Szilárd Ignác Bogdánffy

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Weihbischof Szilárd Ignác Bogdánffy

Szilárd Ignác Bogdánffy (* 21. Februar 1911 in Feketetó, Ugarn; † 3. Oktober 1953 im Aiud) war Weihbischof und erster seliggesprochener Märtyrer des kommunisten Regimes in Rumänien.

Biografie

Szilárd Ignác Bogdánffy wurde in Feketetó, Komitat Torontal, heute Crna Bara, in dem damaligen ungarischen Gebiet Vojvodina (heute Serbien) geboren. Seine Familie zog 1925 nach Timisoara (ung. Temesvár), wo er das Gymnasium der Piaristen besuchte. Anschließend trat er in das Priesterseminar des Bistums Oradea ein und empfing am 29. Juni 1934 durch Bischof Stefan Fiedler die Priesterweihe.

Es folgten witere Studien an der Universität in Budapest, an welcher er in Philosophie und Dogmatik promovierte und nach seiner Rückkehr nach Rumänien Theologieprofessor wurde. Seine Kommilitonen und Studenten nannten in wegen seines außerordentlichen Wissens ein „lebendiges Lexikon". Er war ein begeisterter Bergsteiger und Sportler. Seine Persönlichkeit, seine Fürsorge für die Armen und Kranken, sein Erziehungsstil und Umgang mit den Studenten hinterließ einen großen Eindruck in den Menschen.

Während des zweiten Weltkrieges schützte er die Verfolgten und versteckte Juden in der Theologischen Fakultät, um ihr Leben zu retten, weshalb er von der Gestapo und der Staatspolizei ständig Drohungen erhielt. Er gründete den Dritten Orden der heiligen Angela Merici, Ursulinen, um die christlichen Familien zu stärken. Im Jahre 1947 wurde er zum Domkapitular erhoben und war durch seine geistigen Fähigkeiten und Spiritualität ein hervorragender Mitarbeiter der Diözese.

Nach dem zweiten Weltkrieg und der Machtübernahme durch die Russen und des kommunistischen Regimes in Rumänien, spitzte sich die politische Situation immer mehr zu. Das Regime wollte die römisch-katholische Kirche zur Staatskirche erheben. Aufgrund des Widerstands kam es zur gezielten Verfolgung zuerst der Oberhäupter der griechisch-katholischen und dann der römisch-katholischen Kirche. Hinsichtlich dieser Entwicklungen genehmigte Rom die geheime Weihe von Bischöfen. So wurde Szilárd Bogdánffy am 14. Februar 1949 vom Apostolischen Nuntius in Rumänien, Erzbischof Gerald Patrick O´Hara, zum Weihbischof in Satu Mare geweiht.

Etwa zwei Monate später wurde seine Weihe bekannt und als einer der Ersten wurde er wegen seines geleisteten Widerstandes verhaftet. Vier Jahre verbrachte er in den härtesten Gefängnissen von Rumänien und auch im Todeslager Capul Midia am Schwarzen Meer. Dort wurde er verhört und gefoltert, und man versuchte ihn von seinem Glauben abzubringen. Aber er blieb standhaft bis zum Schluss und versuchte, seinen Mitgefangenen zu helfen und sie aufzurichten. 

„In keinster Weise hatte er die Bestrebungen des Regimes unterstützt, eine von Rom unabhängige Kirche zu gründen, dessen Oberhirte er hätte werden können. Weil er dies zurückwies und dem Papst und der Kirche treu blieb, wurde er vom Militärgericht in Oradea zu zwölf Jahren Zwangsarbeit verurteilt", sagte Bischof Böcskei.

Nur wenige Monate später starb Weihbischof  Bogdánffy am 3. Oktober 1953 im Gefängnis von Aiud (ung. Nagyenyed) an den Folgen der Misshandlungen und an einer Lungenentzündung, weil er keine Medikamente erhielt.

Seligsprechung

Am 30. Oktober 2010 wurde Bischof Bogdánffy von Kardinal Peter Erdö, dem Primas von Ungarn, im Pontifikat Benedikt XVI. und im Beisein von Erzbischof Angelo Amato in der Basilika von Oradea seliggesprochen.

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