Sigismund Waitz

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Sigismund Waitz (Dr. theol., * 29. Mai 1864 in Brixen, Südtirol; † 30. Oktober 1941 in der Stadt Salzburg) war der erste Bischof der Apostolischen Administratur Innsbruck und Erzbischof von Salzburg.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Sigismund Waitz studierte in Innsbruck und Brixen Philosophie und Theologie und empfing am 29. September 1886 die Priesterweihe. Nach seiner Tätigkeit als Kooperator in Südtirol promovierte er 1890 an der Universität Innsbruck zum Doktor der Theologie. Von 1891 bis 1897 war er Redakteur des Tiroler Volksboten, 1898–1899 Pfarrprovisor in Dientenheim bei Bruneck (Südtirol) und von 1899 bis 1912 Lehrer am Priesterseminar in Brixen. In den Jahren 1904–1905 war er der Religionslehrer des späteren Kaisers Karl I..[1]

Weihbischof der Diözese Brixen

Am 9. Mai 1913 ernannte ihn Papst Pius X. zum Titularbischof von Cibira und Weihbischof der Diözese Brixen. Außerdem versah er im gleichen Jahr die Stelle des Generalvikar für Vorarlberg. Bereits 1919 wurde Waitz zum "Delegatus Sanctae Sedis", d. h. zum Delegaten des Heiligen Stuhles, für den Teil des Diözese Brixen bestimmt, der nicht von Italien okkupiert wurde. Am 9. April 1921 wurde er zum Apostolischen Administrator des österreichischen Anteils dieser Diözese ernannt und war in dieser Funktion dem Bischof von Brixen untergeordnet. Er erhielt alle Rechte eines residierenden Bischofs. 1925 wurde die Administratur Innsbruck-Feldkirch direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt. Sein Sitz blieb vorerst in Feldkirch, von wo er wöchentlich nach Innsbruck reiste. In der Österreichischen Bischofskonferenz und bei der Kurie in Rom vertrat Waitz die Anliegen Südtirols. Aufgrund der Grenze am Brenner errichtete er 1926 in Schwaz ein Knabenseminar (das heutige Bischöfliche Gymnasium Paulinum) und 1934 in Innsbruck das Priesterseminar.

Erzbischof von Salzburg

Das Salzburger Domkapitel wählte Waitz am 10. Dezember 1934 als Sigismund IV. zum Fürsterzbischof. Papst Pius XI. bestätigte ihn am folgenden 17. Dezember. Er wurde dann am 27. Januar 1935 eingesetzt. Waitz blieb bis 1938 zusätzlich Apostolischer Administrator von Innsbruck-Feldkirch. Obwohl er selbst von Antijudaismus nicht frei war, nahm Waitz dem Nationalsozialismus gegenüber eine offen ablehnende Haltung ein. Er trat am 30. November 1938 als Erzbischof zurück. Bei seinem Tod 1941 hielt sich das Gerücht, die Gestapo habe Gift in seinen Messwein geschüttet.

Sigismund Waitz gilt als einflussreiche Persönlichkeit der Kirche Österreichs in den Umbruchsjahren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er war als Lokalpolitiker und Redakteur im Fahrwasser der christlich-sozialen Bewegung aktiv. Dem politischen Katholizismus und der Monarchie anhängend, war Waitz ein Vertrauter Karls I., des letzten Kaisers von Österreich, und an den Verhandlungen über ein Österreichisches Konkordat beteiligt.[2]

Werke

  • Die Botschaft von Konnersreuth, Mit einem Nachwort von Odo Staudinger, Lins Verlag Altenstadt (Vorarlberg) 1953 (47 Seiten, Neudruck der 1. Ausgabe von 1928).
  • Paulus, seine Bekehrung und seine Weltmission : Zeitgemässe Erwägungen über christliches Leben und Seelsorge, Tyrolia Verlag Innsbruck ; Wien ; München, Teil 1-6 - 1931-1938.

Literatur

  • Helmut Alexander (Hrsg): Sigismund Waitz, Seelsorger, Theologe, Kirchenfürst, Tyrolia Verlag 2010 (462 Seiten, ISBN ISBN 13 9783702230708).

Weblinks


Vorgänger
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† Bischof von Innsbruck
1921-1934
Nachfolger
Paulus Rusch
Vorgänger
Ignaz Rieder
‡ Erzbischof von Salzburg
1935-1941
Nachfolger
Andreas Rohracher

Anmerkungen

  1. https://www.sn.at/wiki/Sigismund_IV._von_Waitz
  2. Diözese Innsbruck gedenkt ihrer Wurzeln vor 100 Jahren Kathpress am 7. April 2021
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