Schönstatt-Bewegung

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Die dreimal wunderbare Mutter von Schönstatt

Schönstatt-Bewegung bedeutet eine durch den Pallottiner-Pater Josef Kentenich gegründete Internationale Geistliche Gemeinschaft der katholischen Kirche.

Die Bewegung ist sozusagen eine erste der Movimenti. Sie ist eine stark marianisch geprägte Erneuerungsbewegung und besteht aus einer größeren Zahl (ca. 25) föderativ miteinander verschränkter Einzel-Gemeinschaften, von denen das Säkularinstitut der Schönstätter Marienschwestern und die Familienbewegungen (Schönstatt Familienliga, Schönstatt Familienbund und das (Säkular)-Institut der Schönstattfamilien (Familienverband)) die bekanntesten sind.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Ort Schönstatt ist ein Stadtteil von Vallendar bei Koblenz in Deutschland. Dort besteht seit 1901 eine Niederlassung der Pallottiner (SAC). Am dortigen Studienheim begann P. Kentenich seine pädagogische Arbeit. Dieser gründete die Schönstatt-Bewegung am 18. Oktober 1914 in einer kleinen Michaelskapelle (in Vallendar-Schönstatt, s.u.), mit einigen Schülern und Studenten im Stil der jesuitischen Marianischen Kongregationen und angelehnt an das Marienbündnis des heiligen Ludwig Maria Grignion von Montfort. Seit 1919 wird sie Apostolischer Bund genannt und wurde 1964 kirchenrechtlich anerkannt.

Nach 14 Jahren kirchenamtlicher Überprüfung, in denen Pater Josef Kentenich getrennt von der Bewegung in Milwaukee geduldig als Pfarrer einer deutschsprachigen Gemeinde voller Vertrauen in die Vorsehung Gottes und das Eingreifen der Gottesmutter das Ergebnis abwartete, wurde Pater Kentenich 1965 von Papst Paul VI. empfangen, voll rehabilitiert und sein Werk definitiv als Weg des katholischen Apostolats in moderner Zeit anerkannt und gelobt. Der erste Selige aus den Reihen der Schönstatt-Bewegung ist der Priester Karl Leisner.

Offiziell gelobt wurde die Schönstatt-Bewegung mittlerweile auch von Papst Johannes Paul II., der die Schönstätter dazu aufforderte, am Charisma Kentenichs teilzuhaben. Mittlerweile ist der Seligsprechungsprozess für Pater Josef Kentenich eröffnet.

Apostolat

Besonders bekannt ist in kirchlichen Kreisen die Ehevorbereitung der Schönstatt-Bewegung, die im Gegensatz zum üblichen Wochenende-Kurs auf einer ausführlicheren, sechs Abende dauernden Ausbildung für junge Paare aufbaut und daher von Geistlichen der katholischen Kirche oft als zu bevorzugende Variante empfohlen wird [1]. In der Akademie für Familienpädagogik können zudem katholische Ehepaare die Ausbildung zum Ehetrainer machen (die bspw. vom Land Niederösterreich als weltliche Ausbildung "Partnerschaftstrainer" voll anerkannt wird).

Jede der ca. 150 Niederlassungen der Schönstattbewegung hat eine originaltreu nachgebaute Kapelle, 1:1 wie die Urkapelle in Schönstatt, wo der junge Spiritual P. Kentenich im Jahr 1914 die Schönstattbewegung mit ein paar Schülern als eine marianische Bewegung gegründet hat. Das Urkapellchen war damals eine verlassene Friedhofskapelle ohne Bedeutung. Pater Kentenich schloss dort gemeinsam ein "Liebesbündnis" mit Maria und verband damit die Bitte an Maria, die Kapelle zu einem Wallfahrtsort werden zu lassen.

„Dreimal wunderbare Mutter“

Die Marienikone Heil des römischen Volkes (vgl. Salus populi romani) in der Marienbasilika Santa Maria Maggiore (Rom) kam in einer neuzeitlichen Nachbildung 1571 in das Jesuiten-Kolleg nach Ingolstadt. Pater Jakob Rehm (SJ), der große Erzieher und Marienverehrer, versammelte vor diesem Bild täglich seine Schüler zur Andacht. Am 6. April 1604 hatte er eine Vision beim Singen der Lauretanischen Litanei.

Die Gottesmutter offenbarte Pater Rehm, dass ihr die Lobpreisung „Wunderbare Mutter“ besonders gefalle. Von da an ließ Pater Rehm diese Anrufung stets drei Mal beten. So entstand der Titel des Gnadenbildes „Dreimal wunderbare Mutter“ (Mater ter admirabilis). 1916 übernahm Pater Josef Kentenich den Titel „Dreimal wunderbare Mutter von Ingolstadt“ für sein Schönstattwerk.

Papst Paul VI. deutet am 2. Februar 1974 im Apostolisches Mahnschreiben Marialis cultus über die rechte Pflege und Entfaltung der Marienverehrung in Nr. 56 an, dass Maria die Mutter des Sohnes Gottes und daher bevorzugt geliebte Tochter des Vaters und Heiligtum (Braut) des Heiligen Geistes sei; sozusagen Mater Dei - Mater Verbi - Mater Ecclesiae;( vgl. auch Gaudete in Domino, Nr. 33).

Das "Liebesbündnis" mit der MTA (Mater ter Admirabilis) ist mit der Grignion'schen Marienweihe vergleichbar und somit der Kernpunkt der Mitgliedschaft in der Schönstatt-Bewegung. Pater Kentenich betrachtete Schönstatt jedoch nicht nur als marianische, sondern letztlich als christozentrische und so zugleich "patrozentrische" Bewegung der Gotteskindschaft.

Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI. gilt als Freund der Schönstatt-Bewegung. Er besuchte als Kardinal mehrere Schönstatt Heiligtümer und betete dort.

Literatur

  • Hermann Schmidt, Organische Aszese, Zeitgemäßer, psychologisch orientierter Weg zur Lebensgestaltung (Schönstatt-Spiritualität), Verlag Ferdinand Schöningh Paderborn 1952 (Imprimatur Fuldae die 14. Maii 1946 Vicarius Geeralis Günther)
  • E. Monnerjahn, Schönstatt, Eine Einführung, Verlag Orbis Wort und Bild Münster 1980, (DIN A 5 - 48 Seiten; Mit kirchlicher Druckerlaubnis Münster 20. März 1972 Nr. 305/6 - 5/72 Dr. Lettmann Generalvikar)

Siehe auch: Schönstatt Verlag

Weblinks

Anmerkungen

  1. www.traut-euch.at
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