Theologie des Leibes

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Die Theologie des Leibes ist eine von Papst Johannes Paul II. in 133 Mittwochskatechesen von 1979 bis 1984 entwickelte Theologie, die besagt, dass der Leib - besonders in seiner konkreten Bestimmung als Mann und Frau, "ein Fleisch zu werden" - eine Gottesoffenbarung, eine Theologie, ist. Durch den sichtbaren Leib lässt sich der unsichtbare Gott erahnen. Er fasste es so zusammen: "Durch die Brille der Ehe und der ehelichen Vereinigung entdecken wir den Sinn des gesamten Daseins, den Sinn des Lebens." Er vereint dabei Sexualität und Spiritualität auf Beste Weise.

Inhaltsverzeichnis

Der Text selbst

Theologie des Leibes (1) (vom 5. September 1979 bis zu 6. Mai 1981 - Attentat auf Papst Johannes Paul II.)
Theologie des Leibes (2) (vom 11. November 1981 bis zum 28. November 1984)
Theologie des Leibes (3) (1978-1984)

Adressaten der Katechesen

Die Katechesen von Papst Johannes Paul II. sind an Eheleute (Ehevorbereitung), an Priester, an jungfräulich lebende Christen gerichtet. Die Überlegungungen haben außerdem Bedeutung für die theologische Wissenschaft (Exegese, Moraltheologie, christliche Soziallehre, Ethik, Pastoraltheologie usw.). Darüber hinaus bieten die päpstlichen Ausführungen allen Familienkreisen in den Gemeinden, den spirituellen Familienbewegungen in der Kirche auf nationaler und internationaler Ebene und den Eheleuten, die sich im Bereich der natürlichen Empfängnisregelung - sei es für sich selbst, sei es als Multiplikatoren - engagieren und um ein entsprechendes Eheleben bemühen, sachlichen Stoff für Gruppenarbeit und -diskussionen oder persönliche Bereicherung und Ausweitung von Einsichten in besinnlicher Meditation.[1]

Inhalt und Aufbau

(1) Im ersten Teil (Band) ist der Mittelpunkt der exegetischen Betrachtungen das Gespräch Christi mit den Pharisäern über die Einheit und Unauflöslichkeit der Ehe, in dem er auf den »Anfang« Bezug nimmt (Mt 19,8 EU; Mk 10,6-9 EU), sowie die Worte, die Christus in der Bergpredigt über die Begierde als »im Herzen begangenen Ehebruch« gesprochen hat (Mt 5,28 EU). Die Analyse und Exegese zeigt Rückgriffe auf Genesis 1-3, auf Aussagen des Alten und Neuen Testaments, die Synoptiker, Johannes, verschiedene Paulusbriefe usw. als Entwurf einer umfassenden christlichen Anthropologie.[2]

(2) Im zweiten Teil (Band), spricht Papst Johannes Paul II. über »Die Auferstehung und die bräutliche Bedeutung des Leibes«. Er analysiert die Auferstehung nach den Synoptikern, dann die Paulinische Anthropologie der Auferstehung. In dieser Dimension wird die bräutliche Bedeutung des Leibes auch grundlegend für die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen. Ehe und Ehelosigkeit erklären und ergänzen sich gegenseitig. Auf diesem Hintergrund erhalten die Aussagen des hl. Paulus zu Ehe und Ehelosigkeit neue Aspekte. Auf der Basis dieses für alle (Verheiratete und Ehelose) geltenden Entwurfs einer christlichen Anthropologie wird nun auch die besondere Berufung zur christlichen Ehe deutlich: Die Theologie des Leibes entschleiert sich im Brief an die Epheser (Eph 5,22-33 EU) als das »das große Geheimnis« im Heilsplan Gottes, als »Ursakrament der Schöpfung« und als »Schauplatz der Heilsgeschichte« (Erlösung). Die Überlegungen zur Ehe als Sakrament, im engeren Sinne werden unter Berücksichtigung der beiden für dieses (wie für jedes andere) Sakrament wesentlichen Dimensionen (der des »Bundes« und der Gnade, sowie der des Zeichens) angestellt.[3]

In einem gewissen Sinn kann man sagen, dass sämtliche Überlegungen, die von der Erlösung des Leibes und der Sakramentalität der Ehe handeln, einen umfassenden Kommentar zu der in der Enzyklika Humanae vitae enthaltenen Lehre darstellen.[4]

Werke

1. Auflage

2. überarbeitete Auflage

  • Johannes Paul II.: Die menschliche Liebe im göttlichen Heilsplan. 133 biblische Mittwochskatechesen von 1979 – 1984, Fe-Medienverlag 2008 bzw. 2017 (735 Seiten, 2. überarb. Auflage; ISBN 10: 3939684449 / ISBN 13: 9783939684442).

Internationale Kongresse an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt

  • I. 13. bis 15. Mai 2011 Internationale Tagung zur "Theologie des Leibes" ; vom Päpstlichen Institut „Johannes Paul II.“ für Studien zu Ehe und Familie veranstaltet (200 Teilnehmer) [5] Vorträge der Referenten aus sechs Ländern in Buchform: Maria Groos, Teresa Loichen, Manfred Gerwing (Hrsg.), Liebe, Leib und Leidenschaft. Zur Theologie des Leibes von Johannes Paul II. Reflexionen und exemplarische Einblicke. Fe-Medienverlag Kißlegg 2013 (223 Seiten; ISBN 978-3-86357-050-7).[6]
  • II. 14. bis 16. November 2014 Internationale Tagung, Motto "Liebe, Leib und Leidenschaft - Person sein aus der Sicht der Theologie des Leibes" (300 Teilnehmer). Referenten: Renate und Prof. Norbert Martin aus Vallendar, Prof. Michael Waldstein, Prof. Stephan Kampowski.[7] Buchform: hrsg. von Janusz Surzykiewicz - Maria Groos - Teresa Loichen - Joost van Loon: Liebe, Leib und Leidenschaft: Personsein aus der Sicht der Theologie des Leibes EOS Verlag St. Ottilien 2016 (363 S.; ISBN 978-3-8306-7835-9 Broschur).
  • III. 10. bis 12. November 2017 Internationale Tagung zur "Theologie des Leibes" an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt zusammen mit dem „Knotenpunkt – Begegnung verbindet e.V.“ im Kollegiengebäude der Katholischen Universität in Eichstätt. Mit dem Thema: "Kann man so lieben?" (500 Teilnehmer)[8] Buchform: hrsg. von Maria Groos - Janusz Surzikiewicz: Kann man so lieben? : Beiträge der 3. Internationalen Tagung zur Theologie des Leibes in Eichstätt EOS Verlag St. Ottilien 2018 (356 S.; ISBN 978-3-8306-7893-9 Broschur)
  • IV. 22. bis 24. November 2019 Internationale Tagung zur "Theologie des Leibes" an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, Thema: "Das Leben als Geschenk und Berufung", Die Tagung wird gemeinsam veranstaltet vom Lehrstuhl für Alttestamentliche Wissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und Knotenpunkt – Begegnung verbindet e.V.. Kooperationspartner sind der Bischöfliche Stuhl Bistum Eichstätt und Teenstar Deutschland. Mit Vorträgen, Seminare, Foren (Jugendforum; Theologisches Forum), Praxiskurse (Angebot für Kinder und Jugendliche) und Workshop.[9]

Literatur

siehe: Päpstliches Institut Johannes Paul II. für Studien zu Ehe und Familie, Natürliche Empfängnisregelung, Sexualität, TeenStar

Weblinks

Anmerkungen

  1. Johannes Paul II. (hrsg. und eingel. Norbert und Renate Martin), Die menschliche Liebe im göttlichen Heilsplan. Katechesen 1979-1981, Patris Verlag Vallendar-Schönstatt 1985, Vorwort S. 21.
  2. Johannes Paul II. (hrsg. und eingel. Norbert und Renate Martin), Die menschliche Liebe im göttlichen Heilsplan. Katechesen 1979-1981, Patris Verlag Vallendar-Schönstatt 1985, Vorwort S. 30.
  3. Johannes Paul II. (hrsg. und eingel. Norbert und Renate Martin), Die menschliche Liebe im göttlichen Heilsplan. Katechesen 1979-1981, Patris Verlag Vallendar-Schönstatt 1985, Vorwort S. 30-32.
  4. Aus der letzten Katechese: Die zentralen Anliegen: Zusammenfassung und Rückblick 28. 11. 1984, OR 84/49.
  5. Theologie des Leibes mit der Theologie der Liebe verbinden Papst Benedikt XVI. am 18. Mai 2011
  6. Vorträge in Buchform 2011
  7. Programm 2014
  8. bei der Schönstatt-Bewegung
  9. Programm der IV. Internationalen Tagung zur "Theologie des Leibes"
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