Sühne

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Als Sühne (von althochdeutsch: suona = Gericht, Urteil, Gerichtsverhandlung, Friedensschluss) wird der Akt bezeichnet, durch den ein Mensch, der vor Gott oder den Menschen schuldig geworden ist, diese Schuld durch eine Ausgleichsleistung, eine gute Tat, aufhebt oder mindert (Wiedergutmachung).

Die Sühne ist, modern formuliert, eine Solidaritätspflicht, vor allem gegenüber den Gliedern am Leibe Christi, den Lebenden (der Streitenden Kirche) sowie den Verstorbenen (der Leidenden Kirche), die auf ihrem jenseitigen Weg zu Gott noch der Reinigung bedürfen (vgl. Enzyklika Spe salvi [2007]). Die Sühne ist eine besondere Übung in der Herz-Jesu-Andacht (vgl. Enz. Caritate christi compulsi (Wortlaut) [1932]). Der Christ leistet durch die Sühne vor allem Gott Dienst, als Antwort auf sein Wort, und damit Ehrenersatz und Genugtuung, für des Nächsten Schuld, dann aber auch, um Gottes Gericht (vgl. Sündenstrafe) von andern und anderem abzuwenden.

Sinn der Tat ist nicht die Selbstquälerei als Selbstzweck oder ein "Fakirtum", also eine demonstrative Heldentat, um sich vor Gott und den Menschen zu erhöhen, sondern die Nachahmung der Demut Jesu, seines Gehorsams gegenüber dem Willen des Vaters. Dein Wille geschehe!"

Inhaltsverzeichnis

Sühne ist eine priesterliche Tat

Lösepreis der Sühne

Das Blut Jesu Christi ist der göttliche Lösepreis, den Gott Vater in Seiner Gerechtigkeit fordert, um dem Menschen, nach dem Falle Adams, das Himmelreich zu öffnen. Durch die Anteilhabe an diesem Blut wird der Mensch von der Ursprungsünde (Erbsünde) befreit, um mit Gott wieder Umgang haben zu können.

Vorbild des Hohenpriesters Jesus Christus

Am Beginn des Wirkens Jesu, hat er sich von Johannes dem Täufer die Bußtaufe, stellvertretend für uns Menschen, spenden lassen. Am Ende des Lebens des Hohenpriester, hat er durch seinen Opfertod am Kreuz und seine Auferstehung für alle Schuld der Welt, von Adam an, für alle Menschen vor Gott, dem Vater, genug getan, um die verlorene Menschheit wieder in die Gotteskindschaft zu führen (Bluttaufe). Diese einzige vollkomene stellvetretende Wiedergutmachung, für uns Menschen und zu unserem Heil, hätte kein Geschöpf aus eigener Kraft je vollbringen können. Diese vollkommene Sühne nennt die Theologie "objektive Erlösung" und ist ein erwerben der Gnaden. Die Austeilung der Gnaden der vollkommenen Sühne Jesu Christi nennt die Theologie "subjektive Erlösung", welche durch das Amtspriestertum und das Allgemeine Priestertum sich vollzieht.

Joseph Ratzinger sagt, dass die Sühne "in der Theologie nur kümmerlich entfaltet" sei. Papst Benedikt XVI. schrieb noch als Dogmatikprofessor: "Die Idee der Stellvertretung ist eine Urgegebenheit des biblischen Zeugnisses, deren Wiederentdeckung dem Chritentum in der heutigen Weltstunde zu einer entscheidenden Erneuerung und Vertiefung seines Selbstverständnisses verhelfen kann."[1]

Das Amtspriestertum

Das Priesteramt ist im Alten Bund vorausgebildet. Durch die Priester soll das Gottesvolk, das durch die Taufe des Neuen Bundes Anteil an der göttlichem Leben bekommt und dadurch ein Glied am Geheimnisvollen Leibe Christi ist, die übernatürlichen Geschenke Gottes, vor allem der Sakramente, erhalten. Die Aufgabe des Priesters besteht darin, zwischen Gott und den Menschen zu vermitteln, vor allem die Gnaden des eucharistisch-göttlichen Sühnopfers den Gläubigen auszuteilen.

Die Weihen der Welt ans Herz Jesu (vgl. Leo XIII.) oder ans Unbefleckte Herz Mariens (vgl. Johannes Paul II.) der Päpste, sind stellvetretende Akte der Sühne.

Das Allgemeine Priestertum

In die einzig vollkomme Sühne Christi tritt der Getaufte ein, wenn er durch Gebet (z.B. Rosenkranz-beten), Buße (auch Ablass) und Caritas an der Erlösung, an ihrer Entfaltung unter den Menschen mitwirken will.

Dadurch entfaltet der christliche Laie sein allgemeines Priestertum. Die katholische Theologie nennt das ein, vom Heiligen Geist gewirktes, verdienstvolles Handeln des Christen, d.h. der Mensch ist fähig, sich und allen (übernatürliche) Verdienste um die Ausbreitung des Reiches Gottes zu erwerben.

In der Nachfolge Christi tragen aber auch die Menschen zur fortschreitenden Versöhnung der Welt mit Gott bei. Der erste Grad dieser persönlichen Sühne ist die einfache Abbitte: Wir bitten für.. Dazu aber kommen aber auch der traditionell so genannte Ehrenersatz und die Genugtuung durch freiwillige Selbstüberwindung und die Entsagung ("Sich-Kasteien", von castus, = rein) in erlaubten Dingen, durch freiwillig übernommene Taten.

Pius XII. schreibt in der Enzyklika Mystici corporis (Nr. 44) über die Verantwortung und Pflicht zur Sühne: "Während er (Jesus) nämlich am Kreuze starb, hat er den unermesslichen Schatz der Erlösung seiner Kirche vermacht, ohne dass sie ihrerseits dazu beitrug. Wo es sich aber darum handelt, den Schatz auszuteilen, lässt er seine unbefleckte Braut an diesem Werke der Heiligung nicht nur teilnehmen, sondern will, dass dies sogar in gewissem Sinne durch ihre Tätigkeit bewirkt werde. Ein wahrhaft schaudererregendes Mysterium, das man niemals genug betrachten kann: dass nämlich das Heil vieler abhängig ist von den Gebeten und freiwilligen Bußübungen der Glieder des Geheimnisvollen Leibes Jesu Christi, die sie zu diesem Zweck auf sich nehmen, und von der Mitwirkung, die die Hirten und Gläubigen, besonders die Familienväter und -mütter unserem göttlichen Erlösers zu leisten haben."

Am 1. Juni 1946 sprach vor dem Kardinalskollegium Papst Pius XII. die folgenden Worte: „Wir fühlen uns gedrängt, aufs neue Unsere Stimme zu erheben, um Unseren Söhnen und Töchtern der katholischen Welt die Warnung in Erinnerung zu rufen, die der göttliche Heiland im Laufe der Jahrhunderte in Seinen Offenbarungen an bevorzugte Seelen nie aufgehört hat einzuschärfen: Entwaffnet die strafende Gerechtigkeit durch einen Kreuzzug der Sühne in der ganzen Welt!“ (vgl. Rosenkranz-Sühnekreuzzug).

Soll man Sühne leisten, erst wenn man selbst vollkommen ist?

Wenn der Mensch wartet, bis er seine eigenen Sünden in der Buße wiedergutgemacht hat und vollkommen ist, wird er nie Sühne für Andere leisten, da der Heilige seine tatsächliche Unvollkommenheit besser erkennt als andere.

Praxis der Sühne

Sühne im christlichen oder engeren Sinn wird dadurch geleistet, dass der Christ freiwillige Opfer auf sich nimmt, auch im Alltag, vor allem aber, dass er die ihm widerfahrenen Nachteile, Schäden und Rückschläge (als "Kreuz tragen") gleichfalls annimmt und vor Gottes Barmherzigkeit trägt. Diese Haltung hat dem Christentum den Vorwurf der Indifferenz gegenüber dem Leid (oder sogar der "Schmerzverherrlichung") eingetragen. Die christliche Sinngebung des vorfindbaren menschlichen Leidens als Sühne ist aber die einzige bislang überzeugende Antwort auf die Frage nach dem Sinn der Unvollkommenheit der Schöpfung. Sie hat ungezählte Helden und Heilige des Alltags befähigt, das Leid anderer Menschen zu lindern und wirkliche Räume der Liebe zu schaffen.

Ohne diese Dimension der, über bloße Pflichten hinausgehende, Bereitschaft zu "gerechten Werken" bliebe die christliche Religion eine bloße Gesinnung, die der Welt nichts zu sagen hätte.

Fatima und Sühne

Kardinal Roncalli, zitiert, als er Fatima besuchte die Worte der Gottesmutter, die in Fatima erschien: "Betet, betet sehr viel und bringt Opfer für die Sünder, denn viele Seelen kommen in die Hölle, weil niemand für sie opfert und für sie betet." Das bedeutet, dass man nicht nur die eigenen Sünden wiedergutmachen soll (=Buße), sondern auch für die anderen opfern und beten soll. [2]

Vernachlässigung der Sühne

Die Vernachlässigung der Sühne, welche ein zu-Hilfe-kommen und ein barmherzig-sein ist, führt vor allem in die Lauheit. Diese brandmarkt der Apostel Johannes in seiner Offenbarung, indem er an die Gemeinde in Laodizea schreibt: : "Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich ausspeien aus meinem Munde (Offb 3,16)."

Päpstliche Schreiben zur Sühne

Pius XI.

Pius XII.

Literatur

Weblinks

siehe: Rosenkranz-Sühnekreuzzug, Aktion Ninive

Anmerkungen

  1. siehe: Aktuelles beim Rosenkranz-Sühnekreuzzug
  2. Bischof Rudolf Graber predigt (am Fatima-Gebetstag, den 19. Juli 1959)