Psalmen

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In der jüdischen Bibel gehört das Buch der Psalmen zu den „Schriften“ – hebr. Ketubim Nach der katholischen, protestantischen und orthodoxen Ordnung zählt das Psalmenbuch zu den Weisheitsbüchern.

Die Bezeichnung Psalm kommt vom griechische Wort psalmos und bedeutet: von Saitenspiel begleitetes Lied. Im hebräischen Original werden sie als Tehilim bezeichnet, das bedeutet: Hymnen, Preislieder, Loblieder.

Inhaltsverzeichnis

Zählung

Die Bibel führt im Buch der Psalmen 150 Psalmen an, die mit fortlaufenden Zahlen bezeichnet werden. Es gibt zwei Zählweisen (die masoretische und die der Septuaginta), auf die eine eventuell in Klammer angeführte zweite Zahl verweist.

Die lateinische Vulgata benutzt die Zählweise der Septuaginta. Die deutsche Einheitsübersetzung hingegen verwendet die masoretische Zählung

Tabelle der Psalmenzählungen
Masoretischer Text Septuaginta Anmerkung
Ps 1–8 Ps 1–8 Zählung gleich
Ps 9–10 Ps 9 griech. zählt Pss. 9 u. 10 als einen Psalm
Ps 11–113 Ps 10–112 hebräische Zählung geht um 1 voraus
Ps 114–115 Ps 113 griech. zählt 114 u. 115 als einen Psalm
Ps 116 Ps 114–115 griech. als zwei Psalmen gezählt. Ps 115 beginnt mit Vers 10
Ps 117–146 Ps 116–145 hebräische Zählung geht um 1 voraus
Ps 147 Ps 146–147 griech. als zwei Psalmen gezählt. Ps 147 beginnt mit Vers 12
Ps 148–150 Ps 148–150 Zählung gleich
(Ps 151) deuterokanonisch

Inhalt

In den Psalmen bringt der Beter sein Menschsein vor Gott, mit allem Leid, aller Bedrängnis, allen Nöten des Menschseins, Sünde, Sehnsucht, Trauer, Angst. Die Erfahrung der Gottferne und des Fluches kommen zur Sprache. Der Beter bleibt allerdings nicht dabei stehen, sondern erfährt durch die konkrete Hinwendung zu Gott im Gebet eine Hinführung zu Hoffnung, Trost und Zuversicht. Basis der Psalmen ist eine lebendige Gottesbeziehung. Man könnte das Buch der Psalmen als das Gesangs- und Gebetbuch der Juden bezeichnen, unserem „Gotteslob“ vergleichbar.

Autor

Ursprünglich wurden die Psalmen, die ja eigentlich Gebetstexte sind, wohl anonym überliefert. Zweifellos reichen viele davon bis in die Zeit des König Davids zurück, und mögen sogar aus seiner Feder stammen. Als weitere Verfasser werden Salomo, Asaf, Söhne des Korach, Heman, Etan und Mose genannt. Wenngleich die Überlieferung der Verfasserschaft einen gewissen historischen Kern beinhalten wird, ist sie aber wissenschaftlich nicht mehr fassbar.

Formen der Psalmen

Vom Aufbau her unterscheiden wir Klage- und Lobpsalmen, jeweils des Einzelnen oder des Volkes, sowie Hymnen. Man kann keine einheitliche Struktur feststellen, lediglich die Bewegung im Gebet von den vielfachen Nöten hin zum Vertrauen und Lob Gottes des Retters. Die Herrlichkeit Gottes und die Würde des Menschen kommt zur Sprache. Wir finden viele Bilder aus der Natur und aus der Lebensumwelt der damaligen Menschen, die uns sehr anschaulich die Intention des Beters vor Augen stellen. Die Psalmen sind in gebundener Sprache verfasst und wurden auch in solcher übersetzt, um eine singbare Version für den Gottesdienst zur Verfügung zu haben.

Verwendung im Gottesdienst

Ursprünglich wurden die Psalmen als begleitendes Gebet zum Lobopfer im Tempel vorgetragen, später fanden die Psalmen Eingang in alle Formen des jüdischen Gottesdienstes. Besonders die Hymnen, mit Instrumentalmusik verbunden, durchdrangen mit ihrem feierlichen Lobpreis den ganzen Gottesdienst und auch die häuslichen religiösen Feste, wie etwa Pessach und Sabbat.

In christlicher Zeit haben die Psalmen ihren Sitz vor allem im Stundengebet (in Form des Vier-Wochen-Psalters, auch Psalterium genannt) sowie als Psalm zwischen den beiden Lesungen des Sonntages (sofern zwei Lesungen vorgetragen werden und sie nicht durch einen geeigneten Zwischengesang ersetzt werden). Auch für das persönliche Gebet des Einzelnen sind sie von hohem Wert.

Literatur

Weblinks

Psalmen beim Katholischen Bibelwerk