Teilhabe an der göttlichen Natur

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Von der Teilhabe an der göttlichen Natur (lat.: consortium divinae naturae) ist im zweiten Petrusbrief 1,4 EU die Rede. Unter dem Namen "Vergöttlichung" oder "Vergottung" ist dieses Thema Lieblingsgegenstand theologischer Erörterung der griechischen Kirchenväter. Es wird von den großen scholastischen Theologen des näheren bestimmt als eine schon im gegenwärtigen Leben durch Eingießung der Heiligmachenden Gnade beginnende und im künftigen zur Vollendung zu führende übernatürliche Gottesebenbildlichkeit. Es liegt darin eine Erhebung der menschlichen Natur über alle geschöpflichen Kräfte und Ansprüche hinaus in die Ordnung jener Güter, die von Natur allein Gott eigen sind. Gottes Natur hat eine solche Seinsvollkommenheit, dass ihr als Lebensbetätigung die unmittelbare Anschauung des eigenen unendlichen Wesens und eine dieser Erkenntnis entsprechender Liebe zu sich selbst als dem höchsten Gut nebst vollkommenster, unendlicher Beseligung entspricht. Durch die Heiligmachende Gnade wird nun das Geschöpf zu einer derartigen Seinsvollkommenheit göttlicher Art erhoben, dass auch ihm die unmittelbare Gottesschau mit entsprechender Liebe und Glückseligkeit zur angemessenen Lebensbetätigung wird. Der Keim dieses vergöttlichten Seins und Lebens wird schon durch die Taufe gegeben. Die eingegossene Tugend der Liebe befähigt bereits zu einer Gottliebe von wesentlich der gleichen Art, wie es die Liebe der Seligen ist. Solange jedoch der Mensch im Prüfungsstande weilt, wird ihm die der geschenkten Anteilnahme an der göttlichen Natur an sich gebührende beseligende Anschauung Gottes einstweilen noch vorenthalten, so dass er sich hienieden damit begnügen muss, dass dereinst unmittelbar zu schauende Wesen Gottes bloß im Halbdunkel des Glaubens zu erfassen.[1]

Anmerkungen

  1. Joseph Braun: Handlexikon der katholischen Dogmatik, Herder & Co., Freiburg im Breisgau 1926, Artikel: Anteilnahme an der göttlichen Natur, S. 17+18 (Imprimatur Friburgi, die 17. Iulii 1926 Dr. Sester, Vic. Gen.).
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