Thebäische Legion

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El Greco: Das Martyrium des hl. Mauritius

Die Thebäische Legion (auch Thebäer) wird von Bischof Eucherius von Lyon um 440 in einem seiner "Passio Acaunensium martyrum" zum ersten Mal erwähnt. Der Bischof berichtet, dass eine römische Legion von christlichen Soldaten, genannt die Thebäer, ums Jahr 300 bei Agaunum (St-Maurice) auf Befehl von Kaiser Maximianus enthauptet worden seien, weil sich die Legionäre geweigert hätten, an Christenverfolgungen und heidnischen Kulthandlungen teilzunehmen.

Eucherius nennt namentlich die Truppenführer Mauritius, Exuperius und Candidus, einen Veteranen Viktor sowie als weitere Opfer Ursus und Viktor, die in Solothurn dasselbe Schicksal erlitten hätten. Um 380 habe Bischof Theodul von Octodurum (Wallis/Schweiz) die Gebeine der Märtyrer erheben und in einer Grabkapelle bestatten lassen. Dies ist die Keimzelle der Abtei von St-Maurice, welche dort im Jahr 515 gegründet wurde.

Verehrung

Die Legende der Thebäischen Legion hatte in der Schweiz starke Auswirkungen. Im frühen 6. Jahrhundert wurde St-Maurice zum zentralen Heiligtum des Burgunderreichs. Bei Genf entstand mit Saint-Victor eine zweite Kultstätte. In Solothurn kann das Gedenken an Ursus und Viktor bis in das 5. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Im 8. Jahrhundert kamen die Passionsberichte von Felix und Regula in Zürich auf. Auch die hl. Verena von Zurzach wird zu den Thebäern gerechnet.

Ab 824 wurde St-Maurice ein Stift, das den Kult des hl. Mauritius und seiner Gefährten stark förderte. Zahlreiche Pilger trugen zur Verbreitung der Verehrung nach Frankreich, Italien, Deutschland, England, Spanien und ganz vereinzelt auch nach Österreich bei.

Gedenktag für den hl. Mauritius und seine Gefährten ist der 22. September.

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