Dominik Markl SJ: Die Zeitschriftern des Päpstlichen Bibelinstituts, 26. November 2017.]
Meine Werkzeuge