Rosenkranz-Sühnekreuzzug

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Der Rosenkranz-Sühnekreuzzug für den Frieden der Welt (RSK) ist eine Gebetsbewegung in der Katholischen Kirche, mit dem Zielen die Botschaft von Fatima für den Frieden der Welt umzusetzen. Das sind Buße, Sühne und vor allem das Rosenkranzgebet, welche sich u.a. in Sühneandachten, Nachtanbetungen, Bittprozessionen Exerzitien und Einkehrtagen ausdrücken. Er wurde am 2. Februar 1947 vom Franziskaner Pater Petrus Pavlicek gegründet. Der Fokus liegt heute besonders auf der Neuevangelisierung.

Kardinal Christoph Schönborn ist rechtlich, Erzbischof Franz Lackner für die Spiritualität zuständig. Traude Gallhofer hat zusammen mit dem Vorstand die Leitung inne.

Inhaltsverzeichnis

Die Ziele und Aufgaben des Rosenkranz-Sühnekreuzzuges

Der RSK ist eine von der Kirche errichtete Gebetsgemeinschaft. Die Ziele dieser Gebets­gemeinschaft sind:

1. Im Sinne der Botschaft von Fatima bemüht sich der RSK um eine in der Bibel und der Lehre der Kirche begründete Marienfrömmigkeit; diese Verehrung soll jedoch zur „alles überragenden Erkenntnis Jesu Christi“ führen (vgl. Phil 3,8). Selbstverständlich soll diese Frömmigkeit auch alle echten Anliegen der Volksfrömmigkeit bewahren. Konkreter Ausdruck dieser Marienfrömmigkeit ist auch der gut gebetete Rosenkranz, wie ihn Papst Paul VI. beschreibt: „Der Rosenkranz ohne Betrachtung ist wie ein Körper ohne Seele.“ Die Förderung des Rosenkranzgebetes entspricht auch dem Wunsch Papst Johannes Paul II. in seinem Schreiben zum Rosenkranz vom 16. Oktober 2002.

2. Der RSK bemüht sich, den Begriff der Sühne, der Stellvertretung, den Gläubigen näherzubringen. Diese theologische Wahrheit ist ja sehr umstritten, wir bemühen uns daher auch um eine bessere theologische Abklärung dieser fundamentalen Wahrheit.

3. Angeregt durch die Botschaft von Fatima und der Erfahrung mit dem Abschluss des Österreichischen Staatsvertrages und vor allem der Wende im Osten möchte der RSK immer wieder darauf hinweisen, dass Gott der Herr der Geschichte ist; sein barmherziges Eingreifen ist aber auch abhängig von den Gebeten und Opfern der Gläubigen.

4. Viermal jährlich erhalten die Mitglieder das Kontaktblatt „Betendes Gottes Volk“; dieses will ebenso zur Vertiefung und Festigung des Glaubens beitragen. Dieselben Ziele verfolgt auch das Medienapostolat des RSK. Wöchentlich wird eine heilige Messe und monatlich je eine heilige Messe in Fatima, Tschenstochau und Warschau für alle lebenden und verstorbenen Mitglieder aufgeopfert.

5. Vertiefung und Festigung des Glaubens wollen auch die Exerzitien, Einkehrwochenenden und –tage, sowie die Marienfeiern des Rosenkranz-Sühnekreuzzuges vermitteln.

Die Mitglieder der Gebetsgemeinschaft sollen:

  • täglich wenigstens ein Gesätz vom Rosenkranz beten, aber eine Unterlassung dieses Gebets bedeutet keine Sünde.
  • die großen Nöte von Kirche und Welt - mit ihren persönlichen Anliegen - in ihr Gebet einschließen.
  • als Frucht des Rosenkranzes: die Arbeit gewissenhaft verrichten, hilfsbereit sein und Leiden und Sorgen geduldig ertragen, auch im Geist stellvertretender Sühne.

Im Rosenkranz-Sühnekreuzzug gibt es keinen Mitgliedsbeitrag. Auch die Zusendung der Zeitschrift „Betendes Gottes Volk“ erfolgt kostenlos.

Betendes Gottesvolk

Das Zeitschrift des Rosenkranz-Sühnekreuzzuges nennt sich "Betendes Gottesvolk". Sie erscheint seit ca. 1949 und erscheint viermal jährlich. Sie bemüht sich, auf Fragen des Glaubens und konkrete Lebensfragen überzeugende Antworten zu geben.[1]

Geschichte

Der Franziskaner P. Petrus Pavlicek gründete, auf eine himmlische Eingebung im österreichischen Mariazell hin, die „Ewige Rosenkranzgemeinschaft“ am 2. Februar 1947 in Wien. Sie schloss sich im Frühjahr 1949 mit dem von Dr. Franz Tauber (Priester) am 4. Februar 1942 in Linz-Urfahr gegründeten „Sühnekreuzzug“ zusammen. Der Gebetsgemeinschaft „Rosenkranz-Sühnekreuzzug“ hatte schnell 500 Mitglieder und die kirchliche Anerkennung des Wiener Erzbischofes Theodor Innitzer. Ab 1950 organisierte P. Petrus die jährliche große "Maria-Namen-Feier" (Sühneprozession um den 12. September) über die Wiener Ringstraße. 1953 waren es 50.000 und 1954 80.000 Teilnehmer. Ausgerüstet mit einer Fatima-Statue, war Pater Petrus im ganzen Land unterwegs, um die Menschen für das Rosenkranz-Gebet um die Befreiung Österreichs von der russischen Besatzungsmacht zu gewinnen. Die Zahl stieg schnell. 1950 waren es 200 000, zwei Jahre später waren es 340 000 österreichische Mitglieder. Im Mai 1955 waren es über eine halbe Million. Unter diesen Mitbetern war Außenminister Leopold Figl und später Bundeskanzler Julius Raab. Nach 354 erfolglosen Verhandlungen, stimmten die Russen dem Staatsvertrag zu, der am 15. Mai 1955 unterzeichnet wurde. Am 26. Oktober 1955 verließ der letzte russische Soldat Österreich. Es gab sonst kein Land, von dem sich Russland zurückgezogen hatte (bis zur Wende 1989). Bundeskanzler Raab erklärte danach öffentlich: "Wenn nicht so viel gebetet worden wäre, so viele Hände in Österreich sich zum Gebet gefaltet hätten, so hätten wir es wohl nicht geschafft".

Vielen schien jetzt das Ziel erreicht. War der Rosenkranz-Sühnekreuzzug nun überflüssig? Auch P. Petrus überlegte, wie es nun weitergehen sollte mit dem Rosenkranz-Sühnekreuzzug. Da war ihm der Rat des Fatimabischofs[2] eine wichtige Entscheidungshilfe: „P. Petrus, was Sie für Österreich getan haben, das tun Sie nun für die Welt.“ Da war ja noch die verfolgte Kirche und der Weltfrieden war nach wie vor bedroht. Kaum jemand hat damals so eindringlich vor den Gefahren der atomaren Rüstung gewarnt wie P. Petrus.

Aus Deutschland kam der große Zuzug nach der Errichtung der Berliner Mauer im August 1961. Am Rosenkranzfest jenes Jahres versammelten sich 80.000 Gläubige zu einer Fatima-Feier in Weingarten, Württemberg. Der spätere Regensburger Bischof Rudolf Graber, damals noch Universitätsprofessor, hielt die Predigt und rief zum Gebet für Deutschland auf: „... Darum ist Marienverehrung keine sentimentale Andachtsform sondern eine nationale Angelegenheit.“ Und Prof. Graber gab den Rat, sich dem RSK anzuschließen, der so Großes für Österreich erbetet hatte. In der Folge kamen aus Westdeutschland an manchen Tagen bis zu 20.000 Anmeldungen. Inzwischen ließen sich aus Deutschland weit über eine Million beim Rosenkranz-Sühnekreuzzug eintragen. In den 1960er-Jahren gab es zwei Millionen eingetragene Mitglieder in 132 Ländern. P. Petrus erhielt 1976 einen Assistenten: den ehemaligen Pfarrer der Franziskanerpfarre St. Pölten, P. Benno Mikocki, der den Rosenkranz-Sühnekreuzzug nach dessen Tod weiterführte.

Die Gebetsgemeinschaft wurde 1982 von Kardinal Dr. Franz König als Consociatio fidelium (Gebetsgemeinschaft) errichtet und ist in 132 Ländern verbreitet. 2003 wurden die Statuten des RSK erneuert und von Kardinal Dr. Christoph Schönborn bestätigt. Im Rahmen dieser Erneuerung wurde auch der Name der Gebetsgemeinschaft ergänzt, er lautet nun: „Rosenkranz-Sühnekreuzzug um den Frieden der Welt, RSK — Gebetsgemeinschaft für Kirche und Welt“. Im Februar 2015 traten überarbeitete Statuten in Kraft, wonach Kardinal Christoph Schönborn als Wiener Ortsbischof rechtlich und der Salzburger Erzbischof Franz Lackner für die spirituelle Begleitung zuständig ist; beide Bischöfe gemeinsam hatten bereits im Herbst das Patronat des RSK übernommen. Die Gebetsgemeinschaft zählt um 2015 weltweit etwa 700.000 Mitglieder.

Im Februar 2015 hatte der ukrainische Bischof Antal Maynek die Bevölkerung seines Landes zum Gebet für Frieden und Truppenabzug aufgerufen und dabei an das Beispiel des Wiener Franziskaners P. Petrus Pavlicek erinnert.

Adressen

RSK Zentrale

Franziskanerplatz 4, Postfach 695, 1011 Wien
Tel.: (0043)-1-512 69 36
Fax: (0043)-1-513 01 86
E-Mail: zent@rsk-ma.at

Kontaktstelle des RSK für Deutschland

Sr. M. Hildegard Binder
Wolfratshauser Str. 350
81479 München
Tel.: (0049)-89-74441-258
Fax: (0049)-89-74441-254

RSK Zweigstelle für die Schweiz

Br. Jean Langertz OFM,
Franziskanergemeinschaft
Kapellstrasse 1, 9552 Bronschhofen
Tel: (071) 911 17 58

RSK Zweigstelle Südtirol

Br.Wolfgang Salzburger OFM, Franziskanerkloster
Franziskanerplatz 1, 39100 Bozen
Tel: (0471) 977 474 Kloster

Literatur

  • Hilde Firtel: Vorbeter für Millionen : P. Petrus Pavlicek OFM. Rosenkranz-Sühnekreuzzug um d. Frieden d. Welt um 1990 (96 Seiten).
  • Hrsg.: Rosenkranz-Sühnekreuzzug um d. Frieden d. Welt: Die grössere Liebe: d. Leben d. Gianna Beretta-Molla 1989 (32 Seiten; 3. Auflage).
  • Rudolf Graber: 60 Jahre Fatima. 30 Jahre Rosenkranz-Sühnekreuzzug. Festpredigten in Wien 1977. Erschienen 1977.
  • Klemens Stock, Maria, die Mutter des Herrn, im Neuen Testament, Wien, Rosenkranz-Sühnekreuzzug um den Frieden der Welt, [1999]

Weblinks

Anmerkungen

  1. von Kardinal Christoph Schönborn am 18. September 2014
  2. wahrscheinlich João Pereira Venâncio
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