Universität Salamanca

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Fassade der Escuelas Mayores der Universität von Salamanca

Die Universität von Salamanca (span.: Universidad de Salamanca) ist die älteste Universität Spaniens und war durch ein halbes Jahrtausend der geistige Mittelpunkt des Landes. Sie besteht noch immer. Die Ausbildung der katholischen Priester übernimmt heute die Päpstliche Universität Salamanca.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Schon um 1218 berief Alfons IX. von Léon (1188-1229) Theologen nach Salamanca und richtete dort eine Schule ein, vielleicht aus Rivalität mit Alfons VIlI. von Kastilien, der 1212/14 eine Hochschule in Palencia gegründet hatte. Doch war der Unterricht an bei den Orten um 1240 wieder eingestellt. - Die eigentliche Gründung geschah durch die Urkunde Ferdinands III. von Kastilien und Léon vom 6. April 1243, in der er in Salamanca Schulen errichtete und Professoren und Schüler in seinen Schutz nahm.[1] Die Universität durch die Magna Charta Alfons' X. vom 8. Mai 1254 wirtschaftlich fundiert, war vor allem als Rechtsschule gedacht, zur Heranbildung des kirchlichen und staatlichen Beamtentums. Papst Alexander IV. bestätigte 6. April 1255 das Studium zu Salamanca und gewährte am 22. September 1255, dass die in Salamanca Approbierten an jedem andern Generalstudium lehren durften, seit 1333 selbst in Paris und Bologna. 1282-1300 ging die Universität infolge der unregelmäßigen Bezahlung der Magister sehr zurück. Ferdinand IV. bestimmte am 7. August 1300, dass die Kosten der Universität aus dem den Kirchen zustehenden Drittel des Zehnten gedeckt würden. Bonifaz VIII. erlaubte dies am 16. September 1301 für drei Jahre. Klemens V. verbot aber 1306 diese Verwendung der "Tertia ecclesiarum". Aus Mangel an Mitteln musste nun der Unterricht in den Jahren 1306-1312 eingestellt werden. Erst am 14. Oktober 1313 gestattete Klemens V., dass ein Drittel der Tertia der Diözese Salamanca für die Universität verwendet werde. Diese Regelung blieb bis 1837 in Kraft. Der erste Lehrer der Theologie ist im Rotulus von 1355 nachweisbar: Didacus Lupi OMin, ferner drei doctores decretorum (davon zwei auf der catedra canonum), zwei doctores legum, drei licentiati und vier baccalaurei regentes; außerdem wurde Grammatik und Musik gegeben. Erst Gegenpapst Benedikt XIII. errichtete für ständig am 16. März 1414 theologische Lehrstühle. Martin V. gab am 20. Februar 1422 der Universität die Verfassung und stellte sie in eine Linie mit Paris, Oxford und Bologna.[2] Francisco de Vitoria führte 1526 die Summa theologiae des Thomas von Aquin als Textbuch für den Lehrstuhl der Prima ein; nach ihm führte sie Domingo de Soto in die Visperas ein.[3] 1538 wurden die Statuten kodifiziert und 1561 reformiert. Für die theologische Fakultät werden 1538 und 1561 folgende Lehrstühle genannt: Prima, Visperas (es wurden die Sentenzen des Petrus Lombardus), Biblia (AT und NT im Wechsel), Thomas, Nominales, Scotus. Im 16. Jahrhundert wurde die spanische Theologie durch die lange Reihe der Salmantizenser Theologen führend in Europa. Papst Sixtus V. errichtete 1588 mit der Konstitution "Immensa," die "Congregatio pro universitate studii romani" um die Studien vor allem in Rom zu überwachen, aber auch kirchliche Universitäten z.B. in Salamanca.[4] Im 17. Jahrhundert kamen noch je eine Catedra de Prima und de Visperas ausschließlich für die Dominikaner (1608), Jesuiten (1668), Benediktiner (1692), 1735 auch für Franziskaner hinzu, ferner 1663 eine Catedra de Teologia moral und 1693 ein Benediktinerlehrstuhl für die Theologie des heiligen Anselm, von Canterbury (1694), 1721 (1768 aufgelöst) ein Jesuitenlehrstuhl für die Theologie des Francisco Suarez, 1735 zwei Lehrstühle für den Franziskaner, 1771 ein Lehrstuhl für die Loci theologici. Die Studienreform von 1771 setzte an Stelle dieser Vielzahl der Sonderrichtungen acht Verwaltungen und 12 Lehrstühle, doch hörten die je zwei Patronatslehrstühle der Dominikaner, Benediktiner und Franziskaner erst zwischen 1819 und1833 auf. Die Universität zählte 1584 etwa 80 Dozenten und 6778 Studenten, 1822 nur noch 43 Dozenten und 412 Studenten.[5]

Unter den vielen Kollegien waren die wichtigsten: das Colegio Mayor de S. Bartolome Viejo (gegr.1401), das Colegio de Monte Olivete (Oviedo, gegr.1490), das Colegio de Cuenca (gegr.1506), das Colegio deI Arzobispo (gegr.1522 von Erzbischof Alfonso de Fonseca); ferner die Kollegien vom heiligen Thomas von Canterbury (1510), San Millan (1578), Maria (1522), Cañizares (Sta Cruz, 1526), die Kollegien der Ritterorden, die der heilgen Magdalena, der Unbefleckten Empfängnis, Maria zu den Engeln, Susanna (Norbertiner, 1570), Guadelupe (Hieronymiten, 1572), San Pelayo (Verdes , 1577), Elias (reformierte Karmeliten, 1581; Salamantizenser 2), der Irländer (St. Patrick 1592). Dazu kamen die alten Konvente der Dominikaner (San Esteban) , Franziskaner, Augustiner, Benediktiner und das Kolleg der Jesuiten (S. Marcos).[6]

Papst Leo XIII. gedenkt in der Enzyklika Aeterni Patris im Jahre 1879 an berühmte Universitäten, darunter die von Salamanca (Nr. 20).

Berühmte Personen (Jahresangaben teils Schätzungen)

Salmantizenser

Salmantizenser nennt man Dominikanertheologen an der Universität Salamanca im 16. Jahrhundert, als auch unbeschuhte Karmeliten, welche 1581 in Salamanca das Studienkolleg St. Elias errichteten.[7]

siehe: Barockscholastik, Scholastik Universität Coimbra in Portugal.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Friedrich Stegmüller in: Lexikon für Theologie und Kirche, 1. Auflage, Band 9, Artikel Salamanca, Sp. 108+109.
  2. Friedrich Stegmüller in: Lexikon für Theologie und Kirche, 1. Auflage, Band 9, Artikel Salamanca, Sp. 109+110.
  3. Cándido Pozo in: Lexikon für Theologie und Kirche, 2. Auflage, Band 9, Artikel Salamanca, Sp.257.
  4. Profil der Kongregation für das katholische Bildungswesen auf der Vatikanseite.
  5. Friedrich Stegmüller in: Lexikon für Theologie und Kirche, 1. Auflage, Band 9, Artikel Salamanca, Sp. 109+110; ergänzt durch: Cándido Pozo in: Lexikon für Theologie und Kirche, 2. Auflage, Band 9, Artikel: Salamanca, Sp.257.
  6. Friedrich Stegmüller in: Lexikon für Theologie und Kirche, 1. Auflage, Band 9, Artikel: Salamanca, Sp. 109+110.
  7. Friedrich Stegmüller in: Lexikon für Theologie und Kirche, 1. Auflage, Band 9, Artikel: Salmantizenser, Sp. 122.
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