Sterbesakramente für Schismatiker

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Das Heilige Offizium gab im Pontifikat Benedikts XV. am 17. Mai 1916 an verschiedene Ortsordinarien Antworten, über die Sterbesakramente für Schismatiker.

DH 3635: Frage 1: Können »materialen« (d.h. nicht formal die Spaltung wollendeni Schismatikern, die sich in der Stunde des Todes befinden, wenn sie guten Glaubens die Lossprechung oder die Letzte Ölung erbitten, diese Sakramente ohne Abschwören ihrer Irrtümer gespendet werden?

Antwort: Nein, vielmehr ist es erforderlich, dass sie auf die bestmögliche Weise[1] ihre Irrtümer verwerfen und das Glaubensbekenntnis ablegen.

DH 3636: Frage 2: Kann bewusstlosen Schismatikern in der Todesstunde die Lossprechung und die Letzte Ölung erteilt werden?

Antwort: Bedingt ja, zumal wenn man aus den Umständen schließen kann, dass sie ihre Irrtümer wenigstens einschlussweise verwerfen, jedoch unter wirksamer Beseitigung eines Ärgernisses[2], indem man nämlich den Dabeistehenden deutlich macht, dass die Kirche unterstellt, sie seien im letzten Augenblick zur Einheit zurückgekehrt.

Anmerkungen

  1. Das Hl. Offizium fügt in der ansonsten gleichlautenden Antwort vom 15. Nov. 1941 an dieser Stelle ein: »(entsprechend den Umständen der Lage und der Personen) wenigstens einschlußweise« [»(pro rerum et personarum adiunctis) saltem implicite«; Il Monitore Ecclesiastico (1942) 114].
  2. In derselben Antwort d. J. 1941 lautet diese Aussage über das Ärgernis folgendermaßen: »Stets aber ist dafür zu sorgen, dass das Ärgernis und selbst der Verdacht des Interkonfessionalismus vermieden werden. Je weniger Gefahr aber bei einem Aufschub besteht, desto mehr müssen ein ausdrücklicher Widerruf der Irrtümer und das Bekenntnis des katholischen Glaubens gefordert werden« (»Semper autem curandum est, ut scandalum et vel suspicio interconfessionalismi evitentur. Quo minus autem est periculum in mora, eo magis explicita retractatio errorum et fidei catholicae professio exigi debent«).
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