Schöpfung

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Darstellung der Schöpfung am Westportal des Ulmer Münsters

KKK 325 Das Apostolische Credo bekennt, dass Gott "der Schöpfer des Himmels und der Erde" ist, und das Glaubensbekenntnis von Nizäa–Konstantinopel verdeutlicht: „der sichtbaren und der unsichtbaren Welt“.

326 In der Heiligen Schrift bezeichnet das Wortpaar „Himmel und Erde“ alles, was existiert: die gesamte Schöpfung. Es gibt auch das Band an, das innerhalb der Schöpfung Himmel und Erde zugleich vereint und unterscheidet: „die Erde“ ist die Welt der Menschen [Vgl. Ps 115,16] „der Himmel“ oder „die Himmel“ kann das Firmament bezeichnen [Vgl. Ps 19,2], aber auch den eigentlichen „Ort“ Gottes – er ist ja unser „Vater im Himmel“ (Mt 5, 16) [Vgl. Ps 115,16] – und folglich auch den Himmel, der die endzeitliche Herrlichkeit ist. Schließlich bezeichnet das Wort „Himmel“ den „Ort“ der geistigen Geschöpfe – der Engel –, die Gott umgeben (Vgl. dazu auch 290, 1023, 2794).

327 Das Glaubensbekenntnis des Vierten Laterankonzils sagt: Gott „schuf am Anfang der Zeit aus nichts zugleich beide Schöpfungen, die geistige und die körperliche, nämlich die der Engel und die der Welt: und danach die menschliche, die gewissermaßen zugleich aus Geist und Körper besteht“ (DS 800) [Vgl. DS 3002; SPE 8] (Vgl. dazu auch 296).

Es wird in Buch Genesis 1,3-2,4a in Abstufungen aufgezählt, wobei der Mensch, durch seine Geistigkeit und Leiblichkeit, Himmel und Erde zutiefst verbindet. Dies gipfelt im Neuen Bund im Gottmenschen Jesus Christus.

Nach dem heutigen Stand der Exegese enthält die Bibel zwei Schöpfungsberichte aus jeweils unterschiedlichen Quellen.

Inhaltsverzeichnis

Der erste Schöpfungsbericht

Der erste und wohl bekannteste ist in Genesis 1,1-2,4a niedergelegt, welcher die Erschaffung der Schöpfung in sechs Tagen (Äonen) streng gliedert. Dieser Schöpfungsbericht wird allerdings von nahezu niemandem in der katholischen Kirche als wörtlicher Tatsachenbericht verstanden, sondern als metaphorische Erzählung.

1. Tag: Der Himmel

An diesem Tag schuf Gott die Engel. Er prüfte sie und schied die treu gebliebenen Engel (Licht) von den untreu gewordenen Engeln (Finsternis - Dämonen).

Hildegard von Bingen beschreibt dies am Anfang ihres Buches "Causa et curae" so: Denn da Er sagte: Es werde Licht! wurde außer den Lichtern am Himmel auch das Licht geschaffen, das die Engel sind. Als er aber sagte: Es werden die Lichter! ist damit das Licht am Himmel gemeint, das wir sehen ... Der Sturz Luzifers und die Erschaffung des Firmaments: ... Als der Teufel aus dem Himmel stürzte, wo er sitzen und herrschen wollte und doch kein einziges Geschöpf erschaffen und machen konnte, schuf Gott sogleich das Firmament, damit der Teufel sähe und begriffe, was für und welch große Dinge Gott machen und erschaffen konnte. Dann setzte er auch die Sonne, den Mond und die Sterne in das Firmament, damit der Teufel an ihnen sehen und erkennen konnte, welch große Pracht und Herrlichkeit er verloren hatte. ... Die Geister bestehen aus Feuer und Luft (in der Bibel die oberen Wasser genannt), der Mensch aber aus Wasser und Erde (in der Bibel: die unteren Wasser genannt) ↓.

2. Tag: Himmelsgewölbe

Himmelsgewölbe, (Firmament [lat.: firmamentum]: Die vier Elemente: Feuer, Luft, Wasser, Erde). Gott scheidet durch das Himmelsgewölbe die oberen Wasser der Himmel von den unteren Wassern der Erde, die in den nächsten Schöpfungstagen beschrieben werden.

Hildegard von Bingen in "Causa et curae": Die Elemente und das Firmament.: Gott erschuf auch die Elemente der Welt. Diese sind auch im Menschen, und der Mensch wirkt mit ihnen. Sie sind das Feuer, die Luft, das Wasser und die Erde. Diese vier Elemente sind so eng miteinander verbunden, dass keines von einem anderen getrennt werden kann. Sie halten sich so fest zusammen, dass man sie das Firmament nennt.

Das Firmament und die Sterne: Das Firmament umfasst das Feuer, die Sonne, die Sterne und die Winde. Durch sie alle hat es seinen Bestand und durch ihre Eigenschaften seine Festigkeit, dass es nicht auseinanderbrechen kann. Denn wie die Seele den ganzen Leib des Menschen hält, so halten auch die Winde das ganze Firmament, damit es nicht zerbricht. Sie sind unsichtbar, wie auch die Seele, die aus dem Geheimnis Gottes stammt, unsichtbar ist. Wie ein Haus ohne steinerne Eckpfeiler nicht fest steht, so würden weder das Firmament noch die Erde, weder der Abgrund noch die ganze Welt mit all ihren Bestandteilen ohne diese Winde auskommen, weil dies alles mit ihnen in Ordnung gehalten wird. Die ganze Erde würde nämlich bersten und auseinanderbrechen, wenn es diese Winde nicht gäbe. So würde auch der Mensch vollständig auseinanderfallen, wenn er keine Knochen hätte.

3. Tag: Trennung von Land und Meer, Pflanzen

4. Tag: Sonne, Mond und Sterne

5. Tag: Tiere

6. Tag: Der Mensch

Die Hl.Schrift betont, dass Gott den Menschen als sein Abbild schuf. Das sagt Wesentliches über die Würde und Bestimmung jedes Einzelnen aus.

"Als Mann und Frau schuf Er sie" - gerade in der heutigen Zeit der Diskussion um gender mainstream ist es wichtig festzuhalten, dass Gott selbst "den Menschen" sozusagen in zwei gleichwertigen, aber nicht gleichartigen Teilen geschaffen hat, die dazu bestimmt sind, miteinander ein irdisches Abbild der innergöttlichen Liebe darzustellen. Auch dieses ist ein Teilaspekt des "Gott schuf also den Menschen als Sein Abbild." Genesis 2,4b-2,25 führt hierzu noch weiter aus. Es entspricht eine Gleichmacherei (wie im gender mainstream propagiert) also NICHT der Schöpfungsordnung Gottes.

Hildegard von Bingen beschreibt diese Erschaffung im Buch „Causa et curae“ so: Die Erschaffung der Seele:: Als GOTT das Licht (Engel) schuf, das geflügelt war und überall hinfliegen konnte, beschloss er gleichzeitig, dem geistigen Leben, das der Atem des Lebens ist, eine körperliche Masse zu geben, nämlich eine aufrechte, aus dem Lehm der Erde geformte Gestalt, die weder fliegen noch schweben und nicht imstande sein konnte, sich in die Luft zu erheben. Daher sollte sie so erdgebunden sein, um noch schärfer zu Gott aufsehen zu können. Die alte Schlange hasste diese Bindung aus dem Grunde, weil sich der Mensch trotz seiner körperlichen Schwere vermöge seiner Einsicht zu Gott erheben konnte.

7. Tag: Der Tag der Ruhe

Am siebten Tag, dem Sabbat, ruhte Gott sich aus.

Im hebräischen Text steht noch ein Zusatz: Gott ruhte, "um zu tun" bzw "damit getan werde". Der siebente Tag ist der Tag, an dem sich das "bräutliche Geheimnis" Gottes mit dem Menschen abspielt. Es ist der hochzeitliche Tag der Verbindung Gottes mit dem Menschen. Daraus ist zu verstehen, dass es um weit mehr geht als um Arbeitsruhe auch für die Sklaven und Tiere, und warum der Einsatz für einen arbeitsfreien Sonntag so wichtig ist.

Katechismus der Katholischen Kirche
345 Der Sabbat – der Abschluß der „sechs Tage“. Die Heilige Schrift sagt: „Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte“ – so „wurden Himmel und Erde vollendet“ – „und er ruhte am siebten Tag ... Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig“ (Gen 2,1–3).

347 Die Schöpfung geschah im Hinblick auf den Sabbat und somit auf die Verehrung und Anbetung Gottes. Der Gottesdienst ist in die Schöpfungsordnung eingeschrieben [Vgl. Gen 1,14]. „Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden“, sagt die Regel des hl. Benedikt, die uns so auf die richtige Ordnung der menschlichen Anliegen hinweist.

348 Der Sabbat bildet im Gesetz Israels die Mitte. Die Gebote halten heißt der Weisheit und dem Willen Gottes entsprechen, die in seinem Schöpfungswerk zum Ausdruck kommen (Vgl. dazu auch 2172).

349 Der achte Tag. Für uns aber ist ein neuer Tag angebrochen: der Tag der Auferstehung Christi. Der siebte Tag vollendet die erste Schöpfung. Am achten Tag beginnt die Neuschöpfung. So gipfelt das Schöpfungswerk im noch größeren Werk der Erlösung. Die erste Schöpfung findet ihren Sinn und Höhepunkt in der Neuschöpfung in Christus, welche die erste an Glanz übertrifft [Vgl. MR, Osternacht 24: Gebet nach der ersten Lesung] (Vgl. dazu auch 2174, 1046).

Der zweite Schöpfungsbericht

Der zweite Schöpfungsbericht Genesis 2,4b-2,25, erzählt eine Schöpfungsgeschichte aus dem Blickwinkel der Erde und ergänzt den zuvor genannten Bericht um Details der Geschehnisse im Garten in Eden'.

Hier schildert das Buch Genesis Interessantes zur eigentlichen Wesensart des Menschen: "Da formte Gott der Herr den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase denn Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen".

Wir sehen hier einerseits, dass der Mensch mit der Natur in Zusammenhang steht - die "adama", die rote Ackererde, gibt dem Adam seinen Namen (dam bedeutet Blut, aber auch: Gleichnis; das Alef voran steht für Gott. Man könnte also Adam mit Erdling übersetzen, oder auch mit Gleichnis-Gottes).

Andererseits wird gesagt, dass der eigentliche Lebensatem (nefesch) von Gott kommt: Gott legt die Seele in den Menschen hinein, und durch die Seele wurde der Mensch zu einem "lebendigen Wesen". Das festzuhalten ist sehr wichtig, denn wir dürfen daher allen Lehren entgegentreten, die den Menschen nur auf seine Körperlichkeit reduzieren wollen. Wir müssen weiter wissen, dass wir aufgrund unserer Geist-Seele bestimmt sind, die letzte Erfüllung in Gott zu finden und nicht im "Einssein mit dem Kosmos". Es ist wichtig, den Menschen in all seinen drei Wesenseigenschaften wahrzunehmen: Körper, Seele (Psyche -vgl. Philosophische Anthropologie) und Geist. Es entspricht nicht der göttlichen Schöpfungsordnung, Tier und Mensch auf die gleiche Stufe zu stellen. Hier ist auch ein Kritikpunkt zum Darwinismus.

Teilweise wird die Erschaffung des Menschen aus der Erde gerade als übereinstimmend mit der Evolution angesehen: Damit solle gerade deutlich gemacht werden, dass der Mensch nicht von außen auf die Erde "gebeamt" wurde, sondern aus dem bereits Bestehenden entstand.

Der Aufruf an den Menschen, sich die Erde zu unterwerfen, ist vom hebräischen Urtext her so zu verstehen: der Mensch soll über die Natur herrschen, so wie ein Dirigent über ein Orchester; er soll den Pflanzen und Tieren sozusagen helfen, das eigentliche Wesen, das ihnen von Gott her innewohnt, zum Blühen zu bringen. Die Schönheit der Schöpfung (unter Anleitung des Menschen geordnet) soll das Lob Gottes singen.

Zahlenymbolik

Für die Göttlichkeit steht symbolisch die Zahl Drei. Dies spiegelt sich im Geschöpflichen vor allem in der Konstitutionsweise des Menschen wieder, indem Geist, Leib und Seele ineinanderwohnen (Perichorese).

Für die Geschöpflichkeit steht symbolisch die Zahl Vier. Das Irdische besteht aus vier Elementen (Feuer, Luft, Wasser, Erde); die vier Himmelsrichtungen beschreiben die Erde (Osten, Süden, Westen, Norden); die vier Jahreszeiten bestimmen den irdischen Ablauf (Frühling, Sommer, Herbst, Winter); die vier Lebensalter (Kindheit, Jugend, Erwachsene, Senioren).

Die Schöpfung im Buch der Sprichwörter

Marien-Ikone

Im Buch der Sprichwörter findet sich eine Darstellung der Schöpfung. Die personifizierte Weisheit spricht dort:

Spr 8,22-31 EU: „Der Herr hat mich schon gehabt im Anfang seiner Wege, ehe er etwas schuf, von Anbeginn her. Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her, im Anfang, ehe die Erde war. Als die Meere noch nicht waren, ward ich geboren, als die Quellen noch nicht waren, die von Wasser fließen. Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln ward ich geboren, als er die Erde noch nicht gemacht hatte noch die Fluren darauf noch die Schollen des Erdbodens. Als er die Himmel bereitete, war ich da, als er den Kreis zog über den Fluten der Tiefe, als er die Wolken droben mächtig machte, als er stark machte die Quellen der Tiefe, als er dem Meer seine Grenze setzte und den Wassern, dass sie nicht überschreiten seinen Befehl; als er die Grundfesten der Erde legte, da war ich als sein Liebling bei ihm; ich war seine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit; ich spielte auf seinem Erdkreis und hatte meine Lust an den Menschenkindern.

Diese Bibellesung wird in der Liturgie in den Commune-Lesungen bei Marienmessen verwendet. Die Weisheit wird auf in der Kirche auf Maria verwendet, da es sich nicht um die ungeschaffene Weisheit handelt.

Literatur

siehe auch: Papst Benedikt XVI. Nachsyndodalen Apostolischen Schreiben Verbum Domini, Nr. 8 ff.

Weblinks