Perikopen

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Perikopen (von griechisch περικόπτειν perikóptein „rings behauen“) sind ausgewählte Textabschnitte aus einer in sich stehenden, größeren Schriftgesamtheit (z.B. Buch).

In der Feier der Liturgie werden die Schriftlesungen als Perikopen, d.h. als Abschnitte aus den kanonischen Büchern der heiligen Schrift, vorgetragen. Die in den einzelnen Horen des Stundengebetes verlesene Perikope wird als "Kapitel" bezeichnet.

Die Auswahl der Perikopen für die heilige Messe folgt einer vorgeschriebenen Perikopenordnung. Das Zweite Vatikanische Konzil hatte bestimmt: "Auf dass den Gläubigen der Tisch des Gotteswortes reicher bereitet werde, soll die Schatzkammer der Bibel weiter aufgetan werden, so dass innerhalb einer bestimmten Anzahl von Jahren die wichtigsten Teile der Heiligen Schrift dem Volk vorgetragen werden."[1] Die Texte des Evangeliums an Sonn- und Festtagen sind seitdem in einem dreijährigen Lesezyklus angeordnet (A-Jahr: Matthäus-Evangelium; B-Jahr: Markus-Evangelium; C-Jahr: Lukas-Evangelium), Perikopen aus dem Johannes-Evangelium werden an den Sonntagen der Fasten- und Osterzeit vorgetragen. Zudem wurde der Epistel- und Evangelienlesung eine weitere Perikope aus dem Alten Testament – in der Osterzeit aus der Apostelgeschichte – vorausgestellt.[2]

Literatur

  • Elmar Nübold: Entstehung und Bewertung der neuen Perikopenordnung des römischen Ritus für die Messfeier an Sonn- und Festtagen, 1986
  • Elmar Nübold: Art. Perikopen in: Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Aufl., Bd. 8, Sp. 33f.

Weblinks

Anmerkungen

  1. II. Vatikanisches Konzil, Liturgiekonstitution Art. 51.
  2. Papst Paul VI.: Konstitution Missale Romanum, 3. April 1969.
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