Realpräsenz Jesu Christi in der Eucharistie

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Qsicon Ueberarbeiten.png ACHTUNG: Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Auf dieser Seite fehlt die Darlegung der aristotelisch-scholastischen Terminologie von "Substanz" und "Akzidenz", die zum richtigen Verständnis des scholastischen Begriffs "Transsubstatiation" unumgänglich ist. Ohne das ist ein Sprechen von "Wesen" von Brot und Wein heutzutage missverständlich, weil die philosophische Begrifflichkeit sich entwickelt und geändert hat. - Zudem wir dem Artikel nicht klar, worin der Unterschied zwischen "phänomenologischer Sprache" und "bloßes Symbol" präzise besteht. - Insgesamt ist der Artikel sehr essayistisch und zu wenig enzyklopädisch, es werden keine Quellen angegeben, weder für die katholischen Positionen noch für den Glauben "vieler protestantischer Christen". Warum kann man sarx als "Fleisch" nicht anders als wörtlich verstehen, soll aber "Licht der Welt" offenbar nicht auch wörtlich verstehen. Eine inhaltliche Begründung befindet sich gegebenenfalls auf der Diskussionsseite. Wenn du Lust hast, verbessere den Artikel und entferne anschließend diesen Baustein.

Katholiken glauben, dass Jesus Christus in der Heiligen Messe – der Feier der Eucharistie – leibhaftig gegenwärtig ist unter den Zeichen von Brot und Wein. Gerade dies aber bezweifeln protestantische Kritiker der katholischen Lehre. „Wie“, so fragt etwa der frühere katholische Priester und heutige radikale Katholizismuskritiker Gregor Dalliard, „kommt Gott in das Brot und in den Wein hinein? Wie konnten Menschen nur eine solche Philosophie über das Abendmahl entwickeln, die dem Herrn Jesus, den Aposteln, ja der ganzen Heiligen Schrift so fremd ist?“ (Gregor Dalliard, Das römisch-katholische Messopfer (Eucharistie), ohne Jahr und Ort, S. 19). Dalliard wird aus katholischer Sicht insoweit widersprochen, dass die Transsubstantiationslehre nicht als von Menschen entwickelt, sondern als von Jesus Christus verkündet verstanden wird.

Inhaltsverzeichnis

„Das ist mein Leib“

Was sagt die Bibel über die Einsetzung der Heiligen Messe? „Und er nahm das Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ (Lk 22,19)

Das Griechische hier und in den parallelen Evangelienstellen (Mt 26,26; Mk 14,22) lautet: Toũtó estin tò sõmá mou. Paulus schreibt ganz ähnlich: Toũtó moú estin tò sõma (1 Kor. 11,24). In allen Übersetzungen findet man die Formulierung: „Das ist mein Leib;“ dies entspricht offenbar dem übereinstimmenden Sprachgebrauch einer frühen liturgischen Formel der Urgemeinde, die von Paulus und den Evangelisten zitiert wird. Das Verb estin entspricht dem deutschen „ist“. Zwar kann dieses Verb auch als „ist im übertragenden Sinne“ verstanden werden. Die übliche Bedeutung von estin ist jedoch „ist wirklich“, so wie ja auch im Deutschen das Wort „ist“ üblicherweise in diesem Sinne verwendet wird.

"Mein Fleisch ist wirklich eine Speise"

Im sechsten Kapitel des Johannes-Evangeliums sagt Christus zu seinen Jüngern:

"Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot ißt, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, (ich gebe es hin) für das Leben der Welt.“ (Joh 6,48-51)

Viele protestantische Christen glauben, dass Christus im übertragenen Sinne spricht, wenn er das Brot, das er gibt, als sein "Fleisch" bezeichnet. Schließlich spricht er auch an anderen Stellen rein metaphorisch und verwendet Bilder, die er offensichtlich nicht wörtlich meint. So nennt er sich ja auch „das Licht der Welt“ (Joh 8,12); er sagt, er sei „die Tür zu den Schafen“ (Joh 10,7,9) oder auch „der wahre Weinstock“ (Joh 15,1,5). Wenn Christus aber auch alle diese Worte als Bilder gebraucht und er insoweit eben nicht wörtlich verstanden werden will, ist es dann nicht klar, dass es auch symbolisch zu verstehen ist, wenn er das Brot in der Eucharistie als sein "Fleisch" bezeichnet?

Die Antwort ist ein klares Nein. Denn Christus insistiert selbst, dass er hier wörtlich verstanden werden will:

... mein Fleisch ist wirklich eine Speise und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich ißt, durch mich leben.“ (Joh 6,55-57).

Das griechische Wort für „Leib“ in Joh 6 ist sarx, das allein körperliches Fleisch bedeuten kann, und das Wort für “ißt” (trogon) ist mit „nagt“ oder „kaut“ zu übersetzen. Wie kann man das anders als wörtlich verstehen?

Auch die Jünger nahmen Anstoß

Auch die Jünger, die diese Worte Jesu hörten, verstanden sie wörtlich. Denn viele von ihnen nahmen daran Anstoß:

„Was er sagt“, murrten sie, „ist unerträglich. Wer kann das anhören?“ (Joh 6,60). Woran aber hätten sie Anstoß nehmen können, wenn den Jüngern klar gewesen wäre, dass Jesus hier nur im übertragenen Sinne sprach und seine Worte eigentlich im Sinne von „Mein Fleisch wird nur im übertragenen Sinne gegessen.“ zu verstehen gewesen wären?

Aber selbst, wenn die wörtliche Interpretation von Jesu Aussagen ein Missverständnis gewesen wäre, dann hätte Jesus es doch sofort ausräumen können. Er hätte als Reaktion auf ihr Ärgernis beispielsweise sagen können: „Nein, nein, Jungs, ich habe nur eine Metapher verwendet. In Wirklichkeit handelt es sich natürlich nicht um mein Fleisch und mein Blut, sondern um Brot und Wein.“ Er tut aber genau das Gegenteil und sagt:

„Daran nehmt ihr Anstoß? Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war? Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu Euch gesprochen habe, sind Geist und Leben. Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben.“ (Joh 6:61-64).

Bleibt das Brot nicht Brot?

Aber räumt Paulus nicht selber ein, dass das Brot Brot bleibt und der Wein Wein, wenn er sagt: „Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt ...“ (1. Kor 11,27)?

Damit hat er ja auch recht. Der Wahrnehmung nach bleibt das Brot unverändert Brot und der Wein Wein. Aber das Wesen dieser Dinge verändert sich. Die Kirche nennt diesen Vorgang „Transsubstantiation“.

Paulus lässt keinen Zweifel daran, dass er eine Wesensverwandlung von Brot und Wein unterstellt. „Wer“, so schreibt er nämlich, „... unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken.“ (1. Kor. 11,27-28).

Phänomenologische Sprache

Diese Aussagen machen deutlich, dass Paulus, wenn er den Ausdruck „Brot“ verwendet, in „phänomenologischer Sprache“ spricht. Eine solche Ausdrucksweise beschreibt etwas so, wie es erscheint, nicht aber, wie es seiner eigentlichen Natur nach ist. Auch wenn wir sagen, dass die Sonne „aufgeht“, verwenden wir eine phänomenologische Sprache und wissen natürlich, dass sich eigentlich die Erde um die Sonne dreht – und nicht umgekehrt.

In der Heiligen Schrift finden wir häufig eine solche phänomenologische Sprache. So erscheinen Engel in menschlicher Gestalt – als „Männer“ (Gen. 19,1-11; Lk 24,4–7, 23; Apg 1,10–11). Weil die Eucharistie immer noch als Brot und Wein erscheint, haben Katholiken seit der Zeit von Paulus die konsekrierten Elemente so bezeichnet, während sie gleichzeitig bekannten, dass dies nur eine Beschreibung nach ihren Erscheinungen ist und dass es eigentlich Jesus ist, der darunter anwesend ist.

So betete auch Thomas von Aquin (um 1225-1274) in seinem eucharistischen Hymnus "Adoro te devote":

Augen, Mund und Hände täuschen sich in Dir,
Doch des Wortes Botschaft offenbart Dich mir.
Was Gott Sohn gesprochen, nehm' ich glaubend an;
Er ist selbst die Wahrheit, die nicht trügen kann.

Jesus Christus ist in der Eucharistie mit Leib und Seele anwesend. Anderthalb Jahrtausende lang war dies der ungebrochene Konsens der Christenheit. Noch Martin Luther sah das nicht anders. In seinem Marburger Religionsgespräch stritt er 1529 darüber mit Zwingli, der lehrte, dass nach der Wandlung nichts als Brot auf dem Altar liege – als ein bloßes Symbol, das auf Christus verweise.

Luther widersprach dieser Auffassung entschieden. Wenn Gott „ist“ sage, dann meine er das auch so. Dann bedeute das "ist" auch "ist" und nicht "ähnlich wie". Luther sagte: "Das Wort ist zu gewaltig! 'Das ist mein Leib!' Daran kann man nicht herumdeuteln."

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