Stellungnahme zur Benutzung von Rundfunk und Fernsehen in den Klöstern

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Stellungnahme zur Benutzung von Rundfunk und Fernsehen in den Klöstern

Am 6. August 1957 gab die Religiosenkongregation eine Stellungnahme zur Benutzung von Rundfunk und Fernsehen in den Klöstern heraus. Darin heißt es u.a.:

Die Kirche verwirft nicht, was Wissenschaft und technischer Fortschritt der Menschheit gebracht haben und was zum Guten gelenkt werden kann. Doch muß es immer ihr oberster Grundsatz sein, wenn sie ihrer Mission treu bleiben will, daß das Heil der Seelen ihr bestimmendes Gesetz ist.

Nach sorgfältiger Abwägung von Gut und Böse sowie des Nutzens und der Gefahren des Fernsehens gelangt die Religiosenkongregation zu dem Schluß, daß es nicht gut wäre, das Fernsehen unterschiedslos von allen religiösen Instituten fernzuhalten oder es überall zu erlauben und zu dulden. Im ersten Falle würde man Gefahr laufen, einige religiöse Institute, die mitten in der Welt stehen und an ihrem sozialen und religiösen Wirken teilnehmen, zu sehr vom gesellschaftlichen Leben zu trennen. Im zweiten Falle würde man die Ordensleute wieder zu sehr der Welt und ihrem Geiste aussetzen, die sie verlassen haben. Es gilt hier, nicht nur das Böse zu vermeiden, sondern alles fernzuhalten, was auf dem Weg zum Stand der Vollkommenheit hindert.

Für die Ordensleute, die in der Apostolatsarbeit stehen, ist zu unterscheiden zwischen Erlaubtem zugunsten ihrer eigenen Unterrichtung und Fortbildung und dem Abhören im Dienste der ihnen anvertrauten Gläubigen.

Unter diesen Gesichtspunkten werden den Ordensoberen einige allgemeine Normen gegeben, die sie entsprechend der Tradition ihrer Gemeinschaft zusammen mit ihren Ratgebern unter strenger Gewissenspflicht (graviter onerata eorum conscientia) in praktische Anordnungen umzusetzen haben.

1. Es gibt keinen Rechtfertigungsgrund für die Einführung von Fernsehapparaten in männlichen oder weiblichen Ordensgemeinschaften kontemplativen Charakters. Die Haltung eines Rundfunkgerätes wird zu dem alleinigen Zweck erlaubt, das Wort und den Segen des Papstes, wenn er zum katholischen Erdkreis spricht, oder ganz ausnahmsweise religiöse Sendungen zu empfangen.

2. Bei den aktiven religiösen Gemeinschaften sind folde Gesichtspunkte zu berücksichtigen:

a) Individuelle Rundfunk- und Fernsehgeräte sind zu feier Benutzung ohne Kontrolle des Ordensoberen nicht erlaubt.

b) Gemeinschaftsempfänger dürfen nur in Räumen des Klosters aufgestellt werden, wo sie jederzeit nur unter Kontrolle des Ordensoberen oder eines Beauftragten benutzt werden können.

c) Die Ordensoberen müssen auch die Zeit, die für den Rundfunk- und Fernsehempfang aufgewendet wird, kontrollieren, so daß es zu keinen Überschneidungen mit den Aufgaben und Pflichten jedes einzelnen Mitglieds der Ordensgemeinschaft und denjenigen der Gemeinschaft als Ganzes in Apostolat, Gottesdienst oder den vorgeschriebenen Ruhestunden kommt.

d) Die Ordensoberen müssen den Empfang von Sendungen verbieten, die aus Gründen der Moral oder der Weltlichkeit für das religiöse Leben nicht geeignet sind. Außer den täglichen Nachrichtensendungen und Übertragungen religiösen oder erzieherischen Charakters sind alle Sendungen als weltlich oder virtuell unmoralisch in bezug auf das religiöse Leben zu betrachten. Sie sind deshalb verboten, wenn sie nur als Entspannung für die Ordensleute gedacht sind.

e) Wenn in konkreten Fällen Erfordernisse des Apostolates für einzelne Ordensleute vernünftige Ausnahmen verlangen, so ist ihre Gewährung dem Ordensoberen vorbehalten, der unter schwerer Gewissenspflicht alle Gefahrenquellen auszuschalten und nur Ordensleute mit gesunder religiöser Haltung und Lebenserfahrung dafür auszuwählen hat.

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