Römische Frage

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Die Römische Frage („questione romana“) bedeutet die merkwürdige politische Situation des Kirchenstaates.

Sie war infolge des Risorgimento, der Freiheits- und Vereinigungsbewegung Italiens im 19. Jahrhundert, eingetreten: Italienische Truppen drangen am 20. September 1870 bei der Porta Pia in die Ewige Stadt ein und besetzten sie. Rom wurde in der Folge zur Hauptstadt des Italienischen Königreichs erklärt. Der Kirchenstaat, der über 1.000 Jahre existiert hatte und eines der ältesten und geschichtsträchtigsten Staatengebilde Europas war, wurde in das eben gegründete Italien einverleibt. Zusätzlich wurden die meisten kirchlichen Güter enteignet. Das schuf eine eigenartige rechtliche Lage, die den Vatikan für die nächsten 59 Jahre zu einer Art Enklave für die Päpste machte. Pius IX., unter dessen Herrschaft der Kirchenstaat verloren ging und der deswegen »Dulderpapst« genannt wurde, zog sich zunächst nach Gaeta und dann für den Rest seiner Regierungszeit in den Apostolischen Palast zurück, den er nie wieder verließ: Er fühlte sich als Gefangener des Italienischen Königreiches. Seinen Nachfolgern Leo XIII. dem heiligen Pius X. und Benedikt XV. erging es nicht anders. Sie dauerte bis zu den Lateranverträgen, die den Vatikanstaat gründeten.

Quelle

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